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Gedenktag 9. November - "Ein Aufruf, Demokratie zu verteidigen"

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An vielen Orten wird heute an die Opfer der NS-Novemberpogrome vor 82 Jahren und an den Fall der Berliner Mauer vor 31 Jahren erinnert. Ein Schicksalstag, der bis heute nachwirkt.

Mauerfall DDR
Menschen feiern den Mauerfall vor dem Brandenburger Tor in Berlin am 9. November1989.
Quelle: dpa

Der 9. November führt wie kein anderes Datum den Deutschen Licht und Schatten ihrer Vergangenheit vor Augen: die Ausrufung der ersten deutschen Republik 1918, den Hitler-Putsch 1923, die Novemberpogrome 1938 und den Fall der Mauer 1989.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte zum Gedenktag:

Wir müssen noch mehr tun, um die Erinnerung an die Abgründe der deutschen Geschichte wachzuhalten, an Diktatur und Krieg, vor allem an den millionenfachen Mord an den Juden Europas.

Der 9. November - ein Schicksaltag, der bis heute tiefe Spuren hinterlässt.

9. November "Schicksalstag" der Deutschen

9. November 1989 - der Fall der Berliner Mauer

Am 9. November 1989 wird in Berlin Geschichte geschrieben. Die Mauer fällt.

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Heute vor 31 Jahren fiel die Berliner Mauer und mit ihr die DDR. "Man kann durch die Aufarbeitung der Vergangenheit die Sinne schärfen für die Gegenwart und für die Grundrechte", sagt Roland Jahn, Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen dem Gedenktag. "Wenn Menschen behaupten, man könne heute nicht mehr alles sagen, dann können wir ihnen anhand der DDR-Geschichte den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur erläutern."

Der Sprecher des Niedersächsischen Netzwerkes für SED- und Stasiopfer, der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Büttner, fordert unbürokratische Hilfen für Opfer. "Die Betroffenen werden immer älter", sagt er. Nicht wenige hätten bis heute materielle Sorgen. Nötig sei ein Sonderfonds für Einzelfälle.

In der Gedenkstätte Berliner Mauer soll mit Rosen und Kerzen, aber wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum an die Öffnung der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin am 9. November 1989 erinnert werden.

9. November 1938 - die Pogromnacht

Am 9. November 1938 kommt es zu Gewaltexzessen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Jahrestag der Pogromnacht zu konsequentem Handeln gegen Antisemitismus in Deutschland aufgerufen. "Es beschämt mich, dass ein tödlicher Angriff auf die Synagoge in Halle vor einem Jahr an Jom Kippur nur durch eine schwere Holztür verhindert wurde." Er betonte: "Wir müssen handeln."

Die antisemitische Gewalt des 9. November 1938 wirkt nach Einschätzung des Internationalen Auschwitz-Komitees auch nach fast 80 Jahren nach. "Gerade deshalb engagieren sich Juden gegen den aufflammenden antisemitischen Hass", sagt Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner. Dass dieser Hass sich aus rechtsextremen und islamistischen Quellen "speist und gegenseitig stimuliert, ist für Überlebende des Holocaust ebenso verstörend wie die antisemitischen Verschwörungslügen, die gerade in diesen Tagen bei Demonstrationen auf offene Ohren stoßen".

Für Überlebende des Holocaust sei deshalb der 9. November 1938 kein historisches Datum des Gedenkens allein, sondern "ein Aufruf, Demokratie und Toleranz immer wieder gegen den Hass und gegen die Gleichgültigkeit zu verteidigen", unterstrich Heubner.

Gedenkveranstaltungen für Opfer des Nationalsozialismus und der Pogromnacht vom 9. November 1938 sind unter anderem in Berlin, Potsdam und Weimar geplant.

9. November 1918 - die Novemberrevolution

Als die Marineführung trotz Niederlage Kriegsschiffe einsetzen will, führt das zum Kieler Matrosenaufstand und einer Revolution.

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Überlagert wird die Erinnerung aber auch von einem anderen Moment der deutschen Geschichte: der Novemberrevolution, dem Ende der Monarchie und der Ausrufung der Republik in Berlin am 9. November 1918. Dieser Tag, an dem der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann vom Berliner Reichstagsgebäude aus die Republik ausrief, gilt als die Geburtsstunde der parlamentarischen Demokratie in Deutschland.

Dennoch habe er in der Erinnerungskultur der Deutschen nie den Platz gefunden, der ihm zustehe, kritisiert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Weimarer Republik werde fast nie von ihrem Anfang und von ihren Chancen her gedacht, sondern meist ausgehend von ihrem Ende im Jahr 1933 durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten.

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