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Flüchtlinge sollen auf anderes Schiff kommen

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149 Menschen auf "Alan Kurdi" - Flüchtlinge sollen auf anderes Schiff kommen

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Seit Montag harren 149 Flüchtlinge auf der "Alan Kurdi" aus. Nun scheint es eine Lösung für die Migranten zu geben.

Das Rettungsschiff «Alan Kurdi».
Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" hat 150 Gerettete an Bord, die nun aus Schutz vor Corona-Gefahr unter Quarantäne gestellt werden sollen.
Quelle: Karsten Jäger/Sea-Eye/dpa/Archiv

Für das private deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" zeichnet sich eine vorläufige Lösung ab. Die 149 Geretteten sollen auf ein anderes Schiff verlegt und dort unter Quarantäne gestellt werden.

Untersuchung auf Corona-Virus

Bei der Verlegung soll die italienische Küstenwache "technische Unterstützung" leisten, teilte das italienische Verkehrsministerium mit. Auf dem Schiff würden die Migranten vom italienischen Roten Kreuz und von Gesundheitsbehörden untersucht.

Wegen der Corona-Pandemie könne dies nicht in einem italienischen Hafen erfolgen. Einen der Migranten hatte die italienische Küstenwache bereits aus gesundheitlichen Gründen abgeholt. Laut der Bordärztin ist bisher kein Crewmitglied und auch keiner der Geretteten an Covid-19 erkrankt.

Pattsituation vor dem Ende?

Der Sprecher von Sea-Eye, Gorden Isler, begrüßte die Übernahme der Migranten. "Wenn die italienische Küstenwache die geretteten Menschen an Bord der Alan Kurdi übernähme, würde diese Pattsituation endlich ein Ende haben", sagte Isler der dpa am Telefon. Die großen Schiffe der italienischen Küstenwache seien viel besser geeignet und die Geretteten dort sicher. Die "Alan Kurdi" wird von Sea-Eye eingesetzt.

Unklar bleibt, wo die Migranten nach den 14 Tagen Quarantäne an Land gehen können. Die Regierung in Rom sieht Deutschland als Flaggenstaat der "Alan Kurdi" in der Pflicht. Italien und Malta hätten schon frühzeitig private Seenotrettungsorganisationen gewarnt, dass ihre Häfen für Flüchtlingsschiffe wegen der Corona-Krise geschlossen seien.

Bundesregierung bietet "konstruktiven Beitrag"

Die Bundesregierung hatte die EU-Kommission um "koordinierende Unterstützung" gebeten bei der Frage, wo die Flüchtlinge an Land gehen könnten, wie ein Sprecher am Freitag sagte. Das Bundesinnenministerium hatte erklärt, die Bundesregierung prüfe alternative Orte, an denen die Menschen eventuell an Land gehen könnten und stehe dazu in Kontakt mit verschiedenen europäischen Partnern. Deutschland sei bereit, einen "konstruktiven Beitrag" zu leisten.

Unterdessen wandte sich Papst Franziskus in einem Schreiben an italienische Seenotretter und sagte seine Unterstützung zu. "Danke für alles, was ihr tut. Ich möchte euch sagen, dass ich immer bereit bin, euch zu helfen. Zählt auf mich", erklärte das Oberhaupt der Katholischen Kirche.

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von Marcel Burkhardt
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4 min
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