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FAQ

Antisemitismusbericht - Mehr Corona-Proteste, mehr Vorfälle

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Antisemitismus prägte 2020 den Alltag von Juden in Deutschland. Das macht der neue Antisemitismusbericht deutlich. Welche Rolle spielte dabei Corona?

Im letzten Jahr wurden bundesweit 1909 antisemitische Vorfälle erfasst. Über ein Viertel der Fälle hatten einen direkten Corona-Bezug. Coronaleugner äußerten sich auch auf Anticorona-Demos immer wieder antisemitisch.

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Wie viele antisemitische Vorfälle gab es 2020 in Deutschland?

Insgesamt gab es 2020 1.909 antisemitische Vorfälle in Deutschland. Das geht aus dem Antisemitismusbericht des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. (RIAS) und der Meldestellen aus vier Bundesländern - Bayern, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein - hervor.

Dabei handelte es sich um einen Fall extremer Gewalt, 39 Angriffe, 167 gezielte Sachbeschädigungen, 96 Bedrohungen, 1.449 Fälle verletzendes Verhalten sowie 157 antisemitische Massenzuschriften. Von den dokumentierten antisemitischen Vorfällen waren 677 Einzelpersonen und 679 Institutionen betroffen.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf antisemitische Vorfälle ausgewirkt?

Vor allem in den ersten Monaten des Jahres 2020 wurden - verglichen mit dem restlichen Jahr - verhältnismäßig weniger antisemitische Vorfälle bekannt. Erklärt wird das mit den Corona-Maßnahmen: Weil beispielsweise Fußballstadien oder Kneipen geschlossen waren und weitaus weniger Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzten, ereigneten sich dort deutlich weniger antisemitische Vorfälle, heißt es im Bericht.

Zudem hätten Kontaktbeschränkungen auch die Arbeit zivilgesellschaftlicher Institutionen gegen Antisemitismus deutlich erschwert, sodass weniger Vorfälle bekannt wurden. Ab Mai 2020 berichteten sämtliche Meldestellen eine steigende Zahl antisemitischer Vorfälle. Dies ist laut RIAS auf die beginnenden Corona-Proteste zurückzuführen, die eine Gelegenheitsstruktur für antisemitisch geführte Diskussionen um Corona-Maßnahmen geboten hätten.

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle hat sich in Deutschland 2020 deutlich erhöht. Das hat der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e. V. in seinem Bericht festgestellt

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Wie äußerte sich Antisemitismus 2020 konkret?

Über ein Drittel aller bundesweit erfassten antisemitischen Vorfälle (insgesamt 644) fand online statt. Gut zwei Drittel der erfassten Vorfälle fanden offline statt. Insgesamt 39,5 Prozent der Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen Raum. Dazu gehören:

  • die Straße (561)
  • der öffentliche Nah- und Fernverkehr (101)
  • öffentliche Grünanlagen (69)
  • öffentliche Gebäude (24)

Die häufigsten Erscheinungsformen bei den 2020 dokumentierten antisemitischen Vorfällen waren bundesweit der Post-Schoa-Antisemitismus (907 Vorfälle). Bei einer Vielzahl von Corona-Demonstrationen kamen insbesondere antisemitische Verschwörungsmythen sowie Verharmlosungen des Holocaust zum Ausdruck.

Viele Juden in Deutschland erleben Anfeindungen und Beschimpfungen im Alltag. Viele sagen, dass sie sich fremd im eigenen Land fühlen würden. ZDF-Reporterin Susana Santina hat mit ihnen, aber auch mit Muslimen über Antisemitismus gesprochen.

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Der Bundesverband RIAS dokumentierte zwischen dem 17. März und dem Jahresende 2020 insgesamt 284 Versammlungen, auf denen es zu Gleichsetzungen der Corona-Maßnahmen mit der nationalsozialistischen Judenverfolgung oder zu anderen antisemitischen Aussagen kam.

Dem antisemitischen "Othering" (Juden werden als fremd oder nicht-dazugehörig zur jeweiligen Mehrheitsgesellschaft beschrieben) wurden 705 Vorfälle zugeordnet, dem modernen Antisemitismus (Juden wird eine besondere politische oder ökonomische Macht zugeschrieben) 612 Vorfälle und dem israelbezogenen Antisemitismus (gegen den Staat Israel gerichtet) 377 Vorfälle. Der Erscheinungsform des antijudaistischen Antisemitismus (religiös begründet) wurden 131 Vorfälle zugeordnet.

Welchen politisch-weltanschaulichen Hintergrund hatten die antisemitischen Vorfälle?

Von den 1.909 bundesweit dokumentierten antisemitischen Vorfällen 2020 konnten aufgrund der vorliegenden Informationen 1.003 Vorfälle, also 52,5 Prozent, nicht eindeutig einem politisch-weltanschaulichen Hintergrund zugeordnet werden.

Bei 906 Vorfällen war eine Zuordnung möglich. Davon entfielen mit 479 Vorfällen (25,1 Prozent aller Vorfälle) die meisten auf die Kategorie Rechtsextremismus/Rechtspopulismus.

Allerdings wurden hier vielerorts weniger Vorfälle dokumentiert als 2019. Die zweithäufigste Kategorie war 2020 bundesweit die 247 antisemitischen Vorfälle mit verschwörungsideologischem Hintergrund (12,9 Prozent).

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