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ZDFzoom - Trump & Putin: Komplott gegen Amerika?

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US-Präsident Trump sieht in den Russland-Ermittlungen eine "Hexenjagd". Eine ZDFzoom-Dokumentation kommt zu einem anderen Ergebnis: Die Wahlen 2016 wurden beeinflusst.

Donald Trump und Wladimir Putin
US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin im Juli dieses Jahres auf ihrem Gipfel-Treffen in Helsinki. Quelle: dpa

Was Amerika dieser Tage erlebt, gleicht einem Spionagethriller. Seit über einem Jahr hält die Russland-Affäre das Land in Atem. Mehrere Kongressausschüsse sowie der Sonderermittler Robert Mueller untersuchen die Rolle, die Russland bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 gespielt hat - und gehen dabei auch der Frage nach: Gab es Verbindungen und Absprachen zwischen Russland und Donald Trumps Wahlkampfteam?

Anfang 2017 - noch vor Donald Trumps Vereidigung - waren die US-Geheimdienste und das FBI in einem Bericht zu dem Ergebnis gekommen, dass Wladimir Putin eine Einflussoperation angeordnet hatte, um das Vertrauen der US-Bürger in den demokratischen Prozess zu schwächen, Hillary Clinton zu verleumden und Donald Trump zur Präsidentschaft zu verhelfen.

"Aggressiver Gebrauch der Sozialen Medien"

"Was diese Operation so einzigartig gemacht hat, waren ihre Breite und der Gebrauch digitaler Mittel, mit denen Einfluss auf die Wahl genommen wurde", sagt der damalige FBI-Direktor James Comey gegenüber dem Magazin ZDFzoom: "Der umfassende Gebrauch von Informationen, die durch Hacking erlangt worden waren, von Material, das über den Cyber-Vector entwendet und als Waffe benutzt wurde, und schließlich auch der aggressive Gebrauch der Sozialen Medien."

James Comey Interview
Ex-FBI-Chef James Comey Quelle: Ralph Alswang/American Broadcasting Companies, Inc./AP/dpa

Die Ermittlungen, die das FBI unter Comeys Führung begann, führen Sonderermittler Robert Mueller und sein Team weiter. Die Fragen, die Amerika seit der Veröffentlichung des Geheimdienst-Berichts beschäftigen, sind heute - eineinhalb Jahre nach Trumps Amtseinführung - drängender denn je. Und auch die Beweislage hat sich verdichtet: Mehr als 30 Personen und drei Firmen hat der Sonderermittler seit seiner Ernennung schon angeklagt, weit über 100 Anklagepunkte sind es insgesamt.

Anklage gegen zwölf russische Offiziere

Zuletzt erhob Mueller Anklage gegen zwölf Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes GRU. Ihnen wirft der Sonderermittler vor, während des Wahlkampfs 2016 E-Mails der Demokratischen Partei und des Clinton-Teams gehackt und dann veröffentlicht zu haben. Robert Muellers Anklageschriften, Berichte der Geheimdienste und die Untersuchungen verschiedener Kongressausschüsse haben inzwischen ein ziemlich genaues Bild von der russischen Einflussoperation gezeichnet.

Die Ermittler machen auch vor dem engsten Umfeld des Präsidenten nicht halt: Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort wurde inzwischen von einer Jury unter anderem wegen Steuerhinterziehung schuldig gesprochen. Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater des Präsidenten, Michael Flynn, kooperiert mit Mueller, ebenso wie George Papadopoulos, einst außenpolitischer Berater in Trumps Wahlkampfmannschaft.

Paul Manafort, ehemals Wahlkampfleiter von Trump. Archivbild
Paul Manafort, ehemals Wahlkampfleiter von Trump. (Archivbild) Quelle: Justin Lane/EPA/dpa

In einem separaten Verfahren in New York bekannte sich zudem Trumps früherer Anwalt und langjähriger Vertrauter, Michael Cohen, unter anderem wegen illegaler Wahlkampffinanzierung schuldig. Cohen belastete dabei auch Trump.

Mueller setzt das Puzzle Stück für Stück zusammen

Der Präsident sieht sich durch die Ermittlungen offenbar immer mehr in die Enge gedrängt: Fast täglich versucht er, die Arbeit des Mueller-Teams zu diskreditieren. Immer wieder bezeichnet er die Untersuchung als politisch motivierte "Hexenjagd". In aller Öffentlichkeit spielt Trump mit dem Gedanken, den Sonderermittler zu entlassen - was das Land wohl in eine Verfassungskrise stürzen würde.

Sonderermittler Robert Mueller. Archivbild
Sonderermittler Robert Mueller. (Archivbild) Quelle: J. Scott Applewhite/AP/dpa

Robert Mueller seinerseits lässt sich von den Attacken bisher offenbar nicht beirren: Stück für Stück setzen er und seine Mannschaft das Puzzle zusammen, das am Ende Aufschluss darüber geben soll, was im Wahlkampf 2016 tatsächlich geschah. Amerika, so scheint es, steuert auf eine große Konfrontation zu: zwischen Präsident Donald Trump und den rechtsstaatlichen Institutionen des Landes.

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