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Podcast über Alkoholabhängigkeit - Wenn das eine Glas zur Gefahr wird

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In ihrem Podcast spricht Nathalie Stüben über ihre Alkoholkrankheit. Sie will aufrütteln mit Geschichten über das alltägliche Gläschen Wein und Sucht, die niemand wahrhaben will.

Drei angerichtete Cocktails stehen auf dem Tresen einer Bar.
Auch ohne Alkohol hat man bei Cocktails große Auswahl. (Archivbild)
Quelle: ZDF/Anna Bachner

Noch vor vier Jahren war Nathalie Stüben gefangen in einem Leben, das sie nicht führen wollte. Sie trank bis zum Umfallen. Und das über Jahre. Die Scham hielt die Journalistin lange davon ab, ihr Alkoholproblem mit Eltern und Freunden zu teilen. Und die merkten nichts.

"Ich habe mein Leben ja immer noch ganz gut auf die Kette bekommen", sagt die heute 34-Jährige.

Ich war erfolgreich im Beruf, ich hatte eine Wohnung, ich war gepflegt, ich habe Zahnseide benutzt, all diese profanen Sachen, die nach außen hin den Anschein erwecken, dass alles okay ist.
Nathalie Stüben

Doch in Wahrheit bestimmte Alkohol Nathalie Stübens Alltag, ihre Gedanken und ihre Lebensplanung. Aus dem gepflegten Glas Wein am Abend war unbemerkt eine Gewohnheit geworden, die sie in die Abhängigkeit führte. An Kinder war nicht zu denken, ein Leben ohne Alkohol erschien ihr unmöglich:

Ich habe mich immer gefragt: Warum kann ich nicht aufhören? Ich krieg doch alles hin in meinem Leben. Warum kann ich dann nicht aufhören zu trinken, wenn ich anfange? Das hat für mich keinen Sinn ergeben.
Nathalie Stüben
Alkoholkunsum pro Jahr im Vergleich
Deutschland liegt beim Alkoholkonsum vor Frankreich oder Italien.
Quelle: ZDF

Podcasts waren ihre Rettung

In ihrer Verzweiflung suchte sie sich online Hilfe - und fand sie in amerikanischen Podcasts. Rat und Rückenstärkung von anderen, die unter derselben Krankheit litten, halfen ihr schließlich, die Sucht zu besiegen. Jetzt ist ihre Geschichte zu ihrer Mission geworden:

Mein Ziel ist, dass Leute verstehen, was für eine gemeingefährliche Droge Alkohol ist. Und dass Leute viel früher bereit sind, die Reißleine zu ziehen, wenn sie bemerken, ich komm da nicht mit zurecht. Und dass die Scham nicht der Grund ist, dass sie abhängig bleiben.
Nathalie Stüben

Die Podcasts, die ihr damals halfen, gab es auf Deutsch so nicht. Deshalb hat sie ihr eigenes Diskussionsforum entwickelt: "Ohne Alkohol mit Nathalie". Ihre Gespräche mit Schicksalsgefährten sollen zeigen, dass es jeden treffen kann. Und sie sollen dazu ermutigen, ein Leben ohne Alkohol zu wagen. Deshalb hat sie neben ihrem Podcast auch ein 30-Tage-Programm für Alkoholabhängige entwickelt, um ihnen einen Weg raus aus der Sucht aufzuzeigen.

Die Nachfrage nach Alkohol ist seit Corona stark gestiegen. Es wird deutlich mehr Alkohol verkauft als zuvor. Gleichzeitig fallen Therapiesitzungen für trockene Alkoholiker wegen Corona aus.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Eine Droge, die gesellschaftlich akzeptiert ist

Nathalie Stübens Ziel: der Sucht das Stigma nehmen. Denn auch die Gesellschaft trägt für sie eine Mitschuld, wenn der Einzelne in die Abhängigkeit rutscht.

Wir verherrlichen diese Droge ungemein, und auf der anderen Seite stigmatisieren wir die, die abhängig sind. Und das führt zu einem ganz schwierigen Missverhältnis.
Nathalie Stüben

Sie hat es selbst erlebt: Das eine Gläschen am Abend kann schon zu viel des Guten sein.

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