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Missbrauchsprozess um eine Woche verschoben

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Bergisch Gladbach - Missbrauchsprozess um eine Woche verschoben

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Kurz vor Beginn des Prozesses um den Missbrauchskomplex in Bergisch Gladbach gab es Brandalarm im Kölner Gerichtsgebäude. Der Prozess-Auftakt wurde um eine Woche verschoben.

Ein Polizist vor dem Haus eines Verdächtigen. Archivbild
Ein Polizist vor dem Haus eines Verdächtigen. Archivbild
Quelle: Dagmar Meyer-Roeger/dmp press/dpa

Nach dem wegen eines Brandes abgesagten Prozessstart gegen einen zentralen Verdächtigen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach soll die Strafsache nun am 17. August verhandelt werden. Das teilte das Kölner Landgericht am Montagnachmittag mit. Der Prozess startet damit eine Woche später als ursprünglich geplant.

Grund für die Verschiebung war ein Brand in einem Kälteraums des Gerichts. Der Rauch zog bis in die sogenannten Vorführzellen, in denen Angeklagte auf ihre Prozesse warten. Die Räume waren damit unbrauchbar. Der Angeklagte, der in Untersuchungshaft sitzt, wurde zurück ein Gefängnis gebracht.

Netzwerk von Pädokriminellen

Um 13 Uhr hatte eigentlich der Prozess gegen den 43-Jährigen beginnen sollen, dessen mutmaßliche Taten Ausgangspunkt für bundesweite Ermittlungen gegen ein weit verzweigtes Netzwerk von Pädokriminellen waren.

Dem gelernten Koch und Hotelfachmann aus Bergisch Gladbach werden neben Kindesmissbrauch auch Vergewaltigung zur Last gelegt. Der Angeklagte wurde im vergangenen Herbst festgenommen und sitzt seit dem 23. Oktober in Untersuchungshaft.

Im Missbrauchskomplex von Bergisch-Gladbach gibt es laut Ermittlern 30.000 digitale Spuren. Es handele sich um internationale pädokriminelle Netzwerke.

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Tochter sexuell missbraucht

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem vor, seine 2017 geborene Tochter immer wieder sexuell missbraucht zu haben. Den überwiegenden Teil habe er fotografiert und gefilmt und diese Aufnahmen an Chat-Partner weitergeleitet. Insgesamt werden dem Deutschen nach Angaben des Kölner Landgerichts 79 Straftaten vorgeworfen.

Einen Teil davon soll er gemeinsam mit einem Chat-Partner aus Kamp-Lintfort begangen haben. Dabei sollen der Sohn und die Tochter des Chat-Partners sowie die Tochter des Angeklagten nach einer vorherigen Verabredung missbraucht worden sein. Zudem sollen sie sich zu einem schweren sexuellen Übergriff auf die drei Jahre alte Nichte des Chat-Partners verabredet haben.

Stellungnahme angekündigt

Die Durchsuchungen bei dem zentralen Verdächtigen in Bergisch Gladbach im Herbst 2019 brachten den ganzen Fall einst ins Rollen. Polizisten fanden riesige Mengen kinderpornografischen Materials. Durch die Auswertung gefundener Datenträger ist die Polizei nach eigenen Angaben mittlerweile auf Spuren gestoßen, die zu potenziell mehr als 30.000 Verdächtigen führen könnten. Da sie sich in Foren, Gruppenchats und in Messengerdiensten aber hinter Pseudonymen verbergen, ist ihre Identifizierung schwierig.

Nach Angaben des Gerichts hat sich der Angeklagte bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Eine Stellungnahme sei allerdings für den zweiten Prozesstag angekündigt. Zudem soll der Mann bei der Identifizierung seiner Chat-Partner geholfen haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe. Zusätzlich ist die Anordnung einer Sicherungsverwahrung möglich.

Bergisch Gladbach -
30.000 Spuren im Missbrauchskomplex
 

Im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach sind Ermittler auf 30.000 digitale Spuren von Verdächtigen gestoßen. Es sei eine "neue Dimension des Tatgeschehens", so der NRW-Justizminister.

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