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Corona-Regeln für die Bahn - Mehr Züge, weniger Reservierungen

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Nur Fensterplätze sollen buchbar sein, das Angebot im Fernverkehr wird größer: So will die Bahn durch den Corona-Dezember fahren. Die Reservierungspflicht ist vorerst vom Tisch.

Die Bahn will künftig auch auf Wasserstoffzüge setzen. Archivbild
Die Bahn hat jetzt einen Plan, um durch den Corona-Winter zu kommen: Maximal 60 Prozent der Plätze sollen pro Zug reservierbar sein.
Quelle: Silas Stein/dpa

Die neuen Corona-Beschränkungen von Bund und Ländern machen sich auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn bemerkbar: Fahrgäste können von Freitag an nur noch einen Sitzplatz pro Doppelsitz reservieren, wie der bundeseigene Konzern an diesem Donnerstag mitteilte. Der jeweilige Platz daneben bleibt demnach für eine Reservierung gesperrt. Insgesamt sollen maximal 60 Prozent der Plätze pro Zug reservierbar sein.

Paare und Familien können zusammensitzen

An den Tischen sind demnach nur sich schräg gegenüberliegende Plätze reservierbar. Gemeinsam Reisende wie Familien und Paare können in Extra-Bereichen nebeneinanderliegende Sitzplätze reservieren, wie es hieß. Einzelreisenden werden automatisch Fenstersitzplätze zugewiesen, sofern diese noch frei sind. Allerdings können Fahrgäste auch weiterhin ohne Reservierung in den Zug steigen.

Personenverkehrsvorstand Berthold Huber teilte mit:

Ab Mitte Dezember bieten wir darüber hinaus mit neuen Zügen zusätzlich Tausende Sitzplätze und häufigere Fahrten auf vielen Hauptstrecken an.
Berthold Huber, Deutsche Bahn

Um rund zehn Prozent will die Bahn das aktuelle Fahrplanangebot aufstocken. Die Bahn folgt damit den Anordnungen des Bundes und der Länder, die sich am Mittwochabend auf diese Maßnahmen geeinigt hatten, um soziale Kontakte zu erschweren und das Coronavirus weiter zurückzudrängen.

Reservierungspflicht gibt es nicht

Um eine Reservierungspflicht, wie sie zwischenzeitlich in den Vorschlägen des Bundes auftauchte, ist die Bahn damit vorerst herumgekommen. "Die Entscheidung von Bund und Ländern begrüßen wir", teilte Huber mit. Zwar sind fortan nur noch bestimmte Sitze in einem Zug reservierbar und zu volle Züge sollen online gar nicht mehr buchbar sein. Doch wer ein flexibles Ticket ohne Reservierung kauft, kann sich trotzdem auf den Sitzen am Gang niederlassen, sollte es keinen freien Fensterplatz mehr geben.

Die Bahn hofft, die Auslastung mit dem zusätzlichen Fahrplanangebot so gering zu halten, dass solche Situationen nur selten auftreten werden. In den vergangenen Wochen ist die Nachfrage ohnehin wieder deutlich gesunken. Die Fernzüge sind derzeit laut Bahn lediglich zu 20 bis 25 Prozent ausgelastet.

Bahn und Verbände begrüßen neue Corona-Regeln

Eine Reservierungspflicht, mit der das Fahrgastaufkommen in den Zügen möglicherweise besser gesteuert werden könnte, hatte die Bahn stets abgelehnt. Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hält nichts von der Idee. Sie fürchtet um zusätzliche Belastungen für die Zugbegleiter, die durchsetzen müssten, dass tatsächlich kein Fahrgast ohne Reservierung an Bord geht.

Und selbst der Fahrgastverband Pro Bahn ist dagegen. Viele Pendler würden mit einer Reservierungspflicht aber Flexibilität einbüßen. Ehrenvorsitzender Klaus-Peter Naumann hält die nun beschlossenen Maßnahmen angesichts der geringen Nachfrage deshalb für ausreichend.

Wenn plötzlich doch deutlich mehr Reisende als gedacht mit der Bahn fahren, kann man immer noch überlegen, ob man einzelne Züge mit einer Reservierungspflicht belegt.
Klaus-Peter Nauman, Pro Bahn

Dazu sehe der Verband aber bislang keinen Anlass, betonte Naumann.

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