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CO2-Emissionen - Können Bäume den Klimawandel stoppen?

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Eine Studie besagt, dass der Klimawandel aufgehalten werden könne, indem man massenhaft Bäume pflanze. Ist eine solche Aufforstung überhaupt möglich? Und welchen Effekt hätte sie?

Bäume pflanzen rettet das Klima – das behaupten zahlreiche Naturschutzorganisationen. Weltweit wird deshalb massiv aufgeforstet. Wie viel nutzt das im Kampf gegen den Klimawandel?

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Im Juli 2019 machte eine Studie der ETH Zürich Schlagzeilen. Die These: Bäume könnten das Klima retten, Platz für neue Wälder gebe es genug auf der Erde. Diese könnten zwei Drittel der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen kompensieren.

Doch die ETH-Studie stieß auf Kritik.

Forscher: Zu wenig Fläche für neue Bäume

Für Eike Lüdeling, Gartenbauwissenschaftler an der Universität Bonn, sind die Ergebnisse der Studie nicht umsetzbar: "Die Forscher sehen Potential für neue Bäume in Gegenden, die landschaftlich nicht für die Aufforstung geeignet sind. Etwa, weil es zu kalt oder zu warm ist", sagt er.

So viel Platz für neue Bäume gebe es gar nicht mehr auf der Erde. Denn viele Flächen würden bereits für die Landwirtschaft genutzt.

Bäume fangen nur einen Teil der CO2-Emissionen ab

Deutschland ist immerhin zu einem Drittel mit Wald bedeckt. Die Bäume absorbieren Kohlendioxid (CO2) aus der Luft und speichern es in Form von Kohlenstoff in ihrer Biomasse. Den Sauerstoff geben sie wieder ab.

So kompensieren die Bäume einen Teil unseres Umweltverhaltens. Trotzdem werden damit gerade einmal sieben Prozent der jährlichen CO2-Emissionen in Deutschland abgefangen. 

Mischwälder sind besonders effektiv beim Klimaschutz

Effektiv sind besonders Wälder mit verschiedenen Laub- und Nadelbäumen, sogenannte Mischwälder. Monokulturen hingegen, etwa nur mit Nadelbäumen, weisen eine schlechtere Klimabilanz auf – und sind anfälliger für Hitze, Dürre und Schädlingsbefall.

Trotzdem setzen viele Länder weiterhin auf die schnell wachsenden Monokulturen weil der Holzbedarf steigt.

Irland setzte auf Monokultur

In Irland ist das bereits ein Problem. Dort ist die schnell wachsende und ertragreiche Sitka-Fichte beliebt. Zwar hat es die irische Regierung mit ihr geschafft, fast ein Fünftel der Insel wieder zu bewalden – jedoch nicht unbedingt im Sinne des Klimaschutzes.

Viele Iren protestieren gegen die Fichten-Wälder und für nachhaltigere Mischwälder.

Auch Eike Lüdeling sieht die Zukunft der Aufforstung in den Mischwäldern:

Wir müssen uns damit anfreunden, dass sich der Wald durch den Klimawandel verändert. Das müssen wir bei der Planung von neuem Wald berücksichtigen.
Eike Lüdeling, Gartenbauwissenschaftler

Aufforstung mit Drohnen

Das australische Unternehmen "Lord of the Trees" versucht deshalb, bei der Aufforstung die Natur exakt zu imitieren und setzt dabei auf fliegende Helfer: Drohnen, die Samen aus der Luft schießen.

Damit säen sie nicht nur gemischte Baumsamen aus, sondern auch solche für Büsche und Gräser. So wollen sie anstelle von Wäldern gleich komplette Ökosysteme etablieren.

Bäume: Nur ein Baustein im Kampf gegen Klimawandel

Aufforstung allein könne das Klima aber nicht retten, mahnen Wissenschaftler. Auch Gartenbauwissenschaftler Lüdeling sagt:

Bäume können unglaublich viel für das Klima tun – aber es reicht nicht aus.
Eike Lüdeling, Gartenbauwissenschaftler

Die Lösungen lägen auch in unserem Energiesystem und unserem Konsumverhalten. Zu diesem Schluss sind nach der anhaltenden Kritik auch die Forscher der ETH Zürich gekommen. Ihre neue These: Bäume sind ein Baustein im Kampf gegen den Klimawandel.

 

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