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Hilfesystem verstopft - Hunderttausende wohnungslos in Deutschland

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"Ohne eigenes Zuhause, das ist doch menschenunwürdig", meint Anja. Seit Jahren schläft sie schon bei Freunden oder Bekannten. Wie ihr geht es fast 900.000 Menschen in Deutschland.

Deniz, Andrea, Uwe und Anja: alle Vier haben keine eigene Wohnung. Die "ZDF.reportage" hat sie getroffen und mit ihnen über die Bedeutung der eigenen vier Wände gesprochen.

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Als ihre Eltern starben, warf Anja das aus dem Leben. Sie verlor erst ihre Wohnung, dann den Job. Dabei hat die Vierzigjährige einst studiert, Wirtschaft. Heute lebt sie von Sozialhilfe, für eine Wohnung reicht das nicht in Berlin.

Zahl der Wohnungs - und Obdachlosen stieg dramatisch an

Immer mehr Menschen werden so wohnungslos. Seit 2014 stieg ihre Zahl bundesweit um 150 Prozent auf 860.000. Die Hälfte davon sind anerkannte Flüchtlinge, aber sie verstärken nur ein Problem, das längst bestand: In den großen Städten mangelt es an Wohnraum.

Deniz ist eigentlich ein cooler Typ. Man würde ihn wohl in einem Szenelokal vermuten, aber Deniz lebt seit zehn Monaten auf der Straße, er gilt damit, anders als Anja, als obdachlos. Auch ihre Zahl stieg an, um 33 Prozent. 53.000 Menschen sollen inzwischen wie Deniz auf der Straße leben. Als seine Freundin ihn verließ, konnte er seine Miete nicht mehr bezahlen. "Günstigen Wohnraum gibt es in Berlin nicht mehr. Und ich allein, als Maler, verdiene zu wenig".

In Berlin fehlen 150.000 Wohnungen

Schon jetzt fehlen in Berlin rund 150.000 Wohnungen. Gebaut wird meist nur noch im oberen Preissegment - ein Trend, nicht nur in der Hauptstadt. Wer seine günstige Wohnung verliert, findet nur noch schwer eine neue.

Familie Ryscha erlebte genau das: "Wir hatten mal ein normales Leben", sagt die Mutter, Andrea Ryscha: "Eine Wohnung, Freunde, Arbeit und dann wurde ich krank." Es sind die unterschiedlichsten Krisen die Menschen aus ihrem Leben schleudern. Frau Ryscha konnte nicht mehr als Altenpflegerin arbeiten, einen Ehemann hat sie nicht, das Jobcenter sprang ein. Als das Amt eine Nebenkostenabrechnung zu spät bezahlte, folgten die Kündigung und ein Eintrag bei der Schufa.

Lange kam die Mutter mit ihren zwei Töchtern und einem Enkel bei Freunden unter, bis auch das nicht mehr ging. Heute leben sie in einem Wohnheim, das vom Amt bezahlt wird. Küche und Bäder teilen sie sich mit anderen wohnungslosen Familien, die Zimmer sind verwohnt, stinken. Ob sie mit einem Schufaeintrag jemals wieder eine Wohnung finden werden, so richtig glauben sie nicht daran.

Lösungen gibt es

Die Politik in der Hauptstadt hat die Wohnungsmisere inzwischen erkannt. "Wir alle, die Menschen unterbringen müssen und wollen, stehen mit dem Rücken zur Wand", erklärt die zuständige Senatorin Elke Breitenbach, "aber auch wenn es für uns alle schwer ist, die Menschen unterzubringen, so ist es nicht hinnehmbar, wenn Menschen keine Hilfe bekommen".

Die Lösungen für das Problem, so erklärt Professor Volker Busch Geertsema von der Gesellschaft für innovative Sozialforschungen, lägen auf der Hand: "Die Zahl der Wohnungen muss erhöht werden, aber auch der Zugang, etwa für Menschen mit Schufaeintrag muss erleichtert werden. Außerdem müsste präventiv Wohnungsverlust verhindert werden." In Berlin zumindest wollen sie nun handeln und entwickeln ein Strategiekonzept zu Wohnungslosigkeit.

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