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Tierärzte-Verband warnt vor Überlastung

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Afrikanische Schweinepest - Tierärzte-Verband warnt vor Überlastung

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Die Afrikanische Schweinepest ist in Deutschland angekommen - und setzt Veterinärämter in Alarmbereitschaft. Wegen der Seuchenbekämpfung drohen Defizite bei Tierschutzkontrollen.

Elektrozaun zur Eingrenzung der Afrikanischen Schweinepest
Ein Elektrozaun soll die Afrikanische Schweinepest eingrenzen.

Die Veterinärämter sind nach dem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland in Alarmbereitschaft. Der Kampf gegen die Tierseuche drohe ein Dauerzustand zu werden, da es keinen Impfstoff gibt, ist sich Dr. Holger Vogel, Präsident des Verbandes der verbeamteten Tierärzte (BbT), sicher.

Ich gehe davon aus, dass in den Veterinärämtern eine personelle Knappheit entstehen wird.
Dr. Holger Vogel, Präsident des Verbandes der verbeamteten Tierärzte

Die Veterinärämter rechnen schon seit Langem mit einem ASP-Ausbruch in Deutschland. Deshalb seien sie jetzt gut vorbereitet, versichert Vogel. Zu den akuten Aufgaben gehöre es nun, insbesondere die Hygienemaßnahmen in den Schweinebetrieben zu kontrollieren und Wildschweinkadaver so schnell wie möglich zu beproben, um Erkenntnisse über die Ausbreitung der Seuche zu gewinnen.

Weniger Tierschutzkontrollen wegen Seuchenbekämpfung

In Zukunft könnte es zur Regel werden, dass Tiertransporte aus betroffenen Landkreisen nur noch unter Aufsicht von Veterinären stattfinden dürfen. Die Tierärzte müssten beladene Lkw verplomben und nur sie dürften beim Entladen der Transporte das amtliche Siegel brechen.

Vogel befürchtet, dass durch die arbeits- und personalintensive Seuchenbekämpfung Defizite bei der Tierwohlüberwachung entstehen. "Wenn ich die Prioritäten bei der Tierseuchenbekämpfung setze, muss ich zwangsläufig im Tierschutz- und Lebensmittelbereich Abstriche machen, zumindest temporär. Es sei denn, es gibt eine personelle Verstärkung", so Vogel. Doch die ist kurzfristig nicht in Sicht.

Deutsche Schweinemäster müssen sich erheblichen wirtschaftlichen Einbußen stellen. Der Export in Nicht-EU-Länder ist durch die afrikanische Schweinepest eingebrochen.

Beitragslänge:
1 min
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Schweine im Freiland: Artgerecht, aber seuchengefährdet

Eine große Herausforderung sei die ASP für die naturnahe Schweinehaltung. Tiere in Freilandhaltung hätten ein deutlich höheres Risiko, sich bei Wildschweinen anzustecken als Schweine in abgeschirmten Ställen.

Schweine wollen wühlen, sie wollen es warm haben, sie brauchen Platz.
Dr. Holger Vogel, Präsident des Verbandes der verbeamteten Tierärzte (BbT)

Das sei in den Ställen nicht immer so gegeben. Der Zielkonflikt zwischen Tierwohl und Seuchenschutz sei kaum lösbar, sagt Vogel. Da wichtige Exportländer für deutsches Schweinefleisch wie China und Japan Import-Verbote verhängt haben, befürchten Landwirte einen weiteren Einbruch der Preise für Schweinefleisch.

Hinzu kommt, dass einige deutsche Schlachthöfe keine Schweine aus betroffenen Landkreisen mehr verarbeiten wollen. Da die Schweineproduktion wie ein Kreislauf funktioniert, in dem immer neue Ferkel in die Mastbetriebe nachrücken, werde es zwangsläufig zu Überbelegungen kommen, wenn die ASP sich weiter ausbreitet, erklärt Vogel.

Nach Fall in Brandenburg -
Was Sie zur Schweinepest wissen sollten
 

Zäune und andere Schutzmaßnahmen haben nicht gereicht, um die Afrikanische Schweinepest aus Deutschland fernzuhalten. Doch womit haben wir es eigentlich zu tun? Was kann helfen?

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