Sie sind hier:

Unwetter über Deutschland - Zwei Tote - Sturm legt Züge lahm

Datum:

Sturm über Deutschland: Schwere Unwetter sind erst über den Nordosten hinweggezogen  und haben dann Mitteldeutschland erreicht. Zwei Menschen kamen ums Leben. Züge standen still,  in Hamburg wurde gar ein Tornado gesichtet - und es ist noch nicht zu Ende.

In Deutschland haben sich bereits jede Menge Unwetter entladen, und es sollen noch weitere folgen. Schon gegen Mittag hat es den Norden getroffen, vor allem die Gegend um Hamburg.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Ein heftiger Sturm und starke Regenfälle haben am Donnerstag in Norddeutschland gewütet. Mindestens zwei Menschen starben durch umstürzenden Bäume. Die Orkanböen, der heftige Regen und Hagel ließen zeitweise auch den Zugverkehr im Norden stillstehen. Während der Fernverkehr am Abend wieder rollte, halten die Behinderungen im Nahverkehr teilweise auch am Freitag noch an. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnete auch am Abend und in der Nacht weiterhin mit schweren Gewittern im Norden.

Von Eiche erschlagen

Ein 50-jähriger Mann wurde am Mittag in Holdenstedt bei Uelzen auf einem Parkplatz von einer herabstürzenden Eiche erschlagen, als er in seinem Auto wartete. Seine Frau neben ihm musste den Unfall mit ansehen, sie wurde nur leicht verletzt.

Im Kreis Gifhorn starb eine 83 Jahre alte Frau, nachdem sie mit ihrem Auto durch das Geäst eines umgestürzten Baumes gefahren war. Der Baum müsse unmittelbar vor der Frau in Alt Isenbüttel auf die Bundesstraße 244 gekippt sein, teilte die Polizei am Abend mit. Die gesamte Dachpartie des Autos sei eingedrückt worden.

Feuerwehr: Weniger Schäden

Glück hatten Zehntausende Besucher des Rockfestivals "Hurricane" in Scheeßel zwischen Hamburg und Bremen. Dort baten die Veranstalter zwar am Morgen alle Festivalgäste inständig darum, wegen des erwarteten Unwetters so spät wie möglich anzureisen. Tatsächlich gab es im Kreis Rotenburg nach Auskunft der Feuerwehr aber deutlich weniger Schäden als anderswo.

Julia (24) aus Hamburg kam mit einer Handvoll anderer Gäste während des Unwetters eine halbe Stunde bei einem Landwirt direkt neben dem Festivalgelände unter. "Ein netter Bauer hat uns seinen Schuppen zur Verfügung gestellt", berichtete die junge Frau. Im vergangenen Jahr hatte das Festivalgelände in Scheeßel großflächig unter Wasser gestanden, viele Zelte der Besucher soffen ab. "Wenn man das letzte Jahr miterlebt hat, macht man sich heute nicht so viele Gedanken", sagte Julia.

Größte Verwüstungen im Kreis Harburg

Im Kreis Harburg gab es die größten Verwüstungen in Niedersachsen, nach ersten Erkenntnissen aber keine Verletzten. Dächer wurden abgedeckt, Scheunen fielen in sich zusammen, bis zum Mittag gab es 250 Einsätze für die Feuerwehr. In Fliegenberg an der Elbe wurde eine Schafherde unter umgestürzten Bäumen begraben, zahlreiche Tiere verendeten. "Die Spuren sprechen ein deutliches Bild hier. Das war ein Tornado-Ereignis", sagte Feuerwehrsprecher Matthias Köhlbrandt. Der DWD konnte das zunächst nicht bestätigen, er sprach von einer großflächigen Gewitterzelle in dem Ort.

Auch in Hamburg wurde der Tornado beobachtet, dort gab es zunächst keine Berichte über Schäden. Der DWD berichtete, Meteorologen hätten den typischen Luftschlauch eines Wirbelsturms gesichtet, der aber nur kurz angehalten habe.

Umgestürzte Bäume

Für viele Bahnreisende ging durch das Unwetter in Norddeutschland nichts mehr: Umgestürzte Bäume legten beinahe alle ICE-Strecken im Norden lahm. Die Strecken Hamburg-Berlin, Hamburg-Hannover, Bremen-Hannover und Hannover-Wolfsburg-Berlin wurden unterbrochen. Erst am Abend normalisierte sich der Verkehr wieder. Im Nahverkehr dauert es teilweise bis Freitag, bis alles wieder nach Plan läuft.

Das regionalen Bahnunternehmen Metronom teilte mit, durch umgestürzte Bäume seien Strecken kaum oder nur mit großen Einschränkungen zu befahren. Betroffen waren die Linien von Uelzen, Bremen und Cuxhaven nach Hamburg. Auch das Festival in Scheeßel war am Donnerstag wegen des Unwetters nicht mehr mit der Bahn zu erreichen.

Behinderungen auf der A7

Auf den Autobahnen in Niedersachsen gab es Behinderungen auf der A7 zwischen Hamburg und Hannover, dort warnte die Verkehrsmanagementzentrale vor Gefahr durch umgestürzte Bäume zwischen Evendorf und Bispingen. Ein Baum bremste auch den Verkehr auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen bei Hollenstedt aus.

Der Wetterdienst sagte weitere schwere Gewitter für den Norden voraus. "Es bleibt spannend", sagte Meteorologe Thomas Ruppert. "Am Abend und in der Nacht drohen im Norden weiterhin Gewitter mit Hagel und Starkregen." Für Festivalbesucher sei ein Unwetter im Freien natürlich gefährlich, etwa wenn Blitze einschlügen oder Panik wegen des Wetters aufkomme.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.