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ZDFzoom - Schweinerei im Schlachthof

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60 Kilo Fleisch verzehrt jeder von uns im Jahr. Die meisten machen sich wenig Gedanken, was in Schlachthöfen alles passiert. Immer wieder kommt es zu Missständen.

Schweinehälften im Schlachthof
Das Geschäft mit dem Tod - Schweinehälften im Schlachthof
Quelle: ZDF

Immer mehr kleine Schlachthöfe machen dicht. Gewinner sind die Mega-Schlachthöfe. Marktführer Tönnies verarbeitete 2017 mehr als ein Viertel der hier geschlachteten Schweine.

Mehr als 57 Millionen Schweine und 3,5 Millionen Rinder sind insgesamt im letzten Jahr hierzulande geschlachtet worden. Eine enorme Schlachtmasse, die unter anderem der Grund für unschlagbar günstige Fleischpreise und harte Konkurrenz auf dem Markt ist.

Skandal in Fürstenfeldbruck

Gut ein Jahr ist vergangen, seit Aktivisten in einem Schlachthof in Fürstenfeldbruck Missstände aufgedeckt haben: Mit Betäubungszangen sollen Tiere gequält und ohne ausreichende Betäubung getötet worden sein. Rund die Hälfte des Fleisches landete später unter dem "Bio"-Label in deutschen Supermärkten.

Kein Einzelfall: Mindestens 3,3 Prozent der Schweine, die elektronisch betäubt werden, sind fehlbetäubt, heißt es auf eine Anfrage der Grünen von Seiten der Bundesregierung. Das sind hochgerechnet 465.000 Tiere im Jahr. Das, obwohl der Gesetzgeber vielfältige Kontrollinstanzen in die Fleischverarbeitung integriert hat.

Amtliche Tierärzte als Kontrollinstanz

Die korrekte Betäubung liegt in der Verantwortung des Schlachthofs. Amtliche Tierärzte  müssen das in Stichproben prüfen. In größeren Betrieben aber arbeiten diese Tierärzte in Vollzeit und vor Ort. Auffällig ist: Es gibt kaum Anzeigen von amtlichen Tierärzten  wegen Verstößen gegen Tierschutz in Schlachthöfen. 

Die Nähe zwischen kontrollierenden Tierärzten und Arbeitgebern könne da auch zur Gefahr werden, gibt Ines Advena von "Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft" zu bedenken: "Da möchte man dann keine Konflikte mehr oder wird einfach betriebsblind, da entwickelt sich eine gewisse Nähe und man drückt mal ein Auge zu. Die Gefahr ist zwangsläufig da."

"Sanftere" Betäubungsmethoden nicht erforscht

In Mega-Betrieben ist  die Fehlbetäubung nicht das Hauptproblem, sondern die große Panik und Todesangst der Tiere, während sie mit Kohlendioxid betäubt werden. Die Forschung zu "sanfteren" Betäubungsmethoden wird jedoch nicht mit voller Kraft vorangetrieben: Die Abschaffung von CO2 sei "aus wirtschaftlicher Sicht... nicht tragbar", schreibt dazu die EU.

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