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Sonntagsfrage - Politbarometer: Keine Mehrheit für Schwarz-Gelb

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Nach dem TV-Duell liegt Angela Merkel weiterhin vor ihrem Herausforderer Martin Schulz. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer. Für eine schwarz-gelbe Mehrheit würde es indes nicht reichen, wäre schon an diesem Sonntag Wahl.

Nach dem TV-Duell liegt Angela Merkel weiterhin vor ihrem Herausforderer Martin Schulz. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer. Für eine schwarz-gelbe Mehrheit würde es indes nicht reichen, wäre schon an diesem Sonntag Wahl.

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Nach dem TV-Duell kann Martin Schulz den Abstand in der K-Frage leicht verkürzen, liegt aber weiterhin klar hinter Angela Merkel. 57 Prozent (Sep. I: 57 Prozent) wünschen sich einen Verbleib Merkels im Amt, 33 Prozent (Sep. I: 28 Prozent) hätten lieber Schulz als nächsten Bundeskanzler (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht"). Neben den CDU/CSU-Anhängern, die mit 97 Prozent geschlossen hinter ihr stehen, wird Angela Merkel auch von den meisten FDP-Anhängern (77 Prozent) unterstützt.

Für Martin Schulz sprechen sich 77 Prozent der SPD-Anhänger sowie eine Mehrheit der Linke-Anhänger (59 Prozent) aus. Die Anhänger der Grünen sind gespalten (Merkel: 45 Prozent; Schulz: 45 Prozent) und von den AfD-Anhängern wünschen sich 34 Prozent Merkel und 43 Prozent Schulz. Im Vergleich zu letzter Woche kann Martin Schulz vor allem bei den Anhängern der Linken, der Grünen und der AfD zulegen.

Projektion: Keine Mehrheit für Schwarz-Gelb

In der Politbarometer-Projektion gibt es diese Woche erneut leichte Veränderungen: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, würde die CDU/CSU einen Punkt verlieren und käme auf 38 Prozent, die SPD bliebe weiterhin bei 22 Prozent, die Linke erreichte unverändert neun Prozent und die Grünen unverändert acht Prozent. Die FDP verschlechterte sich auf neun Prozent (minus eins) und die AfD könnte zulegen auf neun (plus eins).

Die anderen Parteien zusammen erhielten fünf Prozent (plus eins). Damit gäbe es neben einer großen Koalition nur eine Mehrheit für eine Regierung aus CDU/CSU, Grüne und FDP. Für Schwarz-Gelb oder Schwarz-Grün würde es knapp nicht reichen und auch Rot-Rot-Grün oder eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP hätten keine Mehrheit.

Top Ten: Schulz verbessert

Merkel liegt weiterhin mit 56 Prozent vor Schulz.
Mit einer Note von 2,0 liegt Merkel weiterhin vor Martin Schulz. Quelle: dpa

Auf der Liste der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker können sich diese Woche vor allem Martin Schulz und Sahra Wagenknecht deutlich verbessern. Auf Platz eins liegt weiterhin Angela Merkel, mit einer Durchschnittsnote von 2,0 (hier und im Folgenden Vergleichswert aus Sept. I: 2,1) auf der Skala von +5 bis -5. Es folgen Wolfgang Schäuble mit 1,7 (1,9) und Sigmar Gabriel mit 1,5 (1,4). Martin Schulz wird jetzt mit 1,1 (0,7) bewertet und rückt damit auf Platz vier vor.

Ebenfalls in Rang und Note verbessert hat sich Cem Özdemir mit 1,0 (0,8). Danach kommen Christian Lindner mit 0,9,Thomas de Maizière mit 0,9 und Horst Seehofer mit 0,6, alle unverändert. Ursula von der Leyen wird mit 0,5 (0,3) eingestuft und Schlusslicht bleibt Sahra Wagenknecht, sie erhält mit 0,2 (minus 0,3) aber erstmals überhaupt eine Bewertung im positiven Skalenbereich.

Bildungspolitik

Die Länderhoheit bei der Schul- und Bildungspolitik ist auch Thema im Wahlkampf. Gefordert wird hier mehr Einfluss für den Bund und eine breite Mehrheit der Deutschen unterstützt das. 76 Prozent sind der Meinung, dass der Bund in Zukunft in Sachen Schule und Bildung deutlich mehr mitbestimmen soll. Nur für 19 Prozent soll das Ländersache bleiben. Diese Einschätzung wird von den Anhängern aller Parteien mehrheitlich geteilt.

Konflikt mit der Türkei

Die meisten Deutschen (61 Prozent) fordern wegen der innenpolitischen Lage in der Türkei einen Abbruch der Verhandlungen über einen EU-Beitritt des Landes, darunter auch Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen. 33 Prozent sind der Meinung, man soll erst die weitere Entwicklung in der Türkei abwarten und vier Prozent wollen auf jeden Fall eine Fortsetzung der Beitrittsverhandlungen. Wegen des Konflikts zwischen Deutschland und der Türkei sind 80 Prozent (Aug. II: 72 Prozent) dafür, wirtschaftlichen Druck auf die Türkei auszuüben, auch wenn das bei uns zu Nachteilen führen kann. 15 Prozent (Aug. II: 22 Prozent) halten wirtschaftliche Maßnahmen nicht für das Mittel der Wahl.

EU und Flüchtlinge

Die EU-Flüchtlingsquote ist auch nach der EuGH-Entscheidung, wonach die in der EU vereinbarte Umverteilung von Flüchtlingen rechtens ist, ein Streitpunkt. Lediglich 18 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass es in Zukunft zu einer gleichmäßigeren Verteilung kommen wird, 78 Prozent bezweifeln das. Große Zustimmung findet der Vorschlag, dass Länder, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, Ausgleichszahlungen leisten sollen. 82 Prozent befürworten das, 15 Prozent sind dagegen.

Nordkorea

Von Nordkorea geht für 77 Prozent der Befragten eine große Gefahr für den Frieden in der Welt aus, nur 20 Prozent sehen keine so starke Bedrohung. Eine Lösung der Nordkorea-Krise erhoffen sich 41 Prozent von direkten Gesprächen mit dem Machthaber Kim Jong Un, 54 Prozent glauben, dass diese nicht zum Erfolg führen würden.

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