Sie sind hier:

Finanzielle Gründe - Sea-Eye muss Schiff "Alan Kurdi" verkaufen

Datum:

Das bekannte Mittelmeer-Rettungsschiff der Organisation Sea-Eye wechselt den Besitzer und bekommt zukünftig einen neuen Namen.

Seenotrettungsschiff «Alan Kurdi». Archivbild
Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi"
Quelle: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa

Die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye trennt sich von ihrem Schiff "Alan Kurdi". Die häufigen Festsetzungen der Schiffe hätten Sea-Eye dazu gezwungen, die "Alan Kurdi" aus finanziellen Gründen zu verkaufen, teilten die Regensburger Seenotretter am Montag mit.

Das Schiff geht demnach an die italienische Organisation ResQ und werde unter dem neuen Namen "ResQ People" im Einsatz sein. Sea-Eye betreibe künftig ausschließlich das Schiff "Sea-Eye 4".

"Alan Kurdi" seit 2018 im Einsatz

"Für uns war es eine schwere, aber gleichermaßen vernunftgetriebene Entscheidung", erklärte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler. Den Verkaufserlös von 400.000 Euro benötige Sea-Eye für den Betrieb der "Sea-Eye 4". Die Blockade der zivilen Rettungsschiffe durch die italienischen Behörden habe Sea-Eye finanziell schwer belastet.

Flüchtlinge treiben in einem Boot im Mittelmeer. Archivbild
Grafiken

Vor fünf Jahren starb Alan Kurdi - Immer noch: Tödliche Fluchtroute Mittelmeer 

Der syrische Junge Alan Kurdi ertrinkt im Mittelmeer auf der Flucht: Sein Körper am Strand wird 2015 zum Mahnmal der Flüchtlingskrise. Noch immer ertrinken Menschen auf der Flucht.

von Michaela Waldow

Die "Alan Kurdi" wurde zum ersten Mal im Dezember 2018 eingesetzt. Insgesamt war sie auf zwölf Missionen und rettete 927 Menschen. Die italienische Küstenwache setzte die "Alan Kurdi" zwei Mal fest. Sea-Eye sei es nur "nach langwierigen Gesprächen und mit juristischen Mitteln" gelungen, das Schiff zu befreien. Die Festsetzung der Rettungsschiffe hindere die Schiffsbetreiber nicht nur an ihrer Arbeit, sondern koste auch enorme Summen für Hafengebühren und Rechtsvertretungen.

Das Schiff war nach dem zweijährigen syrischen Jungen benannt, der tot an die türkischen Mittelmeerküste angeschwemmt wurde und dessen Foto um die Welt ging. "Wir geben den Namen nun zurück in die Hände der Familie, der wir auch in Zukunft tief verbunden bleiben werden", sagte Isler. Für die Familie sei es nicht einfach gewesen, Hassreden und Anfeindungen in den sozialen Medien zu ertragen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.