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FAQ

Klimaschutz - Neue Bäume als Klimaretter - was bringt's?

Datum:

Um den Klimawandel abzubremsen, müssen die Treibhausgasemissionen global drastisch sinken. Hilft es Bäume zu pflanzen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken?

Mexiko, Kopoma: Eine Person pflanzt einen Setzling an einem Planting Life-Standort, einem vom mexikanischen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador geförderten Arbeits- und Aufforstungsprogramm im mexikanischen Bundesstaat Yucatan.
Aufforstung: Was bringt es im Kampf gegen den Klimawandel, Setzlinge zu pflanzen?
Quelle: dpa

Die Natur, ob Ozeane, Wälder oder Moore, nimmt enorme Mengen unserer Treibhausgasemissionen auf und bremst dadurch den Klimawandel. Lassen sich diese Puffer weiter ausbauen? Eine Möglichkeit: Bäume pflanzen. Aber welchen Nutzen hat das wirklich, wann ist es sinnvoll und gibt es effektivere Maßnahmen?

Wie viel CO2 speichern Wälder?

Ein Drittel der menschlichen CO2-Emissionen nehmen jährlich weltweit Pflanzen und Böden auf. Wälder haben einen wichtigen Anteil daran. Laut Daten der Nasa nehmen sie weltweit 15,6 Billionen Tonnen CO2 auf. Zieht man davon Emissionen ab, die durch Waldbrände und Abholzung entstehen, wirken Wälder jährlich als CO2-Senke im Wert von 7,6 Billionen Tonnen. Eine Menge anderthalbmal so groß wie der jährliche Ausstoß der USA.

Dem deutschen Wald geht es schlecht. Allein in den letzten drei Jahren sind 300 Millionen Bäume abgestorben - so viel wie nie zuvor.

Beitragslänge:
15 min
Datum:

Welche Bäume sollten gepflanzt werden?

Laubbäume binden aufgrund ihrer höheren Holzdichte mehr CO2 als Nadelbäume. Auf ganze Wälder gesehen binden jedoch Mischwälder mit unterschiedlichen Baumarten am meisten CO2. Sie sind aber nicht nur aus Klimasicht sinnvoll. Mischwälder weisen zugleich die höchste Artenvielfalt auf und sind auch am besten vor Extremwettern wie Dürren geschützt, die durch den Klimawandel bereits zunehmen.

Baden-Württemberg, Weil im Schönbuch: Vertrocknete Blätter liegen auf einem Waldboden, der von Rissen durchzogen ist.
Thema bei der Aufforstung: Welche Baumarten kommen gut mit Trockenheit und Hitze klar?
Quelle: dpa

Wie trockenheitsresistent ein Wald ist, lässt sich aber auch über die einzelnen gepflanzten Baumarten steuern: Weißtanne, Douglasie, Hainbuche oder Feldahorn sind Baumarten, die hierzulande besser mit extremer Trockenheit klarkommen als etwa die Fichte. Aber auch diese Bäume werden nicht vollends vom Klimawandel verschont bleiben:

Es gibt nicht die eine Baumart, die Superbaumart, die im Klimawandel allem trotzt. Alle Baumarten leiden, manche mehr, manche minder.
Prof. Dr. Andreas Bolte, Leiter Thünen-Institut für Waldökosysteme

Welche Probleme können entstehen?

Zum ökologischen Problem werden Baumpflanzungen, wenn Monokulturen gepflanzt werden oder die Bäume innerhalb der ersten Jahre absterben. Denn erst nach durchschnittlich zehn Jahren wird die Klimabilanz von Bäumen positiv. Das liegt hauptsächlich an der Bodenatmung, also aktiven Mikroorganismen im Boden, die CO2 freisetzen, während junge Bäume nur sehr geringe Mengen binden. Sterben die Bäume früh ab, hat die Baumpflanzung dem Klima mehr geschadet als geholfen. Im Alter von 20 bis 40 Jahren wachsen Bäume durchschnittlich am stärksten und lagern in dieser Zeit jährlich am meisten zusätzliches CO2 ein.

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Problematisch ist auch, wenn nicht-einheimische Arten gepflanzt werden, die invasiv werden. Sie verdrängen dann heimische Arten und werden so zum ökologischen Problem. Gerade bei Produkten, die mit dem Pflanzen von Bäumen werben, lohnt daher ein genauer Blick darauf, welche jeweiligen Projekte unterstützt werden sollen.

Gibt es noch größere natürliche CO2-Speicher?

Um den Klimawandel nicht noch zusätzlich anzuheizen, ist es fürs Klima besonders wichtig, bestehende Ökosysteme, die große Mengen an CO2 speichern, zu schützen. Ganz besonders Mangroven, Moore und alte Wälder. Moore speichern weltweit mehr CO2 als alle anderen Vegetationsarten zusammen. Sind Moore trockengelegt, setzten sie aber CO2 frei statt es zu binden.

Warum Torfabbau und die Trockenlegung der Moore unserem Klima schadet und was wir dagegen tun können.

Beitragslänge:
9 min
Datum:

In Deutschland erstrecken sich Moore über 18.000 Quadratkilometer, eine Fläche fast so groß wie Sachsen. Das Problem: 90 Prozent der Moore sind heute laut dem Umweltbundesamt nicht mehr in ihrem natürlichen Zustand. Werden Moore trockengelegt, zersetzt sich das darin über Jahrhunderte abgelagerte Pflanzenmaterial. Große Mengen an CO2 und Lachgas, ein noch viel schädlicheres Treibhausgas, werden freigesetzt.

Über sechs Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen entfielen dadurch 2019 auf die Moore. Die Moore wieder zu vernässen, hat entsprechend ein großes Potenzial, um unsere Treibhausgasemissionen zu senken und CO2 langfristig zu speichern.

Moore speichern Wasser – und außerdem mehr CO2 als alle Wälder zusammen. Doch viele Moore sind trocken und dadurch „tot“. Ist das noch zu ändern?

Beitragslänge:
5 min
Datum:

Was bringt’s? – In dieser Reihe klärt der Terra-X-Instagram-Kanal regelmäßig über vermeintliche Lösungen ökologischer Probleme auf und sucht nach besseren Antworten.

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