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Frühe Anreise nötig - Was hinter dem Chaos am BER steckt

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Warteschlangen am Check-in, verpasste Flieger: In Berlin herrschte zu Ferienbeginn Chaos am Flughafen. Die Lufthansa empfiehlt Reisenden, frühzeitig anzureisen.

Brandenburg, Schönefeld: Zahlreiche Passagiere stehen am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER) im Terminal 1 vor der Sicherheitskontrolle Schlange.
Zahlreiche Passagiere standen am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER) im Terminal 1 vor der Sicherheitskontrolle Schlange.
Quelle: dpa

Satte vier Stunden Wartezeit sollten Fluggäste bei der Abfertigung am Berliner Flughafen BER einplanen. Das hatte die Lufthansa Reisenden empfohlen, die noch in dieser Woche vom Hauptstadt-Flughafen starten wollen. Die Aufforderung sorgte für viel Wirbel, mittlerweile wird sie nicht mehr versendet.

Die pauschale Bitte an unsere Fluggäste, vier Stunden vor Abflug vom BER zum Flughafen zu kommen, wird nicht mehr versendet. Wie haben unsere Kundenkommunikation in diesem Punkt korrigiert. Nach wie vor bitten wir unsere Gäste, frühzeitig zum BER anzureisen.
Unternehmenssprecherin der Lufthansa

Zusätzlich verwies das Unternehmen auf digitale Lösungen, mit denen Reisende ihre Unterlagen bereits im Voraus hochladen können.

Zahlreiche Passagiere stehen am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt»" (BER) im Terminal 1 vor der Sicherheitskontrolle Schlange am 09.10.2021.

Viel Betrieb und lange Schlangen - Start der Herbstferien: Andrang an Flughäfen 

Großer Andrang, lange Schlangen: Der Beginn der Herbstferien hat an deutschen Flughäfen für sehr viel Betrieb und erhöhte Wartezeiten geführt.

Check-in aufgrund von Corona-Auflagen aufwendig

Am Wochenende hatte es zum Ferienbeginn Chaos am BER gegeben. Die Schuld für die langen Warteschlangen suchten alle Beteiligten beim jeweils anderen. So wies die Lufthansa auf fehlende Abfertigungskapazitäten hin. Die Fluggesellschaft habe beim Check-in die maximal mögliche Zahl von zwölf Schaltern geöffnet und zusätzliches Personal im Wartebereich eingesetzt, erklärt eine Unternehmenssprecherin.

Derzeit ist der Check-in besonders aufwendig, weil aufgrund der Pandemie die meisten Reisenden dort Corona-Tests oder Impfnachweise vorlegen müssen, um ihre Reise antreten zu können.

Die Anforderungen der Corona-Regularien führen zu erheblichem Aufwand beim Check-In, da alle zur Einreise erforderlichen Dokumente kontrolliert werden müssen.
Unternehmenssprecherin der Lufthansa

Völlige Überlastung zu Beginn der Herbstferien

Rund ein Jahr nach Eröffnung war der noch neue Hauptstadt-Flughafen am Wochenende erstmals völlig überlastet. Verärgerte und frustrierte Fluggäste mussten etwa am Samstag zum Teil mehr als zwei Stunden auf das Einchecken warten oder verpassten sogar ihre Maschinen. Für ankommende Flieger fehlten immer wieder die mobilen Ausstiegstreppen.

Die Gründe betreffen indes die ganze Branche. Zu Beginn der Herbstferien in Berlin und Brandenburg reisten allein am Freitag nach Angaben eines Flughafensprechers erstmals in der Pandemie wieder rund 67.000 Passagiere über den BER. Am Samstag waren es demnach 55.000 und am Sonntag 66.000.

Vom Vorkrisen-Niveau sind solche Zahlen noch weit entfernt. Für den Flughafen waren es in dieser Phase dennoch schon zu viele.

Personalengpässe durch Krankmeldungen

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg schob die Probleme am Wochenende deshalb vor allem auf Personalengpässe an den Schaltern, die am BER von den Fluggesellschaften besetzt werden. Vor allem wegen Krankmeldungen habe die Personaldecke dort "unter den Planungen" gelegen.

So sei es vor allem am Samstag zu deutlich verlängerten Wartezeiten gekommen, obwohl an dem Tag weniger Menschen als am Freitag und Sonntag unterwegs waren. Auch bei den Bodenverkehrsdienstleistern fehlte es aufgrund von Krankheit demnach an Personal.

Ob Chaos am Flughafen BER zum Herbstferienbeginn oder vorzeitig geschlossene Wahllokale wegen fehlender Stimmzettel… Was läuft schief in Berlin? Und - kann die Hauptstadt auch anders?

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Weiterhin nur eines von drei Terminals in Betrieb

Am BER ist derzeit aus Kostengründen nur eines von drei Passagierterminals geöffnet: das Hauptterminal T1. Nach wie vor gehen die Verantwortlichen aber davon aus, dass die Kapazitäten dort ausreichen, solange die Personaldecke nicht zu dünn wird. Eine kurzfristige Öffnung des 2020 fertiggestellten Terminals T2 sei derzeit nicht geplant.

Tatsächlich ist es vor allem der Personalmangel, der die gesamte Luftfahrtbranche in Deutschland vor Herausforderungen stellt.

Durch Kurzarbeitszeitregelungen an den Flughafenstandorten wegen des mehrmaligen Lockdowns haben viele Beschäftigte das Arbeitsverhältnis gelöst oder stehen durch ausgelaufene Verträge nicht mehr zur Verfügung.
Flughafenverband ADV

"Neueinstellungen für Unternehmen mit Kurzarbeit sind zumeist nicht möglich." Zu angespannt sei die wirtschaftliche Lage der Unternehmen.

Corona hat den Luftverkehr aus den Wolken auf den Boden geholt. Flughäfen, Flugzeugbauer und Airlines stecken tief in den roten Zahlen. Schnelle Erholung ist nicht in Sicht.

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Verdi-Luftfahrtexpertin: "Das System ist kaputt"

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. "Wir haben beim Neustart in allen Bereichen zu wenig Leute", sagt Verdi-Luftfahrtexpertin Mira Neumaier. Sie hatte schon zum Sommerbeginn gewarnt: Während der Krise hätten 16 Prozent der Luftverkehrsbeschäftigten die Branche dauerhaft verlassen.

Bei den Bodenverkehrsdiensten mit ihren harten und gering bezahlten Jobs sei es sogar fast die Hälfte gewesen. Ein Neustart des Luftverkehrs werde selbst bei nur 50 Prozent des Vorkrisen-Niveaus nicht leistbar sein.

Gewerkschaft: "Rattenrennen" um niedrigste Kosten

Die Gewerkschaft verlangt nun ein Zurückdrehen des aus ihrer Sicht künstlich geschaffenen Wettbewerbs der Abfertiger an den Flughäfen, der zu einem "Rattenrennen" um die niedrigsten Kosten und Löhne geführt habe. "Das System ist kaputt und hat sich als nicht krisenfest erwiesen", sagt Neumaier. An seine Stelle müsse eine nachhaltige Infrastrukturplanung treten.

Es scheint sich aber um ein grundsätzliches Problem zu handeln. Auch an anderen Flughäfen war es im Sommer zu Abfertigungsproblemen gekommen. Trotz Neueinstellungen sind viele Abfertigungen noch lange unter dem Niveau vor der Pandemie besetzt.

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