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China und Russland blockieren - Antarktis-Schutz ohne Fortschritt

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Das Weddellmeer in der Antarktis ist der eisige Lebensraum unzähliger Arten. Um dessen Schutz wurde nun erneut gerungen, mit keinem guten Ausgang.

Ein Zügelpinguin auf einem Eisberg. Archivbild
Ein Zügelpinguin auf einem Eisberg: Für die Lebensraum-Spezialisten ist der Schutz des Südpolarmeers entscheidend.
Quelle: Paul Nicklen/-/dpa/Archivbild

Das Weddellmeer in der Antarktis wird mindestens ein weiteres Jahr lang nicht zum weltgrößten Meeresschutzgebiet ausgewiesen. Bei der diesjährigen Konferenz der Antarktis-Kommission CCAMLR, die am Freitagabend nach zähem Ringen zu Ende ging und wegen der Corona-Pandemie nur online stattfinden konnte, gab es Experten zufolge erneut keine Fortschritte zu dem Vorstoß.

Bundesregierung und viele weitere Staaten setzen sich seit Jahren für das Schutzgebiet ein. China und Russland haben den Vorschlag aber auch in diesem Jahr blockiert.

Ziel zum Schutz der Meere wird verfehlt

"Damit steht fest, dass die Weltgemeinschaft das ausgerufene Ziel, bis Ende dieses Jahrs zehn Prozent der Meere zu schützen, krachend verfehlt", kritisierte die Grünen-Umweltexpertin Steffi Lemke. "Es ist frustrierend, dass Russland und China weiterhin eine Einigung zum Schutz der Antarktis blockieren und anderen Interessen Vorschub leisten."

Das antarktische Weddellmeer ist sechs Mal so groß wie Deutschland und ist das Habitat und das Rückzugsgebiet vieler Arten, die sich auf einen eisigen Lebensraum spezialisiert haben - so etwa Seehechte, Krill und Kaiserpinguine. Seit dem Jahr 2016 wird seine Ausweisung als Schutzgebiet regelmäßig beantragt.

Bundestag einstimmig für Schutzpläne

Die wissenschaftlichen Grundlagen dafür hat das Alfred-Wegener-Institut (AWI), das die Polarforschung in Deutschland koordiniert, zusammengetragen. Der Bundestag hatte sich zuletzt einstimmig für die Pläne ausgesprochen.

"Das Thema ist sehr komplex, und es ist schwer, so etwas auf virtueller Ebene zu besprechen", sagte Stefan Hain, umweltpolitischer Sprecher des Alfred-Wegener-Institutes, der Deutschen Presse-Agentur.Die politischen Gespräche müssten in persönlichem Rahmen stattfinden.

Ein Jahr Zeit, um Russland und China zu überzeugen

"Wir müssen die Vorurteile und Bedenken Russlands und Chinas ausräumen." Dafür sei jetzt ein Jahr mehr Zeit. "Ein solches Schutzgebiet verbietet ja nicht gänzlich die Fischerei, sondern es gibt Gebiete, in denen keine kommerzielle Fischerei erlaubt ist, und solche, in denen kontrolliert gefischt werden darf - auch zu wissenschaftlichen Zwecken."

China und Russland handelten bisher verantwortungslos, monierte Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. "Beide Länder weigern sich, den fragilen Lebensraum der Antarktis zu schützen, und wollen ihn weiterhin rücksichtslos ausbeuten." Damit setzten sie die Zukunft des südlichen Eismeeres aufs Spiel.

Uns läuft die Zeit davon.
Tim Packeiser, WWF-Umweltschutzexperte

Im nächsten Jahr müsse das Thema zur Priorität auf höchster politischer Ebene auch der Bundesregierung werden. "Ein erneutes Scheitern können wir uns nicht leisten."

Angesichts des Klimawandels und der Biodiversitätskrise sei für die einzigartigen Ökosysteme, Lebensräume und Arten im Südpolarmeer ein effektiver Schutz unabdingbar, warnte auch WWF-Umweltschutzexperte Tim Packeiser. "Uns läuft die Zeit davon."

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