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Sachbuch-Bestenliste für Februar 2020

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Leseempfehlungen - Sachbuch-Bestenliste für Februar 2020

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Eine Jury aus 30 Kritikern empfiehlt jeden Monat zehn herausragende Sachbücher: Sie machen unsere Zeit verständlicher und vertiefen Debatten - die Sachbuch-Bestenliste für Februar.

Sachbuch-Bestenliste Februar 2020
Quelle: ZDF

1 (–) Eva Weissweiler: Das Echo deiner Frage: Dora und Walter Benjamin

Hoffmann & Campe; 383 S., 24,– €

Eva Weissweiler: Das Echo deiner Frage: Dora und Walter Benjamin; Hoffmann & Campe; 383 S., 24,– €
Eva Weissweiler: Das Echo deiner Frage: Dora und Walter Benjamin; 383 S., 24,– €
Quelle: Hoffmann & Campe

Dora Benjamin ist bekannt als die erste Ehefrau von Walter Benjamin, dabei war sie vor allem eine Intellektuelle: Sie schrieb über Musik und Philosophie und verfasste Romane. Eva Weissweiler hat nun erstmals die Beziehungsgeschichte zwischen Dora und Walter Benjamin untersucht. Ihre Biographie wirkt wie Serienstoff: Zuneigung, Affären, das erste Kind, schließlich die Scheidung und Walter Benjamins harsche Ablehnung, die den Intellektuellen als rigorosen Eigenbrötler zeigt. 85 Punkte

2 (–) A. Banerjee, E. Duflo: Gute Ökonomie für harte Zeiten

A. d. Engl. v. T Schmidt et al.; Penguin; 560 S., 26,– €

A. Banerjee, E. Duflo: Gute Ökonomie für harte Zeiten; A. d. Engl. v. T Schmidt et al.; Penguin; 560 S., 26,– €
A. Banerjee, E. Duflo: Gute Ökonomie für harte Zeiten; A. d. Engl. v. T Schmidt et al.; 560 S., 26,– €
Quelle: Penguin

Die Ökonomen Esther Duflo und Abhijit Banerjee haben 2019 für ihre Studien zur Linderung der Armut den Wirtschaftsnobelpreis erhalten. Nun erscheint ihr neues Buch, das die größten Herausforderungen der Weltwirtschaft thematisiert: wachsende Ungleichheit, Globalisierung, Umweltkatastrophen, Populismus. Die beiden Ökonomen plädieren für eine Politik, die die Reichen besteuert und den Armen eine starke Stimme verleiht. 70 Punkte

3 (–) Patrik Svensson: Das Evangelium der Aale


A. d. Schwed. v. Hanna Granz; Hanser; 256 S., 22,– €

Patrik Svensson: Das Evangelium der Aale; A. d. Schwed. v. Hanna Granz; Hanser; 256 S., 22,– €
Patrik Svensson: Das Evangelium der Aale; A. d. Schwed. v. Hanna Granz; 256 S., 22,– €
Quelle: Hanser

Der Schwede Patrik Svensson hat mit seinem Vater wenig gesprochen, dafür oft und reichlich Aale gefangen. Die komplexe Geschichte dieser Vater-Sohn-Beziehung erzählt der Autor durch das Prisma seiner Aalfaszination und den Wesenszügen des mysteriösen Tiers. Von Aristoteles bis Sigmund Freud lernt man nicht nur viel über dessen komplexe Biologie, sondern auch über menschliche Sehnsüchte, Ängste und Träume, über Leben und Tod. 61 Punkte

4 (–) Ronan Farrow: Durchbruch

A. d. Engl. von H. Dedekind, H. Dierlamm, A. Gravert u. a.; Rowohlt; 528 S., 24,– €

Ronan Farrow: Durchbruch, Der Weinstein-Skandal, Trump und die Folgen. A. d. Engl. von H. Dedekind, K. Held u.a.; Rowohlt; 528 S., 24,– €
Ronan Farrow: Durchbruch, Der Weinstein-Skandal, Trump und die Folgen. A. d. Engl. von H. Dedekind, K. Held u.a.; 528 S., 24,– €
Quelle: Rowohlt

Am 10. Oktober 2017 explodiert die Bombe: Der Journalist Ronan Farrow veröffentlicht im "New Yorker" einen Artikel, in dem er darstellt, wie der Hollywood-Produzent Harvey Weinstein über Jahrzehnte Hunderte Frauen belästigt haben soll. Dieses Buch rekonstruiert den Skandal und zeigt, wie ein Netzwerk den Medienmogul schützte, das tief in die Politik und die Medienlandschaft reicht. 43 Punkte

5 (-) Kübra Günsüsay: Sprache und Sein

Hanser Berlin; 208 S., 20,– €

Kübra Gümüsay: Sprache und Sein; Hanser Berlin; 208 S., 20,– €
Kübra Gümüsay: Sprache und Sein; 208 S., 20,– €
Quelle: Hanser Berlin

