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20 Jahre 9/11 - US-Literatur - Terror, Trauma und Fiktion

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Der 11. September hat nicht nur den Lauf der Geschichte verändert. Bis heute hält er auch die US-amerikanische Gegenwartsliteratur in Bann. Ein Einblick.

Die Bilder der Flugzeuge, die am 11. September 2001 ins New Yorker World Trade Center einschlugen, haben sich eingebrannt. Wie hat 9/11 die Welt verändert?

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Flugzeuge, die in Hochhäuser fliegen und Menschen, die aus dem Fenster springen, eine Wolke aus Asche, die New York einhüllt. Bilder wie aus einem Hollywood-Film. Und doch grausame Realität.

Wieder präsenter durch aktuelle Ereignisse

Unmittelbar nach dem 11. September gab es nur vereinzelt fiktionale Auseinandersetzungen mit diesem kollektiven Trauma. Heute, 20 Jahre später, gibt es in den USA eine Fülle an Gegenwartsliteratur, die um den Anschlag vom 11. September 2001 kreist.

Der Sieg der Taliban in Afghanistan hat die Folgen des Anschlags wieder in den Mittelpunkt gerückt - auch literarisch. "Es ist unglaublich schmerzhaft zu sehen, dass Kabul an die Taliban gefallen ist.

Und der Tod der Marines am Flughafen - einer der getöteten Soldaten war erst 19 Jahre alt. Als er starb, war der Krieg älter als er selbst.
Phil Klay, Schriftsteller

Der Krieg als falsches Versprechen

Der Schriftsteller hat als Soldat im Irak gekämpft und in seinen Romanen den "Krieg gegen den Terror" literarisch verarbeitet, die Entfremdung beschrieben, wenn Soldaten aus den brutalen Schlachten heimkehren.

"Dieser Anschlag sollte die USA und deren Verbündete wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich schwächen", so Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent, zum 20. Jahrestag des 9/11-Anschlags in den USA.

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Fast sein ganzes Erwachsenenleben habe sich um die Kriege gedreht, in die sich Amerika als Antwort auf die Ereignisse verstrickte. Betrachte man heute Amerikas Präsenz in der Welt, sei es unmöglich, nicht an 9/11 zu denken. "An den schrecklichen, sinnlosen Tod. An das, was wir als Antwort auf den 11. September getan haben."

Die letzten 20 Jahre haben immer wieder gezeigt, dass das Gefühl, mit dem Krieg einen Schlusstrich setzen zu können, ein falsches Versprechen ist.
Phil Klay, Schriftsteller

Denn die Gewalt findet kein Ende, sie setzt sich fort - nicht nur außerhalb der Grenzen der USA. Wie soll man einen Roman nach 9/11 schreiben, der in Amerika spielt, ohne dieses Ereignis zu thematisieren?

Veränderung in der Gesellschaft

"Die Antwort auf diese Frage lautet: Die Geschichte hat für mich entschieden. Zu erzählen, dass eine Familie zu der Zeit in die USA zieht, ohne den 11. September zu thematisieren, wäre unmöglich", sagt Hala Alyan.

Wer New York am 11. September 2001 erlebte, hat meist minutiöse Erinnerungen. Manche überlebten den Terroranschlag nur knapp, viele verloren geliebte Menschen.

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Die Schriftstellerin mit arabischen Wurzeln beschreibt in ihrer Familiensaga "Häuser aus Sand" Ressentiments gegen Fremde nach den Anschlägen. Die Figuren in ihrem Roman würden als "irgendwie anders" identifiziert werden.

Nach 9/11 erleben sie Rassismus gegenüber Menschen, die arabisch, muslimisch aussehen oder einfach nur dunklere Haut haben. Leider gab es diesen rassistischen Rückschlag, der sich im Land ausbreitete.
Hala Alyan, Schriftstellerin
Eine Explosion am World Trade Center in New York, während des Terroranschlags am 11. September 2001.

Nachrichten | Panorama - 9/11: Der Tag vor 20 Jahren in Bildern 

New York, 11. September 2001, 8:46 Uhr Ortszeit: Eine Boeing 767 rast in den Nordturm des World Trade Centers - der Terrorangriff auf die USA beginnt. Der Tag von 9/11 in Bildern.

(K)ein Platz für das Trauma

Auch Siri Hustvedt hat die Symptome eines Post-9/11-Zeitgeist in ihren Romanen verarbeitet. Die Leerstelle in Manhattan. Das Trauma, verdrängt von Feindbildern, populistischer Rhetorik und Verschwörungsmythen.

Auch 20 Jahre nach der Katastrophe sind nicht alle Wunden verheilt. Zeitzeugen und Nachkommen der Opfer spüren die Auswirkungen der Anschläge noch immer.

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7 min
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"Wenn traumatische Ereignisse in deinem Denken keinen Platz haben, ist so etwas herausfordernd. Oder wenn man die USA für einen besonders geschützten Ort hält."

Dieses Denken hat nie meine Fantasie bestimmt: Denn wir alle sind verletzlich.
Siri Hustvedt, US-amerikanische Schriftstellerin

Die Dimension der Attacken: ein Schock. Aber war die Reaktion der USA darauf wirklich einzigartig, der militärische Rachefeldzug nicht vorhersehbar? "9/11 war für mich kein isoliertes Ereignis, für mich ein völlig falscher Ansatz, wenn man es verstehen will. Damals wie heute habe ich das gefühlt", so Hustvedt.

"Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen", schrieb einst der Schriftsteller William Faulkner. Ein Satz, der kaum besser passen könnte auf die USA und den 11. September im Spiegel der Literatur.

auslandsjournal

Politik | auslandsjournal - auslandsjournal extra vom 9. September 2021 

"auslandsjournal extra" zeigt politische Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen in den Ländern der Welt.

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