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Badeunfälle: Wo, wem und warum sie passieren

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Todesfälle durch Ertrinken - Badeunfälle: Wo, wem und warum sie passieren

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Der befürchtete Anstieg bei Badeunfällen durch Corona ist ausgeblieben. Die Zahl der Badetoten bleibt aber hoch. Was sind die Gründe, welche Menschen sind besonders gefährdet?

Mecklenburg-Vorpommern, Karlshagen: Badegaeste geniessen das heisse Frühsommerwetter in Karlshagen am Ostseestrand.
Mecklenburg-Vorpommern, Karlshagen: Badegaeste geniessen das heisse Frühsommerwetter in Karlshagen am Ostseestrand.
Quelle: dpa

Laut der heute veröffentlichten Zwischenbilanz der DLRG sind bis Ende Juli 2020 in deutschen Gewässern mindestens 192 Menschen ertrunken. Der befürchtete Anstieg durch vollere Küstenabschnitte und mehr Andrang auf Binnengewässer bedingt durch die Corona-Pandemie blieb aus. Doch die traurige Statistik der letzten Jahre bleibt konstant. Jedes Jahr ertrinken in Deutschland mehr als 400 Menschen.

Tödliche Badeunfälle meist an offenen Gewässern

Die meisten Badeunfälle mit Todesfolge passieren an ungesicherten Seen und Teichen. Auch an Flüssen wird oft die Strömung unterschätzt, was in vielen Fällen tödlich endet. Baden in offenen und ungesicherten Gewässern ist riskant.

Dagegen passieren in Schwimmbädern und an anderen überwachten Badeorten kaum Unfälle. Bademeister und Rettungsschwimmer behalten stets den Überblick und können im Notfall schnell reagieren.

An Flüssen, Seen und Teichen sind in den wenigsten Fällen Rettungsschwimmer im Einsatz.
Achim Wiese, Pressesprecher der DLRG

Männer ertrinken häufiger als Frauen

Nach wie vor ertrinken in Deutschland deutlich mehr Männer als Frauen. Diese Tatsache wird durch die langjährige DLRG-Statistik belegt.

Männer sind risikofreudiger und spielen gerne mal den Helden, was dann leider allzu oft tragisch endet.
Achim Wiese, Pressesprecher der DLRG

Badeunfälle vor allem bei jungen Erwachsenen und Senioren

Obwohl es manchmal zu tödlichen Badeunfällen bei Kindern im Vorschul- und Grundschulalter kommt, waren die größten Risikogruppen 2019 nach Altersstufen die Gruppen der 21 bis 30 Jährigen und der 51 bis 60 Jährigen. Auch die Gruppe der Senioren über 75 ist deutlich stärker vertreten.

Hauptgründe: Leichtsinn und Alkohol

Die Hauptgründe für die tödlichen Badeunfälle sind laut DLRG immer noch Leichtsinn und Selbstüberschätzung, auch Alkohol ist im Spiel. Es werden Regeln fürs sichere Baden ignoriert, die nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene gelten.

Älteren Menschen verdrängen oder ignorieren oft eigene Vorerkrankungen, die allerdings eine große Auswirkung auf die Notwendige Kondition beim Schwimmen haben.

Da viele Freibäder vorerst geschlossen bleiben, sind besonders Seen und Flüsse in diesem Jahr beliebte Badeorte. Doch nun warnt die DLRG vor zunehmenden Badeunfällen auf Freigewässern.

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Eine besondere Risikogruppe bilden Menschen mit Migrationshintergrund. In den Heimatländern dieser Menschen gibt es kaum Zugang zu größeren Gewässern und demnach auch kaum Möglichkeiten, schwimmen zu lernen.

Doch auch in Deutschland verschlechtert sich die Schwimmausbildung der Kinder und Jugendlichen stetig. Durch Lehrermangel und Schließungen der Schwimmbäder, findet der notwendige Schwimmunterricht nicht statt, obwohl er auf dem Stundenplan steht.

Sicheres Baden: Worauf sollte man achten?

Im Gegensatz zu Rettungsszenen aus Hollywoodfilmen, in denen die Ertrinkenden minutenlang laut um Hilfe schreien, passieren die echten Unfälle "leise". Denn im Notfall setzt schnell Panik ein und der Körper schaltet in Überlebensmodus.

Wenn der Kopf über der Wasseroberfläche auftaucht, wird erstmal Luft geholt, für Hilferufe bleibt dabei keine Zeit. Die Arme werden dazu genutzt den Körper über Wasser zu halten, Hilfe herbei winken ist dabei unmöglich. Ertrinkende schnappen oft nach Luft ohne zu schreien, führen unkontrollierte Schwimmbewegungen aus und tauchen immer wieder unter Wasser, dies sind die Anzeichen eines Notfalls.

Pool kindersicher machen: Kind schwimmt im Pool

Gefahr beim Baden -
So schützen Sie Ihre Kinder vor dem Ertrinken
 

Sommerzeit ist Badezeit. Doch der Spaß im Wasser birgt auch Gefahren. Ertrinken ist die häufigste Todesursache bei Kleinkindern. Wie Sie Ihre Kinder schützen können: ein Überblick.

Kinder, vor allem Kleinkinder, können in flachem Wasser ertrinken. Denn wenn sie mit dem Gesicht im Wasser landen, verschließt sich reflexartig die Stimmritze und blockiert dadurch die Atmung. Werden sie nicht schnell aus dem Wasser geholt, führt das zum "trockenen ertrinken". Deshalb sollten Kinder beim Baden ständig im Auge behalten werden.

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