Sie sind hier:

#ZDFcheck17: Flüchtlings-Luxusunterkunft - Zu früh geschimpft: Sozialwohnung statt Eigenheim

Datum:

Der Bau von angeblichen Einfamilienhäusern für anerkannte Asylbewerber hat in Willich in Nordrhein-Westfalen für Ärger gesorgt. Dabei handelt es sich gar nicht um Einfamilienhäuser, sondern um Sozialwohnungen, in denen zunächst Asylbewerber untergebracht werden sollen.

Die EU-Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn, Polen und Tschechien eingeleitet, weil sie sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen. ZDF-Korrespondent Stefan Leifert berichtet aus Brüssel.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

"Für Deutsche wird sowas nicht gemacht" und "Das ist Hohn und Spott an den Bürgern unseres Landes". Kommentare dieser Art gibt es in den sozialen Netzwerken. Auslöser für diesen Beschwerdeansturm ist ein Bauschild in Willich bei Krefeld, auf dem zu lesen ist, dass vor Ort ein "Neubau von neun Einfamilienhäusern für Flüchtlinge/Asylbewerber" entsteht. Auch in einer Pressemeldung der Flüchtlingshilfe des Kreises Viersen sowie in einem Artikel von RP Online zum Richtfest ist von Einfamilienhäusern die Rede.

Gegenwind sofort nach Beschluss

Der Pressesprecher der Stadt Willich, Michael Pluschke, erklärte gegenüber heute.de, dass es schon direkt nach den Beschlüssen zum Bau der Wohnungen Ärger gab. "Dass dies von entsprechend interessierter Seite gerne aufgegriffen, einseitig und teilweise verfälscht dargestellt wird, um einen Neidreflex loszutreten, respektive zu befeuern, ist hier vor Ort im Übrigen nicht neu: Sofort im Anschluss an die entsprechenden politischen Beschlüsse und deren Veröffentlichungen kamen diverse, auch 'mit souveränen, rechtlichem und freiheitsstaatlichem Gruß' unterzeichnete Anfragen unter anderem an mich."

Die Initiative Mimikama hat zuerst in einem Faktencheck die fehlerhafte Bezeichnung recherchiert und festgestellt, dass auf der Website der Stadt Willich korrekt von Mehrfamilienhäusern die Rede ist. An insgesamt vier Standorten sollen sie entstehen und teilweise noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Mit dem Bau der Wohnungen kommt die Stadt ihrer gesetzlichen Verpflichtung nach, Asylbewerber unterzubringen. Allerdings handelt es sich dabei um Wohnraum für anerkannte Asylbewerber, die eine Bleibeperspektive haben. Die Bezeichnung "Flüchtlinge" auf dem Bauplakat ist in diesem Zusammenhang also auch nicht korrekt.

Zwischen Kritik und Unterstützung

Nach der Veröffentlichung des Faktenchecks auf der Facebook-Seite von Mimikama ist dort fleißig weiter diskutiert worden. Tenor: Wie wäre es erst einmal mit bezahlbaren Wohnungen für das eigene Volk? Bei der Bauweise handelt es sich übrigens um den "Standard von Sozialwohnungen", und als diese können sie auch genutzt werden, sollten die Asylbewerber sie nicht mehr in Anspruch nehmen.

Pressesprecher Michael Pluschke betont, dass die Stadt Willich "durchweg nur gute Erfahrungen" mit dem Prinzip der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern gemacht hat. Deshalb könne und müsse man solche Reaktionen auch aushalten. "Hier vor Ort läuft das Ganze bis auf die Regel bestätigende Ausnahmen wirklich sehr gut, was wir auch einer proaktiven Öffentlichkeitsarbeit zu verdanken haben." Von Anfang an habe man alle Bürger einbezogen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.