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Menschenrechtsorganisationen : Vorwurf: Kriegsverbrechen in Tigray-Region

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Menschenrechtsorganisationen prangern in der äthiopischen Region Tigray Kriegsverbrechen an. In einem neuen Bericht fordern sie internationale Intervention.

Fatuma Hussein, 40, mit ihrer Enkelin Fatima Abdi, 7, deren Bein beim Verlassen ihres Hauses von Sprengkörpern verletzt wurde.
Fatima Hussein, 40, mit ihrer Enkelin Fatima Abdi, 7, deren Bein beim Verlassen ihres Hauses von Sprengkörpern verletzt wurde.
Quelle: Reuters

In der Tigray-Region des ostafrikanischen Staates Äthiopien begehen Sicherheitskräfte laut einem aktuellen Report der Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch (HRW) schwerwiegende Kriegsverbrechen.

Laut dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht, sind vor allem Sicherheitskräfte aus der Region Amhara für diese Übergriffe im Westen des umkämpften Bundesstaates Tigray verantwortlich. Systematische Massenvertreibungen, Vergewaltigungen, Plünderungen und brutale Tötungen fänden mit der Billigung und möglichen Beteiligung des äthiopischen Militärs statt, heißt es darin.

Säuberungskampagne gegen Zivilisten

"Die äthiopische Regierung hat das schockierende Ausmaß dieser Verbrechen beharrlich geleugnet und nichts getan, um sie zu verhindern", rügt Wenzel Michalski, Deutschland-Direktor von Human Rights Watch.

In Äthiopien eskaliert seit November der Konflikt zwischen der Zentralregierung und der im Norden herrschenden Volksbefreiungsfront von Tigray. Durch den Konflikt wurden laut UN 1,7 Millionen Menschen vertrieben, viele haben schreckliches durchgemacht.

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In dem Bericht ist von einer ethnischen Säuberungskampagne gegen Tigrays Zivilbevölkerung die Rede, die als Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu werten sei. Auch regionale Behördenvertreter sollen beteiligt sein. Der Zugang zur Region sei massiv eingeschränkt worden, sodass humanitäre Hilfe kaum ankomme und Hunderttausende von Hungersnot bedroht seien.

Internationale Reaktionen unzureichend

"Die äthiopische Regierung muss endlich reagieren: Sie muss diejenigen Sicherheitskräfte umgehend entwaffnen und aus der Region abziehen, die an Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren", fordert Markus Beeko, Generalsekretär von Amnesty International Deutschland.

"Die Reaktionen der internationalen und regionalen Partner Äthiopiens werden der Schwere der Verbrechen, die in West-Tigray verübt werden, nicht gerecht", so Beeko. Hilfsorganisationen müsse ungehinderter Zugang zur Region gewährt werden, alle willkürlich Inhaftierten müssten freigelassen und Menschenrechtsverstöße untersucht werden, fordern die Organisationen in ihrem Bericht.

Abiy Ahmed – Äthiopiens Premier, der 2019 den Friedensnobelpreis bekam – führt Krieg gegen Kämpfer in Tigray. Ahmed spricht nur von militärischen Zielen, Tigray aber von zivilen Opfern. Der Konflikt sei von extremer Brutalität geprägt, so ein UN-Bericht.

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Internationale Friedenstruppe gefordert

Die Konfliktparteien sollten der Entsendung einer internationalen Friedenstruppe unter Führung der Afrikanischen Union nach West-Tigray zustimmen, um den Schutz aller Bevölkerungsgruppen vor Übergriffen zu sichern.

Der Konflikt zwischen der Zentralregierung in Addis Abeba und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begann vor rund anderthalb Jahren. Mit knapp 115 Millionen Einwohnern ist der Vielvölkerstaat Äthiopien das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung Afrikas. Er galt lange Zeit als Stabilitätsanker der Region.

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