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Barrierefrei Bahnfahren: Eine App hilft

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Umständliches Buchen - Barrierefrei Bahnfahren: Eine App hilft

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Bahnfahren ist für den Berufspendler Kay Macquarrie seit Jahren eine Tortur. Bis er eine App entwickelt, die Zugreisen für Rollstuhlfahrer erleichtern soll. Die Bahn braucht noch.

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Einfach mal in einen Zug einsteigen, ohne groß zu planen und nachzudenken. Was für die meisten Menschen ganz selbstverständlich ist, das ist für Menschen mit Einschränkungen meist unmöglich, denn von Barrierefreiheit ist die Deutsche Bahn noch meilenweit entfernt.

Für den Journalisten Kay Macquarrie, der nach einem Unfall vor mehr als 20 Jahren im Rollstuhl sitzt, sind seine Dienstreisen nach Berlin oft ein Alptraum. In den Zug und wieder heraus kommt er nur mit einer Hilfe, die er vorher buchen muss. Im Waggon sind nur zwei Plätze für Rollstuhlfahrer, eine Behindertentoilette, die seiner persönlichen Statistik nach oft kaputt ist.

Mobilitätsservice der Bahn zu kompliziert

Macquarrie lebt seit fünf Jahren mit seiner Familie in Altenholz bei Kiel. Seine Fahrten nach Berlin plant er minutiös. Er schätzt zwar den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn, der aber aus seiner Sicht viel zu kompliziert ist. Anmeldung mindestens 48 Stunden vor Fahrantritt, 79 Formularfelder ausfüllen. Spontan geht da nichts!

"Man muss erst sein Ticket buchen, danach wird der Mobilitätsservice gebucht und geplant drum herum. Das ist dann mal locker eine halbe Stunde, die ins Land gehen kann." Das hat er einige Jahre mitgemacht. Und dann eine Petition auf change.org gestartet. Seine Forderung: die Anmeldefrist für den Hilfsservice bei der Deutschen Bahn zu vereinfachen.

Inzwischen gibt es auch schon eine digitale Lösung. Das Projekt Hilfeleistung als Service, das ein Karlsruher IT-Spezialist mit ihm entwickelt hat. "Es ist noch nicht ganz ideal, ein Click, und man ist dabei, es sind schon fünf, sechs Arbeitsschritte, die man nimmt. Das ist aber eine Arbeitserleichterung, die gar nicht auszusprechen ist. Deutlich!"

Bahn zeigt sich offen, aber keine rasche Lösung in Sicht

Bei der Deutschen Bahn ist man längst offen für seine Sorgen und Ideen, sagt Konzernsprecher Achim Staußbein im Gespräch mit Kay Mcquarrie. "Das ist natürlich unbefriedigend, dass man nicht so flexibel ist, wie ich das eben kenne aus meinem täglichen Leben. Ich kann jederzeit schnell aufspringen und losfahren." Zugleich räumte er ein: "Bei allen Bemühungen, die wir haben, wir werden das auch nicht in den nächsten Jahren 100 Prozent hinbekommen. Aber wir werden uns Schritt für Schritt bessern."

In das neue Buchungssystem, an dem die Deutsche Bahn gerade arbeitet, werden nun auch Kay Macquarries Ideen einfließen. Bis das Bahnfahren aber von der Buchung bis zu den Bahnsteigen komplett barrierefrei sein wird, werden mindestens 20 Jahre vergehen, schätzt Macquarrie. Dieser Einschätzung widerspricht auch der Konzernprecher der Deutschen Bahn nicht.

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