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Kampf um die Parteispitze - Zwei Frauen: Angetreten, um die SPD zu retten

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Das Duell um den SPD-Vorsitz ist auch ein Duell zweier Frauen: Saskia Esken und Klara Geywitz. Was will die Eine? Was die Andere?

Saskia Esken will mit Norbert Walter-Borjans an die Spitze der SPD. Sie traut sich das zu, sagt sie im ZDF: "Ich habe im Leben schon viele neue Dinge angefangen."

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Es gärt schon lange in ihr. Die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken sorgt sich seit geraumer Zeit um den Abwärtstrend der SPD. Als dann auch noch Andrea Nahles das Handtuch warf und die SPD basisdemokratisch den nächsten Vorsitzenden wählen wollte, war ihr klar, da macht sie mit. Bloß mit wem? Ein Spitzenduo wurde gesucht, Mann und Frau. Die SPD passt sich dem Zeitgeist an.

Kurzum, Esken entschied sich für Norbert Walter-Borjans, den ehemaligen Finanzminister aus NRW, der mit seiner Steuer-CD als Robin Hood in die Finanzgeschichte eingeht. Er, so findet sie, passt am besten zu ihrem linken Profil. Deshalb schickte sie ihm kurzerhand eine SMS. Jetzt stehen beide in der Stichwahl.

Geywitz will SPD-Profil schärfen

Ganz anders war es bei Klara Geywitz. Die ehemalige brandenburgische Landtagsabgeordnete ist mit der Ehefrau von Olaf Scholz befreundet. Als sich das Kandidatenfeld nur mit Genossen aus der zweiten und dritten Reihe füllte, fand sie, es fehlt ein Prominenter mit Regierungskompetenz. Nach einem anfänglichen Nein ließ er sich breitschlagen und entschied sich, Geywitz mit ins Boot zu holen. Er, der Erfahrene, sie, der frische Wind mit ostdeutscher Biografie.

Geywitz steht für eine inhaltliche Profilschärfung auch innerhalb der großen Koalition. Es sei besser zu regieren als zu opponieren, auch wenn am Ende immer ein Kompromiss stünde. Esken dagegen möchte die SPD wieder klar nach links rücken. Sollte der Koalitionspartner nicht bereit sein, den Koalitionsvertrag um wichtige SPD-Projekte zu ergänzen, empfiehlt sie das Aus.

Klara Geywitz, Kandidatin für den SPD-Vorsitz, will der SPD wieder ein klares Profil verpassen. Sie wolle, dass die Leute auf der Straße konkrete Punkte mit der SPD verbinden, sagt sie im ZDF.

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Esken und Geywitz versprechen mehr Solidarität

Es eint beide die Sorge, der SPD könnte das Volk davonlaufen. Esken glaubt, die Fehler der Vergangenheit seien die Ursache für die Spirale nach unten, von der sich die Partei nicht erholt. Die Agenda 2010, die Hartz-4-Gesetze, der Niedriglohnsektor - all diese Weichenstellungen hätten die Mitglieder und Wähler in Scharen davongetrieben. Geywitz dagegen blickt nicht zurück im Zorn, sondern will nach vorne schauen - auf die Projekte der Zukunft blicken: Kindergrundsicherung, Gleichstellung von Frauen und Männern, einen Rechtsanspruch auf eine weitere Ausbildung im Alter.

Eines haben sie sich alle in die Hand versprochen. Solidarischer miteinander umzugehen. Hart in der Sache, aber fair. Teamwork ohne Ausgrenzung. Am Ende des Prozesses sollen die Verlierer eingebunden werden. Zwei Frauen, die hoch hinaus wollen. Eine Hinterbänklerin, eine Abgewählte. Im Schatten ihrer männlichen Mitbewerber. Angetreten, um die SPD zu retten. Kurswechsel oder weiter so. Noch eine knappe Woche, dann steht das Ergebnis fest. Rund 425.000 SPD-Mitglieder sind aufgerufen, eine neue Parteispitze zu wählen.

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