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Suche nach Außerirdischen - Hallo, ist da jemand?

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Bei der Suche nach außerirdischem Leben haben Forscher die bislang größte Datenmenge veröffentlicht. Sie hoffen nun auf Hilfe bei der Auswertung - und andere Erkenntnisse.

Das Radioteleskop des Green-Bank-Observatoriums in West Virginia
Generiert jede Menge Daten: Das Radioteleskop des Green-Bank-Observatoriums in West Virginia.
Quelle: imago

Auf der Suche nach außerirdischen Zivilisationen haben Forscher nach eigenen Angaben den bislang größten Lauschangriff auf unsere Heimatgalaxie unternommen. Fast zwei Petabyte an Beobachtungsdaten der Milchstraße hat die privat finanzierte Initiative "Breakthrough Listen" nun öffentlich zugänglich gemacht, wie die an der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz (SETI) beteiligte Universität von Kalifornien in Berkeley berichtet.

Zwei Teleskope liefern Unmengen an Daten

Zwei Petabyte sind rund zwei Milliarden Megabyte, das entspricht etwa einer Billion Seiten Text. "Das ist die größte Veröffentlichung von SETI-Daten in der Geschichte", betonte "Breakthrough Listen"-Chefwissenschaftler Andrew Siemion von der Universität von Kalifornien.

Die Daten stammen vor allem vom Parkes-Radioteleskop in Australien und vom Green-Bank-Radioteleskop in den USA. Sie hatten in den vergangenen vier Jahren die von Sternen dicht bevölkerte Scheibe der Milchstraße nach möglichen Funksignalen außerirdischer Zivilisationen abgehorcht. Signale von Außerirdischen haben die Wissenschaftler bislang nicht entdeckt.

Auch Bürger können nach außerirdischem Leben suchen

Die Auswertung der Daten ist allerdings eine Herkulesaufgabe, bei der die Initiative auf die Hilfe von anderen Forschern wie etwa Experten für Maschinenlernen und künstliche Intelligenz hofft, wie Siemion erläuterte.

Auch Bürger können bei der Suche nach Aliens helfen: Ein Teil der Daten kann über das Bürgerforschernetzwerk SETI@Home der Universität von Kalifornien auf heimischen PCs analysiert werden. Allerdings seien die Datenmengen so riesig, dass sie sich nicht alle direkt über das Internet senden ließen, erklärte Siemion. Stattdessen würden die Rohdaten mit Hilfe von Supercomputern verkleinert, wobei die Empfindlichkeit für ein möglichst breites Spektrum von Signalen erhalten bleibe.

Daten helfen auch bei natürlichen Phänomenen

Die Beobachtungen dienten nicht allein zum Aufspüren außerirdischer Rundfunksender oder anderer künstlicher Signale, betonten die Wissenschaftler. Sie seien auch eine Goldmine für die Suche nach natürlichen astronomischen Phänomenen, die sich im Bereich der Radiowellen bemerkbar machen.

So habe eine Analyse vor etwas mehr als einem Jahr mehr als 70 Radiopulse von einem sich wiederholenden sogenannten Fast Radio Burst (FRB; kurzer Radioblitz) aufgespürt. Die zufällig auftretenden FRB gehören derzeit zu den rätselhaftesten Beobachtungen im Kosmos. Sie sind natürlichen Ursprungs, aber ihre genaue Ursache ist noch nicht geklärt. Astronomen sind daher auf möglichst viele Beobachtungen angewiesen.

Initiative: Daten ermöglichen "echte Wissenschaft"

"Breakthrough Listen" ist eine der vom russischen Unternehmer Juri Milner gegründeten und privat finanzierten Forschungsinitiativen. "Für die gesamte Menschheitsgeschichte hatten wir eine begrenzte Datenmenge, um nach Leben jenseits der Erde zu suchen. Daher konnten wir nur spekulieren", erläuterte Milner in der Mitteilung der Universität.

"Jetzt, wo wir eine große Menge Daten bekommen, können wir echte Wissenschaft betreiben, und indem wir diese Daten für die allgemeine Öffentlichkeit verfügbar machen, kann das jeder, der die Antwort auf diese tiefgreifende Frage wissen möchte."

Das Projekt wurde am Freitag auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) in Seattle (US-Staat Washington) vorgestellt.

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