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Bayerische Alpen : Mehr Unfälle und mehr Tote in den Bergen

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Der Ansturm auf Ski-, Kletter- und Wanderregionen in den bayerischen Alpen ist groß. Das führt zu mehr Unfällen - und auch zu mehr Toten.

Eine Gruppe Bergsteiger geht am 21.07.2010 an der Kanzelwand bei Oberstdorf einen gesicherten Klettersteig entlang
Eine Gruppe Bergsteiger in Obersdorf. Während der Pandemie sind die bayerischen Alpen zu einem Touristenmagnet geworden - noch mehr als davor.
Quelle: dpa

Volle Parkplätze, Stop-and-go auf den Straßen, Müll und andere Hinterlassenschaften in Wiesen und Wäldern - der Ansturm auf die bayerischen Alpen hat in der Pandemie neue Rekorde erreicht. Das bekommen auch die Rettungskräfte zu spüren. 

Die Zahl der Unfälle stieg 2021 nach Daten der Bergwacht Bayern auf einen Höchststand. Im Sommer mussten die Bergretter 3.650 Mal ausrücken - rund 250 mehr als im Vorjahr und 800 mehr als noch 2017 (knapp 2.840 Einsätze).

"Großer Druck auf die Alpen"

"Die Vielzahl der Menschen im Gebirge ist wohl der wesentliche Grund für die Steigerung der Einsätze", sagt Bergwachtsprecher Roland Ampenberger. "Der Zuspruch zur Aktivität im Freien auf dem Hintergrund der Infektionsgefahr, die eingeschränkten Möglichkeiten für andere Sportarten und die Reiseerschwernisse führten auch in diesem Sommer zu einem sehr hohen Nutzungsdruck."

Auch Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV) spricht von einem "sehr großen Druck auf die bayerischen Alpen".

Die Leute fahren nicht weit weg, sie bleiben lieber daheim.
Thomas Bucher, DAV

Teils waren Grenzen geschlossen, teils gab es Reisebeschränkungen oder komplizierte Regelungen. So kumulierten sich offenbar nicht nur Ausflügler und Wohnmobile in Oberbayern, sondern auch Unfälle.

Leicht sinkende Zahlen aus Österreich

Obwohl Bergsport im Trend liegt und deshalb die Unfälle seit Jahren stetig zunehmen, zeigte der Blick nach Österreich und Tirol im Sommer leicht gesunkene Zahlen. Von Anfang Mai bis Anfang Oktober seien in Österreichs Bergen gut 3.860 Menschen in Unfälle verwickelt gewesen, 200 weniger als im Vorjahr, schreibt das österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit.

Doch die Zahl der Bergtoten ist markant: Während sie in Österreich und Tirol im Gesamtjahr 2021 sank, stieg sie in Oberbayern rapide. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd zählte von Berchtesgaden bis zur Zugspitze 50 Todesfälle - im Vorjahr waren es 34.

"Wir sind überrannt worden"

Der Berchtesgadener Polizeibergführer Jörg Fegg kennt den Ansturm auf seine Heimat seit Jahren - doch 2021 hat selbst ihn überrascht.

Mit der Aufhebung des Lockdown hat es mit den Skitouren angefangen. Wir sind überrannt worden in dem kleinen Talkessel, weil man nicht nach Österreich durfte. Das hat sich im Sommer fortgesetzt.
Polizeibergführer Jörg Fegg

Es gab lange Staus. "In den Restaurants alles voll, die Parkplätze voll", oft mit Campern. Bis zu 200 hätten teils am Königsseeparkplatz gestanden.

Alpine Basisausbildung fehlt oft

Allein in den Berchtesgadener Bergen gab es 18 tödliche Unfälle, sonst seien es zehn oder zwölf, sagt der Polizeibergführer. Vier Menschen starben allein am Watzmann (2.713 Meter). Neben der hohen Zahl von teils mehreren hundert Bergsteigern am Tag dürfte mangelnde Erfahrung für einen Teil der Unfälle verantwortlich sein. "Die alpine Basisausbildung fehlt oft", sagt Polizeibergführer Fegg.

Eine Bergsteigerin erklimmt einen Gipfel bei Aspen, Colorado, USA

Frauen als Bergsteigerinnen - Warum sich Männer am Berg oft überschätzen  

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von Sarah Kringe
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