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Adoption im Wandel - Weniger Adoptivkinder aus dem Ausland

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In Deutschland werden immer weniger Kinder adoptiert – vor allem aus dem Ausland. Dafür steigt die Zahl der Stiefkindadoptionen. Eine Suche nach den Gründen.

Ein kleines Kind mit ihren Eltern auf einem Spielplatz (Archivfoto)
2020 wurden in Deutschland rund 3.800 Kinder adoptiert – 1995 waren es noch 7.970.
Quelle: dpa

Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist über die Jahre stark zurückgegangen – innerhalb von 25 Jahren hat sie sich halbiert. Die Gründe sind vielfältig. Nachfragen bei einer, die es wissen muss: Iris Egger-Otholt leitet die Gemeinsame Zentrale Adoptionsstelle Rheinland-Pfalz und Hessen.

"Viele haben heute einfach deutlich bessere Möglichkeiten, ein eigenes Kind zu bekommen", sagt die Expertin. So gebe es heute immer mehr künstliche Befruchtungen. Seit 1994 hat sich ihre Zahl laut Deutschen IVF-Register in Düsseldorf fast verfünffacht.

Adoptionen aus dem Ausland erschwert

Der Fortschritt in der Reproduktionsmedizin ist laut Egger-Otholt ein wichtiger Grund für den Rückgang von internationalen Adoptionen. Es werde zunehmend versucht, die Adoptivkinder im Herkunftsland zu vermitteln. "Das ist ja auch sinnvoll, da ihnen die Kultur, die Sprache, das Land und die Religion erhalten bleiben."

Ein weiterer Grund sei das neue seit dem 1. April geltende Adoptionshilfegesetz. Seitdem ist es beispielsweise ausdrücklich verboten, Kinder im Ausland zu adoptieren, wenn dieses Verfahren nicht durch eine offizielle Vermittlungsstelle begleitet wird.

"Dass jemand mit einer Tasche Geld in ein ausländisches Waisenheim fährt und sich ein Kind aussucht, das darf es heute nicht mehr geben", sagt Egger-Otholt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ging die Zahl der aus dem Ausland adoptierten Kinder von 2010 bis 2020 um 75 Prozent auf zuletzt 116 zurück. Jede Auslandsadoption sei eine Einzelfallarbeit, sagt Egger-Otholt. Adoption sei kein Massengeschäft.

"Wir schauen individuell auf jedes Kind mit seinen Bedürfnissen, um die richtige Familie zu finden."
Iris Egger-Otholt, Leiterin Adoptionsstelle Rheinland-Pfalz und Hessen

Adoptionen von Stiefkindern nehmen zu

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr bundesweit bei allen Adoptionen einen minimalen Anstieg auf knapp 3.800 Kinder. Zum Vergleich: Im Jahr 1995 waren es noch rund 7.970. Der Anteil von Stiefkindadoptionen nimmt dabei kontinuierlich zu. Laut Statistik machen sie bundesweit fast zwei Drittel aller Fälle aus. "Auffallend ist, dass die Anzahl von Säuglingen bei der Stiefkindadoption sehr hoch ist", sagte Carmen Thiele von Pfad Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Berlin.

Über das Ob, Wie und Wann des Elternwerdens lässt sich streiten. "sonntags" fragt: Was ist das Beste für alle Beteiligten? Was hat sich in Sachen Elternschaft verändert?

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27 min
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Das könne unter anderem auf die Situation bei homosexuellen Paaren zurückgeführt werden, erklärt sie. Wenn beispielsweise bei einem Frauenpaar eine der beiden das Kind austrage, müsse die andere Frau eine Stiefkindadoption beantragen, um den Status der Elternschaft zu erreichen. Zudem sei denkbar, dass das Thema Leihmutterschaft zu dieser Entwicklung beitrage, sagte Thiele. "Nachgewiesen ist das aber nicht."

Offenerer Umgang mit Adoptionen

Egger-Otholt arbeitet seit elf Jahren in der Mainzer Adoptionsvermittlungsstelle. Die Juristin beobachtet auch einen Wandel zu einem offeneren Umgang mit Adoptionen. Heutzutage werde viel mehr darauf geschaut, Familien besser zu beraten und zu begleiten und den Kontakt zwischen allen Beteiligten zu ermöglichen.

Die Aufklärung über die Herkunft des Kindes sei enorm wichtig. "Dann ist auch die Gefahr, dass es sich in schwierigen Phasen, wie der Pubertät, abwendet, viel geringer." Denn, so betont die Expertin: "Das Kind ist immer ein Kind mit zwei Familien."

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