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Doch eine weitere Pandemie? : Wie sich die Affenpocken verbreiten

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Der Affenpocken-Ausbruch in Europa hat Angst vor einer neuen Pandemie entfacht. Die WHO berät sich in einem Notfallausschuss. So schätzen Experten aktuell die Gefahr des Virus ein.

Hautsymptome von Affenpocken-Patienten
Hautsymptome von Affenpocken-Patienten
Quelle: dpa

Nachdem sich das Affenpocken-Virus im Mai immer stärker in Europa verbreitet hatte, fürchteten viele den Beginn einer neuen Pandemie - Experten und Politik beschwichtigten. Jetzt bespricht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Notfallausschuss, ob eine "Notlage internationaler Tragweite" durch die Affenpocken besteht. Droht nun doch eine weitere Pandemie? Christoph Spinner, Infektiologe am Universitätsklinikum rechts der Isar, sagt ZDFheute dazu:

Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung ist relativ niedrig.
Dr. Christoph Spinner, Technische Universität München

Zwar habe sich "das Virus längst über alle Kontinente ausgebreitet". Trotzdem sei deshalb weiterhin nicht von einer pandemischen Gefährdung wie bei Corona zu sprechen.

Auch für Deutschland rechnet das Bundesgesundheitsministerium mit einer weiter zunehmenden Zahl von Affenpocken-Nachweisen. "Anders als bei Corona werden die Viren nur im direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen", so der Infektiologe Christoph …

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Warum ist eine Affenpocken-Pandemie unwahrscheinlich?

Grund für das geringere Risiko für die Bevölkerung ist, dass die Affenpocken im Unterschied zum Coronavirus deutlich schwerer übertragen werden. "Anders als bei Covid braucht es einen sehr engen Kontakt mit einem Infizierten", sagt Christoph Spinner. Die Erkrankungen fallen laut RKI meistens mild aus.

Sollte die WHO eine "Notlage internationaler Tragweite" feststellen, bedeute das ebenfalls noch nicht, dass es eine vergleichbare Situation wie bei der Corona-Pandemie gebe. "Diese WHO-Entscheidung dient in erster Linie dazu, dass in einzelnen Ländern besondere gesundheitspolitische Maßnahmen ergriffen werden können."

Hautsymptome von Affenpocken-Patienten
FAQ

WHO-Beratungen - Notlage wegen Affenpocken?  

Fachleute beraten in Genf darüber, ob die WHO eine neue Notlage von nationaler Tragweite ausrufen sollte. Grund: diesmal nicht Corona, sondern die Ausbreitung der Affenpocken.

Wie viele Affenpocken-Fälle gibt es bisher?

Weltweit sind in diesem Jahr rund 5.000 Affenpocken-Infektionen bei Menschen gemeldet worden.

In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut (RKI) bisher 592 Fälle von Affenpocken (Stand 23.06.) aus allen Bundesländern außer Bremen und Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) berichtet von 2.746 Fällen (Stand 22.06.) aus 29 europäischen Ländern und Regionen.

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC berichtet von 3.308 Fällen, die über den Erdball verteilt sind. Laut WHO gibt es zusätzlich dazu 1.536 Verdachtsfälle (Stand 08.06.) in acht afrikanischen Ländern, in denen bereits frühere Ausbrüche bekannt seien.

Infektiologe: Affenpocken werden nicht von allein verschwinden

Durch die gestiegene Mobilität der Menschen heutzutage sei mindestens ein gemeinsames europäisches, aber eigentlich ein globales Vorgehen gegen eine weitere Verschärfung der Situation notwendig, so Christoph Spinner.

Das RKI schreibt in einem aktuellen Bericht zur möglichen Eindämmung der Affenpocken: "Es scheint weiterhin möglich, den aktuellen Ausbruch in Deutschland zu begrenzen."

Für Christoph Spinner sind dafür folgende Maßnahmen zentral: Eine engmaschige Kontaktnachverfolgung und Unterbrechung der Infektionsketten, einschließlich einer Isolation und Quarantäne von engen Kontaktpersonen und Infizierten bis zu drei Wochen, sowie Impfungen der besonders gefährdeten Gruppen.

Dieser Affenpocken-Ausbruch wird, anders als die vorherigen, sehr wahrscheinlich nicht wieder von allein verschwinden.
Christoph Spinner, Technische Universität München

Die ständige Impfkommission empfiehlt nun den Risikogruppen, sich gegen die Viruserkrankung impfen zu lassen. Bislang sind in Deutschland mehr als 130 Infektionsfälle bekannt.

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Affenpocken-Zahlen werden weiter steigen

Das RKI erwartet eine Zunahme von Affenpocken-Ansteckungen, davon geht auch Christoph Spinner aus: "Steigende Fallzahlen sind sehr wahrscheinlich." Insbesondere Männer, die Sex mit Männern haben, sind derzeit gefährdet, wie unter anderem aus einer Statistik des ECDC hervorgeht - vor allem Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern. Ihnen empfiehlt der Infektiologe daher, wie bereits die Ständige Impfkommission (STIKO), auch eine Impfung gegen das Affenpocken-Virus.

Sollten die Fallzahlen stark ansteigen, müsse man auch über breitere Impfmöglichkeiten nachdenken. Deshalb fordert der Infektiologe:

Je schneller und entschlossener wir jetzt handeln, desto leichter wird es gelingen, das Infektionsgeschehen zu kontrollieren.
Christoph Spinner, Technische Universität München
FAQ

Weitere Fälle erwartet - Affenpocken: Was wir über das Virus wissen 

Aktuell gibt es einige bestätigte Infektions- und Erkrankungsfälle in Deutschland. Doch das Bundesgesundheitsministerium erwartet weitere Affenpocken-Fälle. Was wir bisher wissen.

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