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Orang-Utans in Indonesien - Neue Chance für Affenbabys

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Tierschützer haben in Indonesien zwei Orang-Utan-Babys aus Gefangenschaft befreit. Die Mütter der Äffchen wurden vermutlich getötet. Der illegale Tierhandel ist zu einer der größten Bedrohungen für Orang-Utans geworden.

Menschenaffe Taymur sieht zum ersten Mal den Regenwald! Sein bisheriges Leben: Geschmuggelt, unter Drogen gesetzt, kalter Entzug. Doch das Martyrium ist vorbei – das ist seine Geschichte.

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Das kleine Orang-Utan-Mädchen hat keinen Namen. Es scheint drei Jahre alt zu sein und ist offensichtlich unterernährt. Das Rettungsteam der Tierschutzorganisation "Borneo Orangutan Survival“ (BOS) hat das winzige, rothaarige Äffchen gestern im Dorf Teluk Nyatu entdeckt. Einwohner haben es als Haustier gehalten. Obwohl es in Indonesien verboten ist, einen Orang-Utan zu besitzen, finden die Rettungsteams immer wieder Tiere in Hühnerställen, Käfigen oder an Zäune gekettet. Einen kleinen Orang-Utan zu besitzen, gilt in Indonesien als Statussymbol.

Die Gefahr der Palmölplantagen

Andreas Kynast
Andreas Kynast Quelle: ZDF/Jule Roehr

Vor allem auf der Insel Borneo blüht das Geschäft mit dem illegalen Tierhandel. Mindestens zweimal im Monat rückt das BOS-Team aus, um kleine Orang-Utan-Waisen zu befreien. In den meisten Fällen wurden die Mütter von Wilderern oder Plantagenarbeitern getötet. Auf den sich immer weiter ausbreitenden Palmölplantagen sind Orang-Utans leichte Beute, weil sie auf der Suche nach Nahrung in ihrer Not auch die Setzlinge der Ölpalmen fressen.

Das kleine, gerettete Weibchen wird noch vor Ort von einer Tierärztin untersucht und dann in die Rettungsstation Nyaru Menteng gebracht. Die Station liegt inmitten eines noch intakten Regenwalds und ist Heimat für Dutzende Orang-Utan-Waisen geworden. Tierpfleger bringen den Äffchen hier bei, was sie normalerweise von ihren Müttern lernen: Futter suchen, Feinde erkennen, Nester bauen. Ungefähr sieben Jahre dauert die Waldschule, dann können viele der Tiere ausgewildert werden. Mit Hilfe von Spendengeldern hat BOS dafür streng bewachte Flächen Regenwald gepachtet.

Baby Topan geht es anfangs sehr schlecht

Heute, nur einen Tag später der nächste Einsatz. Im Dorf Sigi macht das Team eine noch traurigere Entdeckung: ein winziger Orang-Utan, der gerade einmal neun Monate alt zu sein scheint. Der Tierarzt Arga Sawung Kusuma ist sichtlich schockiert, als er den alarmierend dehydrierten und unterernährten Säugling untersucht. In der Rettungsstation bekommt das Baby Vitamine und Milch – und einen Namen: Topan. Die BOS-Ärzte haben viel Erfahrung im Umgang mit den oft schwer traumatisierten Äffchen. Aber der Anblick des entkräfteten Topan schnürt den Experten die Kehle zu.

Die zwei Neuzugänge werden zunächst unter Quarantäne gestellt und in der BOS-eigenen Klinik untersucht und geimpft. Oft leiden die Tiere an Krankheiten wie Tuberkulose oder Hepatitis, mit denen sie sich auch beim Menschen anstecken können. Viele sind von Parasiten befallen. Dann beginnt für Topan und das noch namenlose Weibchen endlich der Orang-Utan-Alltag: Klettern, Herumalbern, Lernen. Das Mädchen und der Junge sind der 18. und 19. Orang-Utan, die in diesem Jahr in das Schutzzentrum aufgenommen wurden.

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