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Amnesty International : Kriegsverbrechen in acht Städten dokumentiert

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Butscha ist wegen der vielen Kriegsverbrechen Symbol für die Grausamkeit des Ukraine-Krieges geworden. Dort und an weiteren Orten hat Amnesty International nun Beweise gesammelt.

Die beiden Freiwilligen US-Amerikaner Wade Helton (l) und Darrell Loveless (M) transportieren Leichensäcke aus einem Kühlwagen in eine Leichenhalle.
Eine Leiche wird in Butscha abtransportiert.
Quelle: dpa

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat nach eigenen Angaben umfangreiche Kriegsverbrechen russischer Soldaten in Gemeinden rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew dokumentiert. Als Beispiele wurden willkürliche Hinrichtungen, Bombardierungen von Wohnhäusern und Folter genannt.

Das Muster der von russischen Streitkräften begangenen Verbrechen, das wir dokumentiert haben, umfasst sowohl rechtswidrige Angriffe als auch vorsätzliche Tötungen von Zivilisten.
Agnes Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International

Es sei von entscheidender Bedeutung, dass alle Verantwortlichen, einschließlich der vorgelagerten Befehlskette, zur Rechenschaft gezogen werden.

Berichte über gefesselte Todesopfer

Amnesty erklärte, es seien Beweise und Zeugenaussagen in acht Städten nahe Kiew gesammelt worden, darunter auch Butscha. Nach dem Rückzug der russischen Soldaten im April waren dort auf den Straßen und in Massengräbern Leichen gefunden worden. Viele der Opfer hatten die Hände auf dem Rücken gefesselt. Laut dem Gouverneur der Region Kiew seien mindestens 1.235 Leichen von Zivilisten in der Region gefunden worden.

Russland hat wiederholt behauptet, es greife nur Ziele mit militärischer Bedeutung an. Es hat Vorwürfe bestritten, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Stattdessen wurde erklärt, es handele sich bei den Leichen von Butscha um eine inszenierte "Provokation".

In den Vororten von Kiew soll die russische Armee grausame Verbrechen begangen haben. Katrin Eigendorf berichtet über schreckliche Szenen rund um die Hauptstadt Kiew.

Beitragslänge:
6 min
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Russische Spezialgewähre könnten Täter verraten

In dem Bericht von Amnesty wird die Tötung des 43-jährigen Verkaufsmanagers Jewhen Petraschenko beschrieben, der in seiner Küche erschossen wurde, während sich seine Frau und seine Kinder im Keller versteckten. Das russische Militär erlaubte seiner Frau Tatjana, die Wohnung zu betreten, wo sie die Leiche ihres Mannes fand.

Jewhen lag tot in der Küche. Er war in den Rücken, (in die Nähe seiner) Lunge und Leber, geschossen worden. Seine Leiche blieb bis zum 10. März in der Wohnung, als es uns möglich war, ihn in einem flachen Grab im Hof zu beerdigen.
Tatjana, Einwohnerin von Butscha

Die Exekutionen in Butscha seien mit Spezialgewehren verübt worden, die von einigen russischen Eliteeinheiten verwendet würden, hieß es. Dazu passende Patronen wurden von Amnesty vor Ort sichergestellt

Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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Amnesty fordert offizielle Sicherung der Beweise

In dem Bericht wurde auch die Bombardierung der Stadt Borodjanka beschrieben. Dort wurden mindestens 40 Menschen bei willkürlichen Bombardements getötet, durch die acht Wohngebäude zerstört wurden.

Wir haben Familien getroffen, deren Angehörige bei schrecklichen Angriffen getötet wurden und deren Leben sich durch die russische Invasion für immer verändert hat.
Agnes Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International

"Wir unterstützen ihre Forderungen nach Gerechtigkeit und fordern die ukrainischen Behörden, den Internationalen Strafgerichtshof und andere auf, sicherzustellen, dass Beweise gesichert werden, die eine zukünftige Verfolgung von Kriegsverbrechen unterstützen könnten."

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