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ZDFzoom: Passbetrug in Deutschland - Leben unter falschem Namen

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In Deutschland verzeichnet die Polizei steigende Zahlen an falschen Pässen - allein 2016 meldeten Behörden 13.000 gefälschte Ausweisdokumente. Europaweit agierende Netzwerke verdienen mit gefälschten Pässen Millionen. Denn der Markt boomt.

Viele der Fälschungen kommen aus Athen. Die griechische Hauptstadt hat sich seit der Flüchtlingskrise zu einem regelrechten Hotspot für Falschdokumente entwickelt. Unzählige Passfälscher und Dealer von Ausweisdokumenten bieten dort ihre Ware zum Kauf an. Personen mit falschen Pässen in Deutschland zu überführen bleibt laut Polizeistatistik ein seltener Erfolg.

Millionen Dokumente in Fahndungslisten

Flüchtlinge, die in ihrem Land keine Zukunft für sich sehen, kommen meist auf illegalen Wegen und mit gefälschten Dokumenten nach Europa. Doch Thomas Simmroß vom Berliner Landeskriminalamt weiß, dass auch Straftaten wie Geldwäsche bis hin zur Terrorismusfinanzierung täglich mit gefälschten Ausweisdokumenten begangen werden. Die genauen Zahlen gefälschter Dokumente kennen auch die Behörden nicht.

Die Dimension wird deutlich, wenn man sich das Bundeslagebild des BKA genauer anschaut: So fahndete die Polizei 2016 allein in Deutschland nach über 700.000 Reisepässen, fast fünf Millionen deutschen Ausweisen und knapp 1,4 Millionen Führerscheinen. Dokumente, die verloren gegangen oder entwendet wurden, ungültig oder gefälscht waren. Europaweit waren dies im vergangenen Jahr über 53 Millionen Dokumente - zuzüglich mehr als einer Million entwendeter Blankodokumente. Und die Zahlen steigen.

Schwachstelle Einwohnermeldeamt

Wer in Deutschland bleiben will, für den führt kein Weg am Einwohnermeldeamt vorbei. Wer hier nicht auffliegt, wird nie wieder hinterfragt. Die Meldeadressen sind der Grundstein, um in Deutschland zu leben: Wer einmal gemeldet ist, kann ein Bankkonto eröffnen, Sozialleistungen beziehen und Wohnungen mieten.

Rund 5.500 Meldeämter gibt es in Deutschland - davon haben aber nur knapp 250 Ämter überhaupt Dokumentenprüfgeräte. Per Gesetz vorschreiben will die Bundesregierung die technische Ausstattung nicht - Städte und Kommunen seien zuständig. Das bedeutet auch: Die klaffende Sicherheitslücke ist erkannt, die Notwendigkeit, Lösungen zu finden auch - aber keiner sieht wirklich Handlungsbedarf.

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