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Mehr als 110 Festnahmen in Paris - Ausschreitungen zum "Gelbwesten"-Jahrestag

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Vor dem ersten Jahrestag ist es ruhig um die "Gelbwesten" geworden. Nun versucht die Bewegung wieder Schwung aufzunehmen. In Paris kommt es dabei zu Ausschreitungen.

vermummter Demonstrant in gelber Weste wirft Tränengasbehälter
Ausschreitungen zum Jahrestag der "Gelbwesten": Ein Demonstrant wirft einen Tränengasbehälter weg.
Quelle: dpa

Bei dem Versuch, der "Gelbwesten"-Bewegung in Frankreich zu ihrem ersten Jahrestag neuen Schwung zu verleihen, ist in Paris vereinzelt Gewalt aufgeflammt. In einigen Vierteln der französischen Hauptstadt wurden am Samstag Autos umgestoßen, Mülleimer in Brand gesetzt und Bushaltestellen verwüstet. In anderen Landesteilen blockierten "Gelbwesten" Straßen und Kreuzungen, um ihre Forderung nach weiteren Reformen zu bekräftigen. Mehr als Hundert Menschen wurden festgenommen.

Am frühen Nachmittag kam es an der Place d'Italie zu Ausschreitungen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Polizisten versuchten zeitweilig vergeblich, kleine, sehr mobile Gruppen von teilweise vermummten Randalierern auseinanderzutreiben. Demonstranten wurden verletzt, Feuerwehrleute an der Arbeit gehindert. Die Sicherheitskräfte setzten mehrfach Wasserwerfer gegen die Randalierer ein.

ZDF-Korrespondent Thomas Walde beobachtete auf Seiten der Vermummten einige Flaschenwürfe, die Polizei habe Tränengas eingesetzt. "Bislang: kein Vergleich zu Beginn der 'Bewegung'. Geringere Mobilisierung. Weniger Ausschreitungen." Am Nachmittag sagte der Polizeipräfekt von Paris, die Lage sei in allen Stadtteilen wieder ruhig, berichtete Walde.

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Pariser Polizei untersagt Demonstration, Ausschreitungen in Lyon

Die Polizeipräfektur kritisierte auf Twitter "die skandalöse Haltung der Demonstranten, die Feuerwehrleute mit Pflastersteinen bewerfen und ihr Eingreifen auf der Place d'Italie verzögern".

Wegen der Gewalt und der Ausschreitungen untersagte die Polizei eine für den Nachmittag angekündigte Demonstration, die an der Place d'Italie beginnen sollte. Am Nachmittag kehrte wieder Ruhe auf dem Platz ein. Bis 18 Uhr wurden in Paris nach Angaben des Polizeipräfekten 113 Menschen festgenommen.

Zum kommenden Jahrestag haben sich in Paris und anderen Städten zahlreiche Demonstranten versammelt, dabei kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

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Im Nordwesten von Paris griffen Sicherheitskräfte in der Nähe der Porte de Champerret ein, als mehrere Dutzend "Gelbwesten" kurzzeitig die Stadtautobahn besetzten. "Das wird knallen, das wird knallen", skandierten die Demonstranten. "Wir sind da, auch wenn Macron das nicht will", riefen sie an die Adresse von Staatspräsident Emmanuel Macron.

Mehrere Metro-Stationen waren geschlossen, die Prachtmeile Champs Elysées war für Demonstranten gesperrt. Dort blieb es am Samstag zunächst ruhig. Im Südosten des Landes wurden mehrere Kreuzungen besetzt, ebenso in der Normandie, in Caen, Rouen und in der Bretagne. Ausschreitungen gab es in Bordeaux und in Lyon. Landesweit hatte die Bewegung für dieses Wochenende 270 Blockade-Aktionen an Kreisverkehren und auf Straßen angekündigt.

Demonstrant mit gelber Weste und gelber Maske über dem Gesicht
Ein Demonstrant der "Gelbwesten" am Samstag in Paris.
Quelle: dpa

Was die "Gelbwesten" zum Jahrestag versuchen

"Einige Tausend 'Gelbwesten' versuchen zum ersten Jahrestag ihrer Demos in mehreren Städten Frankreichs die Bewegung wiederzubeleben", erklärt ZDF-Korrespondent Thomas Walde. "Zuletzt hatte sie massiv an Bedeutung verloren, nachdem die Regierung soziale Maßnahmen im Wert von 17 Milliarden Euro verabschiedet hatte." Die Kaufkraft sei in Frankreich 2019 um 2,4 Prozent gestiegen. "Die Wirtschaft wächst und schafft neue Jobs. Die Arbeitslosigkeit sank."

Zum ersten landesweiten Protesttag am 17. November 2018 waren nach offiziellen Angaben mehr als 280.000 Demonstranten in gelben Warnwesten auf die Straßen geströmt, um gegen hohe Kraftstoffpreise und soziale Ungleichheit vorzugehen. Ihr Hauptziel haben die "Gelbwesten" nicht erreicht: Den Rücktritt Macrons, der für sie ein "Präsident der Reichen" ist.

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