Sie sind hier:

Zeichen auf Regierungswechsel - Dänen wählen neues Parlament

Datum:

Nach den Verlusten für die Sozialdemokraten bei der Europawahl könnten die dänischen Genossen für einen kleinen Lichtblick sorgen. Sie gehen als Favoriten in die Parlamentswahl.

Sozialdemokratin Mette Frederiksen gilt als Favoritin. Archiv
Sozialdemokratin Mette Frederiksen gilt als Favoritin. Archiv
Quelle: Olivier Hoslet/epa/dpa

Zehn Tage nach der Europawahl wählen die Dänen heute ein neues Parlament. Umfragen deuten auf einen Regierungswechsel in Kopenhagen hin. Die Sozialdemokratin Mette Frederiksen hat demnach gute Chancen, künftig Ministerpräsidentin von Dänemark zu werden.

In den vergangenen vier Jahren hatte diesen Posten der Liberale Lars Loekke Rasmussen inne. Er hatte die Wahl am 7. Mai ausgerufen und seitdem vergeblich versucht, seinen Rückstand in den Umfragen wettzumachen.

Hoffnungsschimmer für Liberale?

Loekkes Partei Venstre war bei der Europawahl am 26. Mai stärkste Kraft in Dänemark geworden, nachdem die ersten Prognosen am Wahlabend noch die Sozialdemokraten vorne gesehen hatten. Für Venstre war es das beste Ergebnis bei einer EU-Wahl überhaupt, für Loekke ein Hoffnungsschimmer dafür, dass es doch noch etwas werden könnte mit weiteren Jahren in der Regierung. Ob sich diese Hoffnungen bestätigen, ist allerdings sehr ungewiss.

Die jüngste Umfragen des Institus Voxmeter im Auftrag der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau sahen Frederiksens Sozialdemokraten bei knapp 30 Prozent, während Loekkes Liberale bei etwa 18,2 Prozent standen. Seit Monaten hat sich dieses Bild der klar führenden Sozialdemokraten manifestiert, Loekke konnte nicht wirklich aufholen. Dass er immer wieder auf die gute Situation Dänemarks und die Errungenschaften seiner Regierungszeit verwies, verfing beim Wähler bislang offenbar nicht.

Rechtspopulistische Partei stürzte bei Europawahl ab

Und nicht nur die Zahlen der beiden größten Parteien deuten auf einen Führungswechsel in Kopenhagen hin: Glaubt man den Umfragen, wird der sogenannte rote Block um Frederiksen um die 108 der 179 Mandate im Parlament bekommen, während der blaue Block um Loekke nur bei 67 liegt. Ein Grund dafür ist, dass die rechtspopulistische Dänische Volkspartei, die die Regierung bislang mit ihren Stimmen unterstützt hat, bei mauen 10 Prozent liegt. Das ist weniger als die Hälfte der 21,1 Prozent, die die Partei bei der vorangegangenen Parlamentswahl 2015 erzielt hatte. Bei der EU-Wahl hatte die Partei im Gegensatz zu anderen Rechtspopulisten in Europa eine Katastrophenwahl erlebt - von ihren 26,6 Prozent 2014 stürzte sie auf unter 11 Prozent ab. Ist damit bereits alles entschieden im Staate Dänemark?

Gewinnt Frederiksen, würde Skandinavien noch ein Stück sozialdemokratischer - in Schweden regiert mit Stefan Löfven ein Parteifreund, in Finnland hat mit Antti Rinne ein weiterer Sozialdemokrat das Ruder übernommen. Nach Loekkes Vorgängerin Helle Thorning-Schmidt wäre Frederiksen die zweite Ministerpräsidentin in der Geschichte Dänemarks.

Während die SPD hierzulande immer mehr Stimmen einbüßt, ist sie in Dänemark konstant erfolgreich. Woran liegt das?

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.