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Verschwörungsprediger - "Anonymous" kapern Kanäle von Attila Hildmann

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Das Hackerkollektiv "Anonymous" hat seinen nächsten Coup gelandet: Das Kollektiv hat die Online-Dienste des Verschwörungspredigers Hildmann übernommen. Datenleaks sollen folgen.

Attila Hildmann. Archivbild
Attila Hildmann. Archivbild
Quelle: Christophe Gateau/dpa

Mehrere Online-Kanäle des rechtsradikalen Kochbuch-Autors Attila Hildmann sind von Hackern übernommen worden. Auf seiner Webseite erschien am Montag ein Banner des Hackerkollektivs "Anonymous".

Auch Hildmanns Telegram-Kanal enthält eine Nachricht der Aktivistengruppe. Das Hackerkollektiv hat in einem Blogbeitrag die Übernahme der Kanäle für sich reklamiert und behauptet, im Besitz zahlreicher E-Mails von Hildmann und anderer sensibler Daten zu sein.

Hildmann bestätigt Übernahme

Dem Bekennerschreiben zufolge soll ein ehemaliger Vertrauter Hildmanns die Zugriffsdaten zur Verfügung gestellt haben. Der Verschwörungserzähler bestätigte die Übernahme seiner Kanäle in einer Sprachnachricht auf einem weiteren Telegram-Kanal, der ihm zugeordnet werden kann.

Dem jungen Mann, der in Hildmanns Umfeld als IT-Administrator gearbeitet haben soll, war es offenbar gelungen, den Eindruck zu erwecken, die Daten seien bei ihm sicher vor dem Zugriff der deutschen Strafverfolgungsbehörden. Deswegen habe Hildmann ihm die Logins und Internet-Domains freiwillig übergeben.

Verschwörungstheoretiker wie Attila Hildmann verbreiten ihre ganz eigene Version der Wahrheit, in der das Coronavirus kein Zufall ist.

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Datenpool offenbart tiefen Einblick

"Anonymous" behauptet, die Daten gäben einen tiefen Einblick in die Welt des Holocaust-Leugners. In den kommenden Tagen würden Details veröffentlicht werden, damit die Presse und Strafverfolgungsbehörden sie auswerten könnten.

So soll aus den erbeuteten E-Mails hervorgehen, welche Unternehmen nach der Radikalisierung Hildmanns sich von ihm distanziert und eine Zusammenarbeit mit dem einst erfolgreichen TV-Koch eingestellt haben und welche Firmen die Kooperation fortgesetzt haben.

In dem Datenpool soll sich demnach auch das Grundrezept des veganen Energydrinks "Daisho" befinden, den Hildmann entwickelt und vermarktet hat. Zu den Internet-Seiten, die nun von "Anonymous" kontrolliert werden, gehört auch Hildmanns Online-Shop.

Wurde Hildmann vor Haftbefehl gewarnt?

In dem Bekenner-Beitrag schreibt "Anonymous" auf der Internetseite anonleaks.net zudem, das Kollektiv sei im Besitz von Bildern, die den Vorwurf untermauern würden, dass der Haftbefehl gegen Hildmann aus der Berliner Justiz durchgestochen worden sei.

Attila Hildmann am 06.06.2020 in Berlin

Gesuchter wohl in Türkei - Haftbefehl gegen Hildmann nicht vollstreckt 

Der selbsternannte "Verschwörungsprediger" Attila Hildmann hält sich wohl in der Türkei auf. Mit zeitnaher Vollstreckung des Haftbefehls sei nicht zu rechnen, so die Behörden.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte im Mai 2021 mitgeteilt, dass gegen Unbekannt wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen ermittelt werde. Es werde vermutet, dass Informationen über einen Haftbefehl gegen Hildmann aus den eigenen Reihen unzulässig weitergereicht wurden.

Ein Haftbefehl gegen Hildmann kann nicht vollstreckt werden - er soll zuletzt in der Türkei gewesen sein. Der 40-Jährige hat laut Staatsanwaltschaft neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft.

Früher als veganer Kochbuchautor und Fitness-Guru bekannt, nennt Hildmann sich inzwischen selbst "ultrarechts" und einen Verschwörungsprediger. Er trat bei Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf. Seine Äußerungen lösten Kritik und Entsetzen aus - etwa bei seinem Kochbuch-Verlag, der die verlegerische Zusammenarbeit schon vor Jahren einstellte.

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