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Eurovision Song Contest - Opern-Pop und Heavy-Rock-Geschrei im Finale

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Australien und Island haben das erste ESC-Halbfinale bestimmt. Mit Opern-Pop und lautem Geschrei qualifizieren sie sich fürs Finale, für das es inzwischen ein paar Favoriten gibt.

Eurovision Song Contest 2019: Kate Miller-Heidke (Australien)
Eurovision Song Contest 2019: Kate Miller-Heidke (Australien)
Quelle: AP

Ok, es geht also auch brachial beim Eurovision Song Contest. Wütend, sehr wütend schreit der Sänger der isländischen Band Hatari: "Dieses Gelage ist maßlos." Also eigentlich schreit er die isländischen Worte "Svallid var hömlulaust". Aber damit meint er übersetzt eine Party, die völlig außer Kontrolle geraten ist. Mit so einem Gelage vergleicht die isländische Rockband, die ein bisschen an Rammstein erinnert, Europa. "Europa wird zusammenbrechen", singen sie also. Und kritisieren darüber hinaus auch gleich noch Kapitalismus und die israelische Politik.

Die Provokation ist Strategie. Die Isländer, die Schmuddelkinder des ESC, qualifizieren sich am Abend für das Finale des Eurovision Song Contest am Samstag. 17 Länder kämpfen in Tel Aviv im ersten ESC-Halbfinale um ein Finalticket. Neben Island qualifiziert sich auch Australien, das auch in diesem Jahr wieder von den Veranstaltern eingeladen wurde, für das Finale. Dort dürfte sich Australien in diesem Jahr wieder einmal ziemlich gut schlagen.

In den Wetten, die den Sieger in der Vergangenheit immer recht zuverlässig vorhersagen konnten, klettert der Opern-Popsong "Zero Gravity" von Kate Miller-Heidke immer weiter nach oben und zählt plötzlich zu einem der Mitfavoriten auf den Gesamtsieg. Auch wenn Opernarien beim ESC jetzt auch nicht gerade innovativ sind, muss man Australien dieses Jahr auf der Rechnung haben.

Moderner Pop aus der Tschechischen Republik

Acht weitere Länder schaffen am Abend den Sprung ins Finale: Unter anderem Griechenland mit einer Party-Nummer und die Tschechische Republik. Der farbenfrohe, hübsche und eingängigen Popsong "Friend of a friend" begeistert viele Zuschauer und ist einer der positiven Überraschungen des ersten Halbfinales. Gut läuft es auch für Zypern, den Zweitplatzierten des Vorjahres. Mit sehr ähnlichem Rezept versucht es Sängerin Tamta dieses Jahr gleich nochmals.

Ihr Song "Replay" eröffnet das erste Halbfinale, kommt bei den Fans in Tel Aviv gut an, klingt aber doch sehr wie "Fuego", also der Song von 2018. Sei‘s drum, auch Zypern darf am Samstag im Finale antreten – ebenso wie zum Beispiel Estland oder Serbien. Und auch Deutschland ist ebenso wie Mitfavorit Italien im Finale dabei.

Deutschland ist mit den "Sisters" fürs Finale gesetzt

Die beiden deutschen Sängerinnen Carlotta und Laurita, die das Duo "Sisters" bilden, sind gesetzt für Samstag. Deutschland muss als eines der fünf großen Länder nicht erst durch die Qualifikation in einem Halbfinale, was in diesem Jahr auch besonders gut ist. Denn der deutsche Song "Sister" liegt bisher in den Wetten weit hinten. Im deutschen Radio wird er so gut wie gar nicht gespielt.

Und wirklich eingängig ist er auch nicht gerade. Es droht wie in den Jahren 2013 bis 2017 wieder eine ziemlich schwache Platzierung für Deutschland. Und das, obwohl im Vorjahr Michael Schulte mit der Ballade "You let me walk alone" einen hervorragenden vierten Platz für Deutschland holen konnte.

Besser dürfte es für Russland, Schweden oder die Niederlande laufen. Zwar müssen sich alle drei erst noch im zweiten Halbfinale am Donnerstag für das Finale qualifizieren. Das dürfte aber reine Formsache sein. Zu stark sind ihre Songs. Insbesondere der niederländische Sänger Duncan Laurence gilt – noch zumindest – als Topfavorit. Seine anmutige Ballade "Arcade" ist einfach schön. Und bewegend. Sollte bei seinem Auftritt der Funken auf die Millionen Fernsehzuschauer überspringen, könnte er den ersten Sieg der Niederlande seit 1975 holen.

Deutschland - und die Favoriten beim ESC in Tel Aviv

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