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Spenden-Appell für Australien - Bitte keine Stoffbeutel für Kängurubabys mehr

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Gestrickte Handschuhe für verletzte Koalapfoten, Stoffbeutel für verwaiste Kängurubabys: Nach den Bränden in Australien wurde viel Gebasteltes gespendet. Helfer hätten lieber Geld.

Ein Tourist mit verwaistem Kängurubaby bei Sonnenuntergang im australischen Outback, aufgenommen am 23.08.2019
Wichtiger als Stoffbeutel für verwaiste Kängurubabys sind nun Geldspenden, um Futter für die Tiere zu kaufen.
Quelle: imago images / robertharding

Nach den verheerenden Buschbränden ist die Spendenbereitschaft groß. Hilfsorganisationen wünschen sich aber lieber Geld als Sachspenden oder Gebasteltes. Bitte keine Stoffbeutel für verwaiste Kängurubabys mehr, heißt es von Hilfsorganisationen. Auch selbstgestrickte Handschuhe für verletzte Koalapfoten würden aktuell nicht gebraucht.

Nach Bränden in Australien sind Hilfsorganisationen von Spenden überwältigt

Seit Monaten wüten in Australien riesige Feuer, besonders im Südosten. Nach einer Schätzung von Wissenschaftlern starben mehr als eine Milliarde Tiere. Bilder von verletzten Koalas und Kängurubabys gingen um die Welt. Für die Tiere und die australische Feuerwehr wurde enorm viel gespendet. In lokalen Medien ist von etwa einer halben Milliarde australischen Dollar - umgerechnet rund 300 Millionen Euro - insgesamt die Rede.

Allein bei der Spendenplattform GoFundMe zahlten seit November 500.000 Menschen aus 170 Ländern etwas für das feuergeplagte Australien. Ende Januar stand oben auf der Liste die Hilfe für "durstige Koalas" - mit umgerechnet 4,6 Millionen Euro. Die Feuerhilfe, für die sich US-Moderatorin Ellen DeGeneres einsetzt, lag mit 1,5 Millionen Euro dahinter. "Die Dimension der Großzügigkeit ist enorm", sagte Nicola Britton von GoFundMe Australien. Ein Ende ist demnach noch nicht in Sicht.

Wir sind überwältigt von der Großzügigkeit der Leute (...) Aber wir haben zu viele Koala-Fäustlinge und Kängurubaby-Beutel.
John Grant, Tierrettungsorganisation Wires

John Grant von der Tierrettungsorganisation Wires sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie seien überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Leute. "Aber wir haben zu viele Koala-Fäustlinge und Kängurubaby-Beutel." Grant dankte allen dafür. Aber vor solchen Spenden sollte man fragen, was gebraucht werde.

Geldspenden sind für die Tiere in Australien nun wichtiger

Die Helfer der "Animal Rescue Craft Guild" haben einen Appell an alle Bastel-Freunde weltweit, nach dem Motto: Bitte schicken Sie nichts Selbstgemachtes mehr. Man wolle nicht, dass daraus Ladenhüter werden. Es gebe ein Überangebot an Känguru-Beuteln oder an Schutzhüllen für Fledermäuse. Gebraucht werde Geld, um Futter für die Tiere zu kaufen, weil alles verbrannt sei.

Bei der christlichen Organisation Vinnies, die Menschen in Not hilft, werden keine Sachspenden wie Kleidung oder Essen mehr angenommen. "Die Zeit und das Geld, die es braucht, das alles zu organisieren und zu transportieren, nehmen viele dringend gebrauchte Ressourcen von denen weg, die sofortige Unterstützung benötigen."
Am besten sei Geld. Das komme ohne Verzögerung direkt an der Stelle an, wo es am meisten gebraucht werde.

Anna Bertuleit, eine freiwillige Tierhelferin aus Deutschland, sagte der dpa, für eine kleine Organisation seien schon fünf Euro hilfreich. Auch wenn man in Deutschland vielleicht anderes höre - die Feuerkrise sei noch nicht vorbei. Der Regen sei da nur wie eine Tasse Wasser, wenn das Haus in Flammen stehe. Es sei immer noch heiß und die Feuer brennen immer noch.

Seit September wüten in Australien schwere Waldbrände. Insgesamt sind schon mehr als 12 Millionen Hektar Land verwüstet worden, etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands. Mindestens 33 Menschen kamen ums Leben, Tausende Häuser wurden zerstört. Dutzende Feuer brennen noch immer, davon eines in der Nähe von Canberra.

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