Wie kann man sprechen, ohne in Klischees zu verfallen? Welche Kategorien gibt es, um Menschen nicht in Schubladen zu stecken? Darüber schreibt die 1988 geborene Journalistin Kübra Gümüsay in ihrem Buch. Sie macht sich auf die Suche nach einer Sprache, die gemeinschaftliches Denken zulässt, ohne Differenzen zu kaschieren. Ein Pamphlet für eine Gesellschaft, die trotz wachsender Unterschiede miteinander reden kann. 42 Punkte

6 (3) Armin Zweite: Gerhard Richter. Leben und Werk

Schirmer/Mosel; 480 S., 128,– €

Armin Zweite: Gerhard Richter. Leben und Werk. Das Denken ist beim Malen das Malen. Schirmer/Mosel, 480 S., 128,– €
Armin Zweite: Gerhard Richter. Leben und Werk. Das Denken ist beim Malen das Malen, 480 S., 128,– €

Das Buch des Kunsthistorikers Armin Zweite durchmisst das Werk des bedeutendsten lebenden deutschen Künstlers, Gerhard Richter. Über sein Leben erfährt man wenig, über das Werk wiederum alles. Zweite legt in einer erkenntnistheoretischen Tiefe und zeitgeschichtlichen Finesse offen, was Richters europäisch geprägtes Schaffen für die globale Kunst bedeutet. Ein Buch, das im wahrsten Sinne die Augen öffnet. 37 Punkte

7 (1) Jens Bisky: Berlin

Rowohlt Berlin; 976 S., 38,– €

Jens Bisky: Berlin. Biographie einer großen Stadt. Rowohlt Berlin; 976 S., 38,– €
Jens Bisky: Berlin. Biographie einer großen Stadt. 976 S., 38,– €
Quelle: Rowohlt Berlin

Dem Journalisten Jens Bisky gelingt das Unmögliche: der meistbesprochenen Stadt in Deutschland neue Facetten abzuringen. Sein Berlin-Buch beginnt im 17. Jahrhundert, als die Stadt zu neuer Größe aufsteigt, sich mit Rom und Paris messen will. Bisky porträtiert eine Metropole der Widersprüche: Ort der Macht, der Teilung, der Repression und zugleich des Widerstands und des ewigen Experiments. 30 Punkte

8 (7) Andreas Reckwitz: Das Ende der Illusionen

Suhrkamp; 305 S., 18,– €

Andreas Reckwitz: Das Ende der Illusionen: Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne. Suhrkamp; 305 S., 18,– €
Andreas Reckwitz: Das Ende der Illusionen: Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne. 305 S., 18,– €
Quelle: Suhrkamp

Nach der wegweisenden Studie "Gesellschaft der Singularitäten" beschäftigt sich Andreas Reckwitz in seiner Essay-Sammlung mit dem Strukturwandel der Gesellschaft. Der Soziologe seziert die neue Klassengesellschaft, die postindustrielle Ökonomie, die Konflikte um Kultur und Identität und den Imperativ der Selbstverwirklichung, woraus Erschöpfung und Demokratiemüdigkeit entspringen. 25 Punkte

8 (–) Karl Heinz Bohrer: Mit Dolchen sprechen

Suhrkamp; 493 S., 28,– €

Karl Heinz Bohrer: Mit Dolchen sprechen; Suhrkamp; 493 S., 28,– €
Karl Heinz Bohrer: Mit Dolchen sprechen; 493 S., 28,– €
Quelle: Suhrkamp

Mit Leidenschaft begehrt der Literaturwissenschaftler Karl Heinz Bohrer gegen moralistische Gesinnungsästhetik auf. Sein neues Buch ist ein Plädoyer für den Hass, jedenfalls in der Poesie. Er analysiert Szenen der Gewalt - von Homer bis Houellebecq - und erschafft eine Ästhetik des Bösen, die den Wesenskern von Literatur beschreibt, "Die Tiger des Zornes sind weiser als die Rosse der Belehrung", heißt die kühne These des Buchs. 25 Punkte

10 (2) Reinhart Koselleck, Carl Schmitt: Der Briefwechsel: 1953–1983

Suhrkamp; 500 S., 42,– €

Reinhart Koselleck, Carl Schmitt: Der Briefwechsel: 1953-1983. Suhrkamp; 500 S., 42,– €
Reinhart Koselleck, Carl Schmitt: Der Briefwechsel: 1953-1983. 500 S., 42,– €
Quelle: Suhrkamp

Drei Jahrzehnte lang schrieben sich der Staatsrechtler Carl Schmitt und der Historiker Reinhart Koselleck Briefe. So verschieden die beiden Intellektuellen auch waren, es verbanden sie philosophische Interessen und historische Fragen. Der Briefwechsel offenbart Schmitts randständige Stellung nach 1945, Kosellecks Uni-Karriere in der Bundesrepublik und beider Blick auf die politischen Entwicklungen ihrer Epoche. 23 Punkte

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