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Zehn Bäume gegen rechte Gewalt - Zwickau schafft neuen Gedenkort für NSU-Opfer

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Im Oktober hat in Zwickau ein Unbekannter den Gedenkbaum für das NSU-Opfer Enver Simsek abgesägt. An seiner Stelle erinnern nun zehn Bäume an die Mordopfer der Neonazi-Terrorzelle.

Unbekannte haben im Oktober einen Gedenkort für die NSU-Mordopfer zerstört. Nun hat die Stadt dort ein neues Mahnmal eingeweiht: Zehn Bäume sollen an die Mordopfer der Neonazi-Terrorzelle erinnern. In Zwickau hatte das NSU-Trio jahrelang gelebt.

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Nach der Zerstörung eines ersten Gedenkortes für die NSU-Mordopfer ist am Sonntag in Zwickau ein neues Denkmal eingeweiht worden. An jedem der zehn für die Opfer gepflanzten Bäume wurde eine Gedenkplatte in den Boden eingelassen, wie ein Sprecher der Stadt dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. In einer Schweigeminute wurde der Opfer gedacht. Auf den Bodenplatten stehen unter anderem Namen, Alter und Beruf.

Merkel und Kretschmer wollen Gedenkort besuchen

Ein erster Gedenkbaum für den ermordeten Blumenhändler Enver Simsek war Anfang Oktober in Zwickau abgesägt worden. Am achten Jahrestag der Selbstenttarnung der rechtsextremen Terrorgruppe an diesem Montag will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Gedenkort besuchen. Auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wird in Zwickau erwartet.

Das Absägen des Gedenkbaumes hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) sprach von einer "ruchlosen Tat". In Zwickau war bereits 2016 ein anderes Denkmal für die Opfer des NSU zerstört worden.

"Die Öffentlichkeit ist gegenüber rechtem Gedankengut aufmerksamer geworden", so die Oberbürgermeisterin von Zwickau, Pia Findeiß, über das erneuerte NSU-Denkmal. Um Beschädigungen künftig zu verhindern, sei auch "die engagierte Bürgerschaft gefragt".

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Simsek war das erste von insgesamt zehn Opfern der Mordserie des rechtsterroristischen "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) von 2000 bis 2011. Die Terrorzelle der Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatte fast 14 Jahre lang im Untergrund gelebt, zuletzt in Zwickau.

Mit dem Gedenkort im Zwickauer Schwanenteichpark will die Stadt nach eigenen Angaben ein "starkes Zeichen für mehr Toleranz und gegen das Vergessen der menschenverachtenden NSU-Taten" setzen. Die Bäume waren seit Anfang der Woche gepflanzt worden und wurden seither rund um die Uhr bewacht.

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