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Berliner Museumsinsel - Kulturstaatsministerin erbost über Schäden

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Auf der Berliner Museumsinsel wurden zahlreiche Kunstobjekte mit einer öligen Flüssigkeit bespritzt. Kulturstaatsministerin Grütters verurteilt die Beschmutzung.

Friederike Seyfried, Direktorin des Ägyptischen Museums, zeigt Medienvertretern Spuren der Sachbeschädigungen am 21.10.2020 in Berlin.
Mit öliger Flüssigkeit besprüht: Zahlreiche Kunstwerke auf der Berliner Museumsinsel wurden beschädigt
Quelle: epa

Nach der Beschädigung der Kunstwerke auf der Berliner Museumsinsel hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) Aufklärung in Sachen Sicherheit gefordert. Die Staatlichen Museen zu Berlin müssten sich erneut Fragen nach ihren Sicherheitsvorkehrungen stellen lassen, erklärte Grütters am Mittwoch.

"Ich habe daher den Präsidenten umgehend gebeten, dem Stiftungsrat dazu einen umfassenden Bericht vorzulegen. Es ist zu klären, wie diese vielen Beschädigungen unbemerkt vonstattengehen konnten und wie solche Angriffe in Zukunft verhindert werden sollen."

Die vorsätzliche Beschädigung der Kunstwerke verurteile sie aufs Schärfste. Sie richten sich laut Grütters "auch gegen künstlerische Ausdrucksformen, gegen unser aller Kulturerbe, gegen zivile Formen der Auseinandersetzung und so gegen Grundsätze unseres demokratischen Selbstverständnisses".

Berlin: Schäden wohl weniger schlimm als befürchtet

Neben der reinen Sachbeschädigung zeige sich bei solchen Angriffen immer auch eine tiefe Verachtung gegenüber Kunstwerken und kulturellen Leistungen insgesamt.

Es gibt berechtigte Hoffnung, dass die entstandenen Schäden beseitigt werden können.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters

Insgesamt sind nach Angaben von Christina Haak, stellvertretende Generaldirektorin Museen, 63 Objekte betroffen, darunter drei oder vier Leihgaben. Ein Gesamtschaden könne erst nach Ende der Restaurationsarbeiten benannt werden, sagte Haak am Mittwoch in Berlin während einer Pressekonferenz von Museen und Polizei. Es sei aber der bislang umfangreichste Vandalismusschaden, den sie erlebt habe.

Täter wurden nicht beobachtet

Die Museen erklärten, dass die Tat nicht beobachtet worden sei. Der oder die Täter hätten sehr verdeckt gehandelt. Die jeweils verspritzte Flüssigkeitsmenge sei gering gewesen, so dass die betroffenen Kunstwerke in vielen Fällen rasch gereinigt werden konnten. Sichtbarer verschmutzte Objekte wie Stein- und Holzskulpturen würden bereits restauratorisch untersucht oder behandelt.

Auf der Berliner Museumsinsel wurden über 60 Kunstwerke mit einer Flüssigkeit beschädigt. Von den Tätern keine Spur. Unklar ist noch, ob es Vandalismus oder eine gezielte Tat war.

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Unbekannte Täter sollen am 3. Oktober die Ausstellungsstücke beschädigt haben. Nach Recherchen der "Zeit" und des Deutschlandfunks wurden etwa Werke im Pergamonmuseum, im Neuen Museum und in der Alten Nationalgalerie mit einer öligen Flüssigkeit besprüht.

Die Alte Nationalgalerie in Berlin. Archivbild
Die Alte Nationalgalerie in Berlin. Archivbild
Quelle: Christoph Soeder/dpa

Polizei Berlin bittet um Mithilfe

Staatsministerin Grütters wurde demnach vom Stiftungspräsidenten Hermann Parzinger bereits am 6. Oktober über die Anschläge informiert. "Aus ermittlungstaktischen Gründen und in Abstimmung mit der Polizei hat die Stiftung jedoch zunächst von einer Information der Öffentlichkeit abgesehen", heißt es weiter.

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Am Mittwoch wurde jedoch ein Zeugenaufruf gestartet. Die Polizei sucht Personen, die am 3. Oktober 2020 zwischen 10 bis 18 Uhr auf der Museumsinsel verdächtige Personen beobachtet oder Feststellungen gemacht haben.

Museumsinsel ist Unesco-Weltkulturerbe

Die Museumsinsel gehört seit 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe. Anfang Oktober feierte das Pergamonmuseum seinen 90. Geburtstag. Benannt ist es nach seiner bekanntesten Attraktion, dem Pergamonaltar. Er stammt aus dem 2. Jahrhundert vor Christus und gehörte zur Residenz der mächtigen Könige von Pergamon, die im Westen der heutigen Türkei eine Kulturmetropole nach dem Vorbild Athens schufen.

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