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Verband Bildung und Erziehung - Umfrage: Mehr Gewalt gegen Lehrer

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Die verbale und physische Gewalt gegen Lehrkräfte nimmt zu, heißt es in einer Umfrage unter Schulleitern. Besonders viele körperliche Angriffe gibt es demnach an Grundschulen.

An vielen Schulen kommt es zu Gewalt gegen Lehrer. Symbolbild
Lehrer berichten einer Umfrage zufolge häufiger von Gewalt und Drohungen
Quelle: Oliver Berg/dpa

Die Zahl der Schulleiter, die von körperlichen oder verbalen Angriffen auf Lehrer in ihrer Einrichtung berichten, ist einer Umfrage zufolge deutlich gestiegen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) stellte am Donnerstag Ergebnisse einer Forsa-Befragung im Januar und Februar vor. Demnach gab jede dritte Schulleitung (34 Prozent) an, dass es in den vergangenen fünf Jahren an ihrer Einrichtung zu Fällen kam, in denen Lehrer körperlich angegriffen wurden. Bei der gleichen Befragung 2018 sagten noch 26 Prozent der Schulleiter, es habe körperliche Angriffe auf Lehrer in den vergangenen fünf Jahren gegeben.

Werden Ton und Umgang an den Schulen in Deutschland immer rauer? Eine aktuelle Umfrage unter Schulleitern scheint das zu bestätigen.
Udo Beckmann, VBE-Vorsitzender

Deutlich mehr Schulen berichteten im Vergleich zu 2018 auch von Beschimpfungen, Drohungen, Beleidigungen, Belästigungen oder Mobbing gegen Lehrkräfte. 61 Prozent gaben an, es habe in den vergangenen Jahren entsprechende Fälle gegeben. 2018 sagten das 48 Prozent. Die Zahl der Befragten, die von Angriffen und Belästigungen über das Internet berichteten, nahm ebenfalls zu. (32 Prozent, 2018: 20 Prozent).

Die meisten körperlichen Angriffe an Grundschulen

Umfrage: Angriffe gegen Lehrer*innen steigen
Umfrage: Angriffe gegen Lehrer*innen steigen
Quelle: ZDF

Beim Blick auf die einzelnen Schultypen zeigt sich der Umfrage zufolge: Körperliche Angriffe werden am häufigsten von Grundschulen gemeldet. Dort berichteten 40 Prozent der Schulleitungen von entsprechenden Vorfällen in den vergangenen fünf Jahren (2018: 32 Prozent). Ein möglicher Grund:

Jüngere Kinder können ihre Emotionen noch nicht so gut kontrollieren und wissen sich manchmal nicht anders zu helfen.
Udo Beckmann, VBE-Vorsitzender

Trotzdem sei das eine bedenkliche Zahl. Beckmann forderte die Kultusministerien dazu auf, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie die Lehrkräfte unterstützt werden könnten.

Drohungen eher an Haupt-, Real- und Gesamtschulen

Beleidigungen oder Drohungen sowohl im Schulalltag als auch übers Internet werden dagegen am häufigsten von Haupt-, Real- und Gesamtschulleitern gemeldet. 73 Prozent davon sollen im Schulalltag stattgefunden haben, 52 Prozent im Internet. An Gymnasien geht es vergleichsweise am friedlichsten zu, aber auch hier meldeten mehr Schulleitungen als noch 2018 Vorfälle von psychischer und physischer Gewalt gegenüber Lehrkräften.

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