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210 Tote bei Protesten 2019 in Lateinamerika

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Bericht von Amnesty - 210 Tote bei Protesten 2019 in Lateinamerika

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Amnesty prangert das Vorgehen lateinamerikanischer Staaten gegen Demonstranten und Aktivisten an. 2019 starben bei Protesten mindestens 210 Menschen, heißt es im Amerika-Bericht.

Polizisten in Kampfanzügen nehmen eine junge Frau während eines Studentenprotests in Bogota fest.
Festnahme während Studentenprotesten in Bogota (Archiv)
Quelle: ap

Bittere Bilanz für den amerikanischen Kontinent: Im jährlichen Menschenrechtsbericht für die Region zieht Amnesty International eine negative Bilanz für 2019. "In völliger Missachtung ihrer Verpflichtungen nach nationalem und internationalem Recht gingen die Regierungen in allen Teilen des amerikanischen Kontinents unerbittlich sowohl gegen die Versammlungsfreiheit als auch gegen das Recht auf Asyl vor", so die Organisation.

Besonders kritisiert der Bericht die Situation in den 24 nord-, mittel- und südamerikanischen Ländern und bezeichnet den Umgang der dortigen Regierungen mit Protestierenden und Flüchtlingen als "repressiv und zum Teil tödlich". Laut Amnesty-Sprecherin Katharina Masoud seien "Menschenrechtsverletzungen auch 2019 in großen Teilen der Region auf der Tagesordnung".

Amnesty: Maduros Vorgehen in Venezuela "brutal"

Insgesamt starben 2019 nach Angaben von Amnesty bei Protesten auf dem amerikanischen Kontinent mindestens 210 Menschen, darunter 83 in Haiti, 47 in Venezuela, 35 in Bolivien, 31 in Chile, acht in Ecuador und sechs in Honduras.

Trotz staatlicher Repressionen haben sich viele Menschen nicht davon nicht abschrecken lassen, sich weiter für ihre und die Rechte anderer einzusetzen. Das gibt Grund zur Hoffnung.
Katharina Masoud, Sprecherin von Amnesty International

Als Beispiel für eine besonders "brutale" Repression nannte Amnesty das Vorgehen der Sicherheitskräfte des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gegen Demonstranten. Die Maduro-Unterstützer begingen demnach "schwere Menschenrechtsverletzungen wie außergerichtliche Hinrichtungen, willkürliche Festnahmen und exzessive Anwendung von Gewalt, die möglicherweise als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden können", hieß es weiter.

Allein in Kolumbien starben 100 Menschenrechtler

Laut Amnesty ist Lateinamerika in Menschenrechtsfragen "einmal mehr die gefährlichste Region auf der Welt." Allein in Kolumbien starben demnach mindestens 100 Menschenrechtler, darunter zahlreiche Umweltaktivisten, die sich für indigene Völker, Land- und Umweltrechte einsetzten. Mit zehn getöteten Medienvertretern gehörte Mexiko zudem zu den weltweit gefährlichsten Ländern für Journalisten im Jahr 2019.

Sehen Sie hier, mit welchen Problemen Lateinamerika zu kämpfen hat:

Geschasste Präsidenten, soziale Unruhen, Polizeigewalt - in vielen Ländern Südamerikas wird darum gerungen, wie der Kontinent seine Wirtschaftskrise überwinden kann.

Beitragslänge:
28 min
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Als eines der größten Menschenrechtsprobleme in den USA nennt Amnesty die Waffengewalt. "Die Gesetze sind unzureichend, um eine wirksame Kontrolle von Schusswaffen auszuüben", kritisierte die Organisation. Auch die brasilianische Regierung habe Gesetze und Verordnungen mit "besorgniserregenden Inhalten" auf den Weg gebracht, hieß es weiter.

4,8 Millionen Menschen aus Venezuela geflohen

Zudem prangerte die Organisation die "aggressive Einschränkung der Rechte von Menschen auf der Flucht" an. Die Zahl der aus Venezuela in den vergangenen Jahren geflohenen Menschen sei auf eine "beispiellose Höhe von fast 4,8 Millionen" Menschen gestiegen.

Trotz der prekären Lage für Geflüchtete wiesen Länder wie Peru, Ecuador und Chile mit "neuen restriktiven Einreisebestimmungen" die Menschen ab, kritisiert Amnesty weiter. Die Organisation mahnt die Regierungen, den Protestbewegungen für die Einhaltung von Menschenrechten, mehr Gehör zu schenken.

In diesem Bericht erfahren Sie mehr über die dramatische Lebenslage venezolanischer Flüchtlinge:

Der umstrittene Präsident Maduro hält sich an der Macht. Doch Venezuela liegt wirtschaftlich am Boden. Die Versorgungslage ist katastrophal. Und so nehmen täglich Tausende unglaubliche Strapazen auf sich, auf der Suche nach einem besseren Leben.

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2 min
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