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Kampf gegen Schleuser - Heimlich über die Grenze

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Ungefähr 50.000 Menschen sind 2017 illegal nach Deutschland gekommen, oft auf gefährlichen Wegen von Schleppern eingeschleust. Deutschland bleibt Hauptziel illegaler Einwanderer.

Polizisten überprüfen einen festgenommenen Mann, der mit erhobenen Händen an ein Polizeiauto gelehnt steht.
Polizisten überprüfen einen festgenommenen Mann, der mit erhobenen Händen an ein Polizeiauto gelehnt steht. Quelle: ZDF/Jürgen Jahn

Weltweit sind mehr als 65 Millionen Menschen (UNHCR) auf der Flucht vor Krieg, Zerstörung, Hunger und Elend. Die meisten kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Süd-Sudan. Viele wollen gezielt nach Europa, haben die Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch Europa schottet sich immer mehr ab, viele Grenzen sind bereits dicht. In ihrer Not suchen Flüchtlinge immer häufiger illegale Wege zur Einreise, auch nach Deutschland.

Kriminelle Schleuser suchen immer neue Wege

Die Hauptrouten führen über die Grenzen zu  Polen, Tschechien und Österreich-Italien. Allein über diese Routen kamen im vergangenen Jahr 50.000 Menschen illegal nach Deutschland. In ihrer Not begeben sich Menschen häufig in die Hände von kriminellen Schleusern. Für mehrere tausend Euro organisieren sie gefälschte Pässe, Visa und Einreisepapiere, planen die Fluchtrouten und stellen Transportmittel bereit.

Beamte der Bundespolizei entdecken täglich Menschen, die in LKW Ladeflächen gepfercht wurden, oder unter Autositzen versteckt viele tausend Kilometer weit über die Grenzen gebracht wurden. Am Grenzübergang Kiefersfelden (Bayern) finden die Polizisten immer häufiger Menschen unter den Zügen. Sie sitzen auf den Achsen der Waggons, und Reisen so hunderte Kilometer über den Brenner von Italien nach Deutschland.

5.000 Euro für die Reise von Athen nach Deutschland

Die Fahndung nach den organisierten Schleuserbanden ist für die deutschen Behörden mühsam. Letztlich sind es Stichproben, bei denen die Bundespolizei einen Teil der kriminellen Machenschaften stoppen kann. Rund 4.000 tatverdächtige Schleuser registrierte die Bundespolizei im Jahr 2017. In sozialen Netzwerken bieten kriminelle Schleuserbanden ihre Dienste an. Rund 5.000 Euro kostet die Reise z.B. von Athen nach Deutschland, passend dazu gibt es Ausweise und Einreisepapiere. "Hier bietet jemand einen griechischen Personalausweis für eine Frau an. Sie hat ihn benutzt, ist damit nach Deutschland gekommen, jetzt will sie ihn weiter verkaufen", berichtet ein Flüchtling.

Schleuser oft einen Schritt schneller

Deutsche Beamte haben nur begrenzte Möglichkeiten und Ausstattung, um die Strukturen und Methoden der Schleuser aufzudecken, kritisiert die Gewerkschaft der Bundespolizei. Vorsitzender Ernst Walter fordert: "Eine bessere Datenvernetzung, dazu eine bessere Ausstattung, beispielsweise mit Smartphones, um Fahndungsapps auch nutzen zu können und (…) das entsprechende Personal."  Eine gemeinsame Lösung auf europäischer Ebene mit verbindlichen und effektiven Kontrollen an den Außengrenzen könnte ein Weg sein. Das würde es Schleusern schwer machen, immer wieder neue Routen und Mittel zu finden, um Menschen illegal und heimlich nach Europa zu bringen.

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