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Weiter Gefechte in Bergkarabach

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Kriegszustand in Konfliktregion - Weiter Gefechte in Bergkarabach

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Nach Gefechten in der Konfliktregion Bergkarabach haben Aserbaidschan und Armenien das Kriegsrecht verhängt. Auch in der Nacht meldeten beide Seiten Artilleriefeuer.

Nach schweren Kämpfen in Berg-Karabach gilt in den verfeindeten Nachbarländern Armenien und Aserbaidschan nun der Kriegszustand. Es gibt zahlreiche Tote und Verletze.

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Armenien und Aserbaidschan haben ihre Kämpfe um die umstrittene Region Bergkarabach auch in der Nacht fortgesetzt. Zwischen beiden Seiten gab es nach Angaben der jeweiligen Verteidigungsministerien schweres Artilleriefeuer.

Armenien und Aserbaidschan erklären Kriegszustand

In beiden Ländern gilt inzwischen der Kriegszustand. Aserbaidschan hatte eine Militäroperation gegen Bergkarabach begonnen und eroberte mehrere Dörfer. Zwischen den verfeindeten Nachbarländern kam es nach Angaben beider Seiten am frühen Sonntagmorgen zu den Gefechten. Bergkarabachs Hauptstadt Stepanakert sei beschossen worden, hieß es. Regierungschef wertete die Gefechte als Kriegserklärung gegen sein Volk.

Karte: Armenien Bergkarabach
Karte: Armenien Bergkarabach
Quelle: ZDF

Die von Armenien kontrollierte Region mit geschätzt 145.000 Einwohnern gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Es handelt sich um die schwerste Eskalation seit Jahrzehnten. Zu der Anzahl der toten Kämpfer gibt es unterschiedliche Angaben. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet unter Berufung auf offizielle Angaben über 16 Tote, AFP berichtet mit Berufung auf Regionalsprecher mittlerweile von 32 Toten. Aserbaidschan teilte mit, dass es fünf Tote und Verletzte in den eigenen Reihen gebe. Unter den Opfern sind nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz auch Zivilisten.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld für die Gefechte. Armenien behauptete am Sonntagabend, dass die Türkei Aserbaidschan unterstützt haben soll. Das Verteidigungsministerium in Eriwan habe Informationen dazu, dass etwa türkische Waffen zum Einsatz gekommen seien. Regierungschef Paschinjan betonte bei einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron auch, dass sich die Türkei sehr aggressiv verhalte. Ankara müsse abgehalten werden, sich in diesen Konflikt einzumischen. Eine Reaktion aus der Türkei gab es bislang nicht.

Die EU, Deutschland und auch Russland riefen die Konfliktparteien auf, die Kämpfe sofort einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) betonte, dass die OSZE-Minsk-Gruppe mit ihren drei Co-Vorsitzenden Frankreich, Russland und USA für Verhandlungen bereit stehe.

Ich rufe beide Konfliktparteien dazu auf, sämtliche Kampfhandlungen und insbesondere den Beschuss von Dörfern und Städten umgehend einzustellen.
Heiko Maas, Außenminister

Die OSZE ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Iran, der gute Beziehungen zu beiden Ländern hat, bot sich ebenfalls als Vermittler an.

Offizielle Waffenruhe seit 1994

Baku hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Kontrolle über das von christlichen Karabach-Armeniern bewohnte Gebiet verloren. Seit 1994 gilt in der Region eine Waffenruhe, die aber immer wieder gebrochen wurde.

Zuletzt flammte der Konflikt 2016 stark auf - es starben mehr als 120 Menschen. Das völlig verarmte Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht, das dort Tausende Soldaten und Waffen stationiert hat. Das öl- und gasreiche Aserbaidschan hat die Türkei als verbündeten Bruderstaat.

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