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Ab wann E-Autos fast klimaneutral sind

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Studie zu E-Mobilität - Ab wann E-Autos fast klimaneutral sind

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Die Zahl der E-Autos nimmt zu. Klimaneutral sind die Stromer zwar noch nicht. Nach einer EU- Studie könnten sie es bis 2050 aber annähernd sein - wenn die Voraussetzungen stimmen.

Ein Elektroauto wird geladen (Archiv)
Quelle: dpa

E-Autos stecken mit einem Anteil von 6,4 Prozent an allen Neuzulassungen noch immer in der Nische. Trotzdem sprechen die neuen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes eine deutliche Sprache: Gut 16.000 E-Autos wurden im August zugelassen, 221,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat - und das, obwohl in der Corona-Krise die Neuzulassungen insgesamt um 20 Prozent eingebrochen sind. Der Trend zum E-Auto hält also an.

Zweifelnde Autofahrer

Die Skepsis bei vielen Autofahrern allerdings auch. Kann der Stromer wirklich die Verkehrswende voranbringen? Daran wird immer wieder gezweifelt.

Zu Unrecht, geht es nach einer neue Studie im Auftrag der EU-Kommission, an der auch das ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg beteiligt war. E-Autos sind danach schon heute deutlich klimafreundlicher als Verbrenner. Und bis 2050 könnten sie "fast CO2-frei" sein. Während ein elektrobetriebener Mittelklassewagen 2020 über seinen gesamten Lebenszyklus 120 Gramm CO2-Äquivalente je Kilometer ausstößt, könnte der Wert auf nur noch 33 Gramm sinken.

Dazu müssen aber zwei Voraussetzungen gegeben sein. Erstens: Der Strom für Herstellung und Betrieb muss bis dahin fast vollständig aus erneuerbaren Quellen kommen. Kirsten Biemann vom ifeu-Institut sagt:

Die Energiewende ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass der Verkehr klimaneutrale Antriebsenergie erhält und sollte daher aktiv vorangetrieben werden.
Kirsten Biemann

Und: Die EU müsse eine "nachhaltige Wertschöpfungskette für Elektroantriebe in Europa entwickeln". Das schließt deutlich mehr Recycling ein.

Im Rahmen des Corona-Konjunkturprogramms hat die Regierung die Mehrwertsteuer gesenkt und die finanzielle Förderung von E-Autos verdoppelt. Dazu ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann.

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Problematische Rohstoffe

Denn bei der Herstellung schneiden E-Autos noch immer schlechter ab als Autos mit Verbrennungsmotor. Antrieb und Batterie sind auf Ressourcen wie Kupfer, Nickel, Kobalt und Lithium angewiesen. Diese Rohstoffe werden zum Teil unter unfairen und nicht nachhaltigen Bedingungen gefördert. Lieferwege sind lang, der Aufwand zudem hoch. Biemann: "Insbesondere die Zellfertigung ist aktuell oft noch mit hohen Energieverbräuchen verbunden."

Das könnte sich künftig ändern. Geforscht wird bereits an Alternativen, etwa an Batterien, die mit weniger oder gar keinem Kobalt und Lithium auskommen. "Aktuelle Entwicklungen versuchen vor allem die Energiedichten der Fahrzeugbatterien zu steigern, so dass mit weniger Material mehr Batteriekapazität erreicht werden kann", so Kirsten Biemann.

Weg mit Diesel und Benziner - her mit angeblich umweltfreundlichen Elektroautos lautet das Mantra von Politik und Medien. Doch auch die Elektromobilität scheint nicht so "sauber".

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E-Auto schon jetzt besser

Bisher "überholt" das E-Auto Benziner und Diesel erst im Betrieb. Dennoch: "Studien zeigen, dass bereits heute ein Elektroauto in Deutschland trotz seines höheren Aufwandes für die Herstellung gegenüber einem Verbrenner über den gesamten Lebensweg besser abschneidet", sagt Biemann. Ab wie vielen Kilometern Laufzeit genau, ist umstritten. Aber: Wenn berücksichtigt wird, dass der Öko-Strom-Anteil über die Jahre deutlich wächst, könne der Klimavorteil bei 25 bis 30 Prozent gegenüber dem Verbrenner liegen, so die Mobilitätsforscherin.

Wissenschaftler der Technischen Universität Eindhoven sehen ihn für Deutschland sogar noch höher und kommen auf 54 bis 82 Prozent. Sie gehen davon aus, dass in den meisten Studien der Energieverbrauch bei der Batterieherstellung überschätzt und die Laufzeit unterschätzt werden. Beides habe sich in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Unstrittig ist: Noch ist auch beim E-Auto Luft nach oben. Mit dem Green Deal will die EU-Kommission Europa bis 2050 klimaneutral machen. Das schließt auch den Verkehrssektor mit ein. Die neue Studie soll der Politik dazu eine "robuste Datenbasis" geben.

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion.

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