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Fernzüge häufiger wegen Störungen verspätet

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Bahn verfehlt Ziel - Fernzüge häufiger wegen Störungen verspätet

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471.000 Verspätungsminuten müssen die Fernzüge der Bahn für das Jahr 2019 verzeichnen. Immer häufiger sind Fahrzeugstörungen der Grund.

Uhr an einer Anzeigetafel am Hauptbahnhof München.
Die Bahn begründet die Verspätungen unter anderem mit dem hohen Alter der Züge.
Quelle: Andreas Gebert/dpa/Archivbild

Fernzüge in Deutschland verspäten sich immer häufiger wegen Fahrzeugstörungen. Probleme mit den Zügen führten im vergangenen Jahr zu 471.000 Verspätungsminuten, wie der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann, auf eine Anfrage der Grünen antwortete. Das entsprach 13 Prozent der gesamten Verspätungsdauer.

2015 waren es noch 328.000 Verspätungsminuten, der Anteil lag bei neun Prozent. Mitgezählt wird auch, wenn liegen gebliebene Züge von Konkurrenten die Bahn ausbremsen.

Keine "signifikante" Verbesserung bei Pünktlichkeit

Die Bahn war 2019 zwar pünktlicher als im Vorjahr. Es gab aber immer noch mehr Verspätungen als angestrebt: 24,1 Prozent der Intercity und ICE kamen zu spät. Dieses Jahr sollen es höchstens 22 Prozent sein. Dabei werden nur die Züge gezählt, die mindestens sechs Minuten zu spät kommen.

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"Leider gibt es bei der Pünktlichkeit immer noch keine signifikanten Verbesserungen", kritisierte der Grünen-Verkehrspolitiker Matthias Gastel. Das Management müsse die Probleme mit dem Fuhrpark in den Griff bekommen.

Es gibt nicht nur zu wenige Züge. Diese stehen dann auch zu lange in den Werkstätten herum und warten darauf, gewartet zu werden, statt Fahrgäste zu befördern.
Matthias Gastel, Grünen-Verkehrspolitiker

Hohes Alter der Züge macht Bahn zu schaffen

Nach der Antwort Ferlemanns, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, bleiben ICE-Züge immer länger in der Werkstatt. Waren es 2015 im Schnitt noch 17,1 Stunden pro Aufenthalt, stieg die Dauer bis zum vergangenen Jahr auf 23,5 Stunden.

Die Bahn verweist unter anderem auf das hohe Alter der Züge; die ICE der ersten Generation etwa sind im Schnitt 29 Jahre alt. 40 Jahre sollen sie nach der Kalkulation durchhalten. Auch bei neuen Zügen brauchen die Mitarbeiter in den Werkstätten erstmal mehr Zeit - um Erfahrung zu gewinnen. "Derzeit wird alle drei Wochen ein neuer ICE4 geliefert", hob die Bahn hervor. Dies und die wachsende Erfahrung in den Werkstätten werde die Standzeiten senken.

Regionalzüge der Bahn waren im vergangenen Jahr nur geringfügig pünktlicher als im Vorjahr. 94,3 Prozent der Regios erreichten ihren Bahnhof spätestens 5 Minuten und 59 Sekunden nach der Fahrplanzeit.

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