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Bericht für 2020 - Vernichtung des Regenwaldes nimmt weiter zu

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Die Zerstörung des Regenwaldes schreitet trotz der Corona-Pademie weiter voran. Im vergangenen Jahr ist insgesamt eine Waldfläche in der Größe der Niederlande vernichtet worden.

Blick auf ein abgeholztes Waldstück. Symbolbild
Ein Großteil der zerstörten Fläche entfällt auf Brasilien.
Quelle: Victor R. Caivano/AP/dpa

Im vergangenen Jahr sind Regenwälder mit einer Gesamtfläche von der Größe der Niederlande vernichtet worden. Ein Großteil der zerstörten 4,2 Millionen Hektar tropischen Primärwaldes entfalle auf Brasilien, legte die Online-Plattform Global Forest Watch am Mittwoch in einem Bericht dar.

Zwölf Prozent mehr als 2019

Die Zerstörung 2020 nahm dem Bericht zufolge im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent zu. Mit Abstand am größten war demnach das Ausmaß der Zerstörung von tropischem Regenwald in Brasilien. Dort wurden 1,7 Millionen Hektar solcher Waldgebiete durch Feuer oder Abholzung vernichtet - eine Zunahme um 25 Prozent im Vergleich zu 2019.

Nach offiziellen Daten wurde im brasilianischen Amazonas-Gebiet in einem Jahr so viel Regenwald abgeholzt wie zuletzt vor zwölf Jahren.

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An zweiter Stelle in dieser Negativbilanz folgen Regenwaldflächen in der Demokratische Republik Kongo. Die dort vernichtete Fläche tropischen Primärwaldes war der Untersuchung zufolge etwa ein Drittel so groß wie in Brasilien.

Hauptsächlich von Landwirtschaft verursacht

Die Studie basiert auf Satellitendaten. Laut Global Forest Watch wird die Zerstörung der Tropenwälder nach wie vor hauptsächlich von der Landwirtschaft verursacht. Zudem lösten im vergangenen Jahr extreme Hitze und Dürre zahlreiche riesige Brände aus, die zur Vernichtung großer Waldflächen in Brasilien, Australien und Sibirien führten. In Indonesien hingegen ging die Zerstörung der Regenwälder um 17 Prozent zurück.

Die Expertin Frances Seymour vom World Resources Institute (WRI) bezeichnete das Ausmaß der Zerstörung der Regenwälder als "Klima-Notstand". Die Plattform Global Forest Watch wird vom WRI betrieben.

Natürliche CO2-Speicher

Die tropischen Regenwälder sind für die Stabilität des Erdklimas von entscheidender Bedeutung. Die Bäume können Kohlendioxid aufnehmen und speichern. Wenn sie jedoch abbrennen, absterben oder abgeholzt werden, gelangt das Treibhausgas wieder in die Atmosphäre.

Laut WRI wurden im vergangenen Jahr durch die Vernichtung dieser Wälder 2,64 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt - das entspricht den Emissionen von 570 Millionen Autos.

Archiv, Brasilien, Porto Velho: Flächenbrand im Regenwald von Amazonas.

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Wichtig für die Artenvielfalt

Zusätzlich sind die Regenwälder auch für den Artenschutz entscheidend. Abgesehen von den verheerenden Folgen für das Klima sei die Zerstörung der Regenwälder daher auch "eine Biodiversitätskrise, eine humanitäre Katastrophe und ein Verlust wirtschaftlicher Möglichkeiten", warnte Seymour.

In Brasilien hat die Vernichtung des Amazonaswaldes unter dem rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro drastisch zugenommen. Bolsonaro hat die Finanzmittel für Umweltschutzprogramme gekürzt und die Öffnung von Schutzgebieten für Landwirtschaft und Bergbau vorangetrieben.

Kaffee- und Fleischkonsum sind Faktoren

"Je länger wir warten, die Waldzerstörung zu stoppen und andere Bereiche auf den Weg zur Emissionsfreiheit zu bringen, desto wahrscheinlicher ist es, dass unsere natürlichen CO2-Speicher in Rauch aufgehen", sagte Seymour.

Umweltschützern zufolge ist der weltweite Fleischkonsum ein wesentlicher Faktor für die Zerstörung von Regenwäldern. Laut einer am Montag im Fachblatt "Nature Ecology & Evolution" veröffentlichten Studie trägt auch die steigende Nachfrage nach Kaffee und Sojabohnen in reichen Ländern zum Waldsterben bei.

WWF-Report - Waldvernichtung im Sekundentakt 

Das Ausmaß der weltweiten Zerstörung tropischer Regenwälder ist immens. An der Entwaldung für Acker- und Weideflächen tragen auch deutsche Verbraucher eine Mitschuld.

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von Christine Elsner
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