Sie sind hier:

ZDF-Sommerinterview - Meuthen verteidigt AfD-Tweet nach Frankfurt

Datum:

Der AfD-Vorsitzende Meuthen verteidigt Tweets nach dem Tod eines Achtjährigen in Frankfurt. "Ich kann emotionale Überreaktionen verstehen", sagt Meuthen im ZDF-Sommerinterview.

Sehen Sie hier das komplette ZDF-Sommerinterview mit Jörg Meuthen.

Beitragslänge:
18 min
Datum:

Der Tweet der AfD-Bundestagsabgeordneten Verena Hartmann nach dem Tod eines Achtjährigen am Frankfurter Hauptbahnhof ist inzwischen gelöscht. "Frau Merkel, ich verfluche den Tag Ihrer Geburt", hatte Hartmann geschrieben und war dafür massiv kritisiert worden. AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen nimmt Hartmann im ZDF-Sommerinterview jetzt in Schutz. "Dass Menschen da hoch emotional reagieren und vielleicht einmal einen falschen Satz raushauen, dafür habe ich ein bisschen Verständnis", sagt Meuthen. Es handele sich um eine emotionale Überreaktion, insofern schäme er sich nicht für den Tweet - auch wenn der Satz "so nicht akzeptabel" und "unangemessen" sei.

Den Vorwurf, die AfD instrumentalisiere derartige Taten politisch, weist Meuthen zurück. "Wir verfälschen nicht die Wahrnehmung, sondern wir weisen auf Taten hin, die da sind", so Meuthen. Allerdings meldet die kriminalpolitische Zeitschrift, die AfD weise in ihren Pressemitteilungen überproportional oft auf ausländische Täter hin. In den 242 AfD-Pressemitteilungen des vergangenen Jahres, die sich mit Gewalttaten beschäftigten, seien 95 Prozent der Täter Ausländer gewesen. Meuthen verteidigt dieses Vorgehen: "Was sich in diesem Land zuträgt, führt zu einer zunehmenden Verunsicherung von Millionen von Menschen", sagt er. "Das greifen wir auf und ich halte es für politisch richtig und verantwortlich."

Meuthen: "Es gibt keinen Weltuntergang"

In dem Interview, das das ZDF um 19:10 Uhr ausstrahlt, kritisiert der AfD-Bundessprecher auch eine "Klimahysterie". Vor 40 Jahren habe die Wissenschaft noch davon geredet, es werde bald eine neue Eiszeit geben. Nun werde es immer wärmer. Dass es klimatische Veränderungen gebe, stelle niemand in Abrede. Wohl aber, dass der Mensch dafür verantwortlich sei. "Darüber besteht keine Einigkeit", so Meuthen - eine Aussage, die der ZDF-Faktencheck schon einmal widerlegt hatte. Meuthen kritisiert eine Überdramatisierung der Lage: "Es gibt keinen Weltuntergang", sagt er.

Er fordert eine faktenbasierte Energiepolitik, die es im Moment allerdings nicht gebe. Stattdessen zerstöre eine "grüne Ideologie" die Umwelt sondergleichen: "Insbesondere durch die grüne Ideologie, durch die klimahysterische Ideologie. Die Windenergie ist absurd. Die Solartechnologie kann's niemals abdecken." Deutschland werde gewaltige ökonomische Schwierigkeiten kriegen, wenn es als einziges Land parallel aus Kohleverstromung und Kernenergie aussteige. "Das ist ein einziger Irrweg", so Meuthen.

Kritik an Höcke: "Der Flügel ist nicht Teil der AfD"

Den Vorwurf, dass zuletzt auch andere AfD-Mitglieder durch Tweets und Facebook-Posts zur Verrohung der Debattenkultur im Netz beigetragen hätten, weist Meuthen zurück. So sei die Forderung des rheinland-pfälzischen AfD-Vorsitzenden Uwe Junge nach einem "Aufstand der Generäle" kein Aufruf zur Gewalt gewesen. Junge fordere ja nicht wirklich einen Aufstand der Generäle, sondern kritisiere, dass mit Annegret Kramp-Karrenbauer eine fachfremde Politikerin Verteidigungsministerin geworden wäre. "Herr Junge ist der Letzte, der eine Revolution anzetteln wird", so Meuthen.

Auch wendet sich Meuthen gegen den sogenannten "Flügel", also die innerparteiliche Strömung, der auch der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke angehört. "Der Flügel ist nicht Teil der AfD", so Meuthen. Für extremistische Positionen gebe es in der AfD auch keine Mehrheit.    

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.