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Geld zurück bei Zugverspätung - Diese Rechte haben Bahnreisende

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Immer mehr Bahnkunden fordern wegen Zugverspätungen eine Entschädigung. Tatsächlich ist es gar nicht schwierig, die eigenen Rechte als Fahrgast geltend zu machen. Ein Überblick.

Hinweise auf Zugausfälle bei der Deutschen Bahn. Symbolbild.
Hinweise auf Zugausfälle bei der Deutschen Bahn. Symbolbild.
Quelle: Lino Mirgeler/dpa

Wer weiß, wie es geht, kann sich bei Verspätungen und Zugausfällen nicht nur sein Geld von der Deutschen Bahn zurückholen, sondern oft trotzdem noch sein Ziel erreichen.

  • Ab 20 Minuten Wenn Bahnreisende erwarten können, dass ihr Zug den Zielbahnhof mit einer Verspätung von mehr als 20 Minuten erreichen wird, verfällt die Zugbindung. Betroffene müssen dann nicht mehr die ursprünglich gebuchte Route einhalten und können auch den nächstbesten oder spätere Züge nehmen. Wer dann mit einem teureren Zug fährt (zum Beispiel statt des Regionalexpresses einen ICE), muss zunächst ein neues Ticket kaufen oder einen Aufpreis zahlen. Das bezahlte Geld kann er sich später aber wieder erstatten lassen. Als Beleg für entsprechende Verspätungen gelten beispielsweise die Angaben im Internet, in der Bahn-App, auf den Anzeigetafeln und in den Durchsagen. Länder-Tickets, das Schönes-Wochenende-Ticket und das Quer-durchs-Land-Ticket sind von der Regelung ausgenommen.
  • Ab 60 Minuten Bahnkunden, die mit einer Verspätung von mehr als einer Stunde am Ziel ankommen dürften, können sich dafür entscheiden, die Reise nicht anzutreten und sich den Fahrpreis erstatten lassen. Diejenigen, die schon unterwegs sind, können die Reise abbrechen und sich einen Anteil des Preises auszahlen lassen - oder zum Ausgangsbahnhof zurückkehren und den gesamten Preis zurückfordern. Wer sich entschließt, trotzdem weiterzufahren, hat Anrecht auf Erstattung eines Viertels des Fahrtpreises. Ab zwei Stunden Verspätung ist es die Hälfte. Für Zeitkarten und regionale Angebote gibt es Pauschalen.
Fahrgäste auf Bahnsteig
Quelle: dpa
  • Rückerstattungen einfordern Um eine Entschädigung zu bekommen, müssen sich Betroffene ein Fahrgastrechte-Formular besorgen und ausfüllen. Das Formular wird manchmal im Zug ausgeteilt, ansonsten bekommen die Fahrgäste es an der Information, im Reisezentrum oder im Internet zum Selbstausdrucken. Nach dem Ausfüllen müssen sie es zusammen mit der Fahrkarte oder einer Kopie bei einem Reisezentrum der Bahn abgeben, oder per Post an das Servicecenter Fahrgastrechte in Frankfurt am Main schicken. Das Servicecenter hat dann 28 Tage Zeit, den Antrag zu bearbeiten.
  • Verspätungen bestätigen lassen Kunden können Entschädigungen noch bis zu einem Jahr nach der Verspätung verlangen. Die Bahn empfiehlt, sich die Verspätung auf dem Formular von einem Schaffner oder dem Personal an einer Information bestätigen zu lassen. Bei Zeitkarten sowie Nichtantritt oder Abbruch der Reise wegen Verspätung ist das Pflicht. In den letzten beiden Fällen muss die Originalfahrkarte eingereicht werden. Entschädigungsbeträge von weniger als vier Euro werden nicht ausgezahlt. Wer mit einer Entscheidung des Servicecenters nicht einverstanden ist, kann sich an eine Schlichtungsstelle wenden.
  • Fahrgastrechte-Formular Haben Bahnreisende die 4,50 Euro für eine Reservierung investiert und fehlt dann der Wagen oder der ganze Zug fällt aus, so können sie sich das Geld wieder zurückholen. Dafür muss das Fahrgastrechte-Formular ausgefüllt sowie Originale des Fahrscheins und der Reservierung eingereicht werden. Hier geht es zum Link. Wem das dauernde Ausfüllen der Formulare zu aufwendig ist, der kann auf externe Dienstleister im Internet zurückgreifen. Diese fordern die Entschädigung dann ein. Allerdings kostet das Geld.

Der öffentliche Verkehr der Schweiz ist dem Deutschen voraus. Der Anspruch: aus dem hintersten Dorf in die Stadt in weniger als einer Stunde. Warum das Prinzip null Verspätung in der Schweiz funktioniert, sehen Sie hier im Video:

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4 min
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