Sie sind hier:

Gesuchter Ex-Koch und Extremist - Maulwurf in der Justiz im Fall Hildmann

Datum:

Eine Mitarbeiterin der Berliner Justiz soll Interna an den mit Haftbefehl gesuchten Attila Hildmann weitergegeben haben. Ihr wurde gekündigt.

Attila Hildmann. Archivbild
Attila Hildmann. Archivbild
Quelle: Christophe Gateau/dpa

Der rechtsradikale Verschwörungserzähler Attila Hildmann hat von einer Mitarbeiterin der Berliner Justiz Informationen zu Ermittlungen gegen ihn erhalten. Der Mitarbeiterin, Efstathia M, wurde fristlos gekündigt. Das haben das ARD-Magazin "Kontraste" und "STRG_F" sowie der "Spiegel" recherchiert.

Es habe zudem strafrechtliche Konsequenzen für die ehemalige Mitarbeiterin gegeben, teilte Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit. Demnach handelt es sich um eine ehemalige Angestellte aus der IT-Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft. Gegen sie werde wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses und der versuchten Strafvereitelung ermittelt, sagte ein Behördensprecher.

"Anfragen zu Personen der rechtsextremen und Querdenker-Szene"

Laut der Recherchen soll die Ex-Mitarbeiterin mehrfach bei Polizeieinsätzen aufgefallen sein, sie sei im Umfeld eines Aktivisten der "Querdenken"-Szene beobachtet worden. Daraufhin habe die Staatsanwaltschaft im Mai überprüft, auf welche Daten die Frau in letzter Zeit zugegriffen habe.

Es ergaben sich unberechtigte Abfragen zu verschiedenen Personen der rechtsextremen und der "Querdenker"-Szene.
Behördensprecher

Daraufhin sei im vergangenen Juli die Wohnung der Verdächtigen in Berlin durchsucht und Datenträger sichergestellt worden.

Archiv: Attila Hildmann (vorne), spricht bei einer Demonstration gegen die Corona-Politik der Bundesregierung am Bundeskanzleramt.

Brandenburgs Staatsschutz prüft - Auf welche Mythen Hildmann zurückgreift 

Vom TV-Koch zum Verschwörungsmythologen: In der Coronakrise macht Attila Hildmann mit kruden Thesen von sich reden, die antisemitisch und längst widerlegt sind.

von Katja Belousova

Hildmann wird mit Haftbefehl gesucht

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hildmann wegen Volksverhetzung, Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Ein Haftbefehl gegen Hildmann kann nicht vollstreckt werden, denn er ist in der Türkei.

Im Messenger "Telegram" hetzte er monatelang mit antisemitischen, rechtsextremen und verschwörungsideologischen Inhalten. Unterstützung beim Auf- und Ausbau seiner IT erhielt er dabei von einem Mann, der dem Hacking-Kollektiv "Anonymous" angehörte.

Der IT-Fachmann Kai Enderes berichtet dem "Spiegel", dass er mit Hildmann sogar in die Türkei geflohen war, wo sich der ehemalig Star-Koch vor der deutschen Strafverfolgung versteckt. Enderes sammelte demnach Daten über Hildmann und gab diese dann weiter. Hildmann wirft Enderes wiederum vor, dieser wolle sich "rein waschen", weil er Angst vor Strafverfolgung habe.

Attila Hildmann. Archivbild

Verschwörungsprediger - "Anonymous" kapern Kanäle von Attila Hildmann 

Das Hackerkollektiv "Anonymous" hat seinen nächsten Coup gelandet: Das Kollektiv hat die Online-Dienste des Verschwörungspredigers Hildmann übernommen. Datenleaks sollen folgen.

ZIT prüft einen Teil der internen Dokumente - Schlag gegen weitere Radikale?

Gleichzeitig haben Mitglieder von "Anonymous" zahlreiche Dokumente über Hildmann sowohl Medien als auch Behörden zur Verfügung gestellt. Auch die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) in Frankfurt hat laut "Spiegel" Daten angefragt und erhalten und prüft nun einen Teil der Interna, die Enderes gegen Hildmann gesammelt hat.

Die Frankfurter könnten auf diese Weise an weitere Radikale herankommen, die auf Telegram hetzen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.