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Äquatorialguinea - Fast 100 Tote bei Explosionen in Militärlager

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Im afrikanischen Äquatorialguinea sind bei mehreren aufeinanderfolgenden Explosionen mindestens 98 Menschen ums Leben gekommen. Ursache: Offenbar Fahrlässigkeit.

Eine Serie von vier Explosionen hat am Sonntag die Stadt Bata erschüttert und fast 100 Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 600 Menschen wurden verletzt.

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Eine Serie von Explosionen hat am Sonntag die Stadt Bata im zentralafrikanischen Äquatorialguinea erschüttert und mindestens 98 Menschen in den Tod gerissen. Zuvor war von mindestens 30 Toten die Rede gewesen. Etwa 615 weitere Menschen wurden verletzt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

"Unfall aufgrund von Fahrlässigkeit"

Nach Angaben der Behörden explodierten mehrere Waffen- und Munitionsdepots auf einem Militärstützpunkt. Staatschef Teodoro Obiang Nguema sprach von "einem Unfall aufgrund von Fahrlässigkeit".

Die Explosionen verwüsteten die umliegenden Viertel so sehr, dass es wie nach einem Krieg aussah. Zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch und Betonbrocken lagen im Umkreis von hundert Metern auf den Straßen verstreut, wie der staatliche Fernsehsender TVGE berichtete.

Krankenhaus der Stadt überlastet

Anwohner rannten in Panik durch die Straßen. Zivilisten, Rettungsdienste und Angehörige der Sicherheitskräfte versuchten, Leichen aus den Ruinen zu ziehen und Verletzten zu helfen. Im Krankenhaus von Bata herrschte laut TVGE angesichts der vielen Verletzten Chaos. Verletzte wurden teils auf den Boden gelegt und dort notdürftig versorgt.

Karte: Äquatorialguinea
Karte: Äquatorialguinea
Quelle: ZDF

Auslöser offenbar glimmende Asche

Die Explosionen ereigneten sich im Militärstützpunkt Nkoa Ntoma, auf dem Spezialeinheiten untergebracht sind. Präsident Obiang Nguema sprach am Abend im Staatsfernsehen von "einem Unfall aufgrund von Fahrlässigkeit der für die Bewachung von Sprengstoffen, Dynamit und Munition zuständigen Einheit".

Die Explosionen seien durch glimmende Asche auf nahegelegenen Feldern verursacht worden. Das Verteidigungsministerium gab an, dass die Explosionen von großkalibriger Munition Druckwellen ausgelöst hätten, durch die zahlreiche Häuser zerstört wurden.

Land ruft um Hilfe

Die Telefonverbindungen zwischen Bata, der größten Stadt des Landes, und der Hauptstadt Malabo auf der vorgelagerten Insel Bioko brachen teilweise zusammen. Obiang Nguema ordnete eine Untersuchung zur Ursache der Explosionen an. Zugleich richtete er einen Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft.

Eines der abgeschottetsten Länder Afrikas

Das am Golf von Guinea an der Westküste Afrikas und südlich von Kamerun gelegene Äquatorialguinea ist einer der abgeschottetsten Staaten Afrikas. Der 78-jährige Staatschef Obiang Nguema ist dort seit fast 42 Jahren an der Macht.

Die Opposition und internationale Organisationen werfen ihm immer wieder Menschenrechtsverletzungen vor. 2017 wurde nach Regierungsangaben ein Putsch vereitelt; zwei Jahre später wurden 130 Menschen deshalb zu teils lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Bata ist die größte Stadt des öl- und gasreichen Landes, in dem jedoch die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Armut lebt. Von den 1,4 Millionen Einwohnern leben etwa 800.000 in Bata.

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