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Australien schießt Tausende Kamele ab

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Tiere gefährden Ortschaften - Australien schießt Tausende Kamele ab

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Scharfschützen töten von Hubschraubern aus Tausende Kamele: Diese umstrittene Aktion hat in Australien begonnen. Wegen der Dürre dringen die Tiere in Orte vor oder verdursten.

Archiv: Wilde Kamele in Australien
Mehr als 600.000 wilde Kamele soll es in Australien geben.
Quelle: DPA

Wilde Kamele sind durch die Dürre im Hinterland von Australien offenbar zu einer derartigen Plage geworden, dass sie aus Hubschraubern heraus abgeschossen werden. Nach Angaben der örtlichen Verwaltung wurden am Donnerstag etwa 1.500 Tiere getötet, 10.000 könnten es noch werden.

Auf dem Gebiet der Ureinwohner, das im Bundesstaat South Australia liegt, machen die extreme Trockenheit und Hitze den Tieren zu schaffen. Auf der Suche nach Futter seien sie in Siedlungen und Dörfer vorgedrungen und hätten dort Schäden angerichtet. Sie durchbrachen Zäune, warfen Wassertanks um und zerstörten Nahrungsvorräte, wie der Chef des dünn besiedelten Verwaltungsgebietes, Richard King, der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Ihm zufolge dauert die Dürre auf dem Land der Aborigines nun schon 18 Monate. Es sei das erste Mal, dass die Kamele in der Gegend in so großer Zahl getötet würden. Die Regierung des Bundesstaates hatte dies gebilligt.

Ministerium: Tiere verdursten oder trampeln sich tot

Die Tötung erfolge nach höchsten Tierwohl-Standards, betonte das Umweltministerium des Bundesstaates South Australia. Die Keulung ist die erste dieser Art in dem Bundesstaat und findet in Anangu Pitjantjatjara Yankunytjatjara (APY) statt, einem Verwaltungsbezirk, in dem etwa 2.300 Ureinwohner leben. Sie diene nicht nur dem Schutz der Menschen, sondern auch dem Wohl der Herden, erklärte das Ministerium. Es seien bereits Tiere verdurstet oder hätten sich gegenseitig totgetrampelt. 2019 war das trockenste Jahr in Australien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.


Unabhängig von den aktuellen Buschbränden gelten Kamele in Australien als Plage. Die Tiere sind in dem Land nicht heimisch. Sie wurden einst von britischen Siedlern dorthin gebracht und haben keine natürlichen Feinde. In ganz Australien soll es mehr als 600.000 wilde Kamele geben.

Empörte Somalier wollen Kamele aufnehmen

Aufgebrachte Somalier forderten Australiens Regierung über Twitter auf, die Tiere nicht zu töten. Sie sollten stattdessen nach Somalia gebracht werden, forderten Dutzende Nutzer des Kurznachrichtendienstes.

In Somalia ist die Kamelzucht eine Jahrhunderte alte Tradition. Der Vorsitzende des Kamelzüchterverbandes in Somaliland, Mustafe Cali Deeq, sagte der BBC, einzig Menschen besäßen für Somalier einen höheren Wert. Traditionell wird der Reichtum eines Somaliers daran abgelesen, wie viele Kamele er besitzt.

Brände in Australien

